24.06.08
Zwischen Rückzug und Öffentlichkeit
"Akademie Schloss Solitude" startet neue Klassikreihe


Das spätbarocke Schloss Solitude - in der Nähe von Stuttgart auf einer erhöhten Lichtung am Waldrand gelegen - blickt auf eine kulturelle Tradition zurück: Unter anderem diente es als Spielstätte des höfischen Theaters; das Werk des Opernkomponisten und Hofkapellmeisters Niccolo Jommelli kam hier beispielsweise zur Aufführung.
Einst wurde Schloss Solitude von Herzog Carl Eugen als Jagdschloss, Sommerresidenz und Rückzugsort erbaut; es bewegte sich damit symbolhaft an der Grenze zwischen politischen Geschäften, Natur und Zivilisation, zwischen Repräsentation und Abgeschiedenheit.

Scheune Schloss Solitude Eine ähnliche Situation möchte seit 1990 die „Akademie
Schloss Solitude“ ihren internationalen Künstlerinnen und Künstlern bieten: Einen Rückzugsort, und zwar von ei-
ner anderen Qualität, als sie
der künstlerische Alltag manchmal bietet; zugleich
einen Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft.

Die „Akademie Schloss Solitude“ ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem jüngere, besonders begabte Künstlerinnen und Künstler durch Wohnstipendien zu unterstützen und gleichzeitig durch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in die Öffentlichkeit hinein zu wirken.

Nun hat die Akademie eine neue Kammermusik-Reihe ins Leben gerufen; Besucher erleben die Konzerte künftig im Ambiente der renovierten Scheune. Dabei arbeitet die Akademie unter anderem mit der Musikhochschule Stuttgart und der Rudolf-Eberle-Stiftung zusammen.
Diese Stiftung wurde 1987 gegründet und fördert junge Streicherinnen und Streicher aus Baden-Württemberg, die eine solistische Tätigkeit anstreben: An sie werden Stipendien und hochwertige Instrumente vergeben. Außerdem will man das Interpretationsverständnis der Stipendiaten fördern – insbesondere, indem man den Erwerb von Aufführungsrechten an zeitgenössischen Werken fördert und Kompositionsaufträge vergibt, wo die Rechte nicht in ausreichendem Umfang existieren. Eine Eigenbewerbung ist dabei nicht möglich; die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch Juroen. In den Studios der "Akademie Schloss Solitude" sind die Stipendiaten der Rudolf-Eberle-Stiftung untergebracht.


Programm für den 27.06.2008, 20 Uhr:

W. A. Mozart (1756 - 1791)
Klavierquartett g-Moll KV 478

F. Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Klavierquartett f-moll, Op. 2

Johannes Brahms (1833 - 1897)
Klavierquartett g-Moll, Op. 25

Mitwirkende:
Quartett Solitude

Meike-Lu Schneider, Violine
Christoph Klein, Viola
Anna-Lena Perenthaler, Violoncello
Kerstin Mörk, Klavier


Im Quartett Solitude fanden sich vier junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland zusammen. Als Studenten der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart gründeten sie ihr Ensemble im Sommer 2007 unter der Leitung von Prof. Florian Wiek. Weitere Anregungen erhalten Sie regelmäßig vom Vogler-Quartett sowie Prof. Jean-Guihen Queras. Erste Konzertreisen führten das Quartett nach Vilnius (Litauen) und Paris.


(Weitere Konzerte: 18. Juli, 26. September und 17. Oktober)



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