23.02.08
Zwischen Tugend, Macht und Erotik
Zu den Bühnen-Produktionen der Händel-Festspiele


Cleopatra bringt Caesar um den Verstand, Tarquinius vergeht sich an Lucretia, und die Liebe der schönen Melisande bleibt völlig im Dunkeln...
Im Rahmen der Händel-Festspiele werden packende (Frauen-)Schicksale in Szene gesetzt.


Die Oper „Julius Cäsar“ (Besprechung folgt) ist so opulent wie der Reichtum ihres Schauplatzes (Ägypten): Sie ist die am aufwändigsten instrumentierte aller Händel-Opern. Im Februar 1724 wurde sie als fünfte Produktion für die Royal Academy of Music am Londoner Haymarket uraufgeführt, und zwar mit spektakulärer Besetzung: Star-Sopranistin Francesca Cuzzoni und ihre schärfste Konkurrentin, Margherita Durastanti, sangen Cleopatra und Sesto. Insgessamt erlebte "Julius Cäsar" in London 38 Aufführungen; ähnlich populär wurde sie auch an Häusern wie in Hamburg oder Paris, und Arien wie „V´adoro, pupille“, „Piangero“ oder „Va tacito“ zählen heute zu den Ohrwürmern der barocken Opern-Literatur. 

Nächster Schauplatz: Rom. Die schöne, tugendhafte Lucretia wird von Sextus Tarquinius geschändet, dem Sohn des letzten etruskischen Königs. Ihr Schicksal hat der römische Geschichtsschreiber Titus Livius dokumentiert, und Kardinal Benedetto Pamphili - Neffe von Papst Papst Innozenz X., zudem Gelegenheitsdichter und Kunstmäzen – brachte die Handlung in Gedichtform. Diese Geschichte diente Georg Friedrich Händel als Vorlage für seine Kantate „La Lucrezia“: Musik, die mitten hinein führt in das Seelenleben der Protagonistin - deren Wut und Verzweiflung, die schließlich in den Freitod münden.
Kontrastierend und dennoch fast wie ein Spiegelbild ist das Schicksal von Melisande (Foto: Probebühne des Instituts für Musitheater): Ihre Liebe zu Pelleas – vertont von Claude Débussy nach einer Vorlage von Maurice Maeterlinck -  wird angedeutet und bleibt dennoch im Verborgenen. Es ist eine verbotene Liebe, denn Melisande ist mit Golaud verheiratet, der sie auf einer Jagd im Wald fand und zu sich nahm.
Am Ende stirbt die verstörte Melisande an der Geburt ihres Kindes, beteuert aber, keinen Ehebruch begangen zu haben. Den Rest nimmt sie mit ins Grab.

„Impressions de Mélisande“ heißt das Stück, das die barocke Kantate mit der (stark gerkürzten) Fassung der Débussy-Oper verbindet: Eine Co-Produktion des Badischen Staatstheaters mit dem Institut für Musiktheater an der Musikhochschule Karlsruhe.       


Termine:


"Julius Cäsar": 24. 02., 26.02., 28.02., jeweils um 19 Uhr (Opernhaus)

"Impressions de Mélisande: 26.02., 20 Uhr (Schauspielhaus)


Hörbeitrag (MP3):
Doppelklicken Sie bitte auf das Play-Symbol des gewünschten Mediaplayers (oben: Windows Media/ unten: Real Player)






(Musik: Probenmitschnitte der jeweiligen Produktionen)


Um den Hörbeitrag herunterzuladen, klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste hier und wählen Sie anschließend mit "Ziel speichern unter ..." einen Speicherort.



zurück zur Hauptseite

zurück zu "Bericht"



Links zum Thema

Badisches Staatstheater

© Pamina Magazin, Redaktion, Impressum