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23.06.09
Karlsruhe klingt - "music to go"
Studierende der Musikhochschule verwandeln die Innenstadt am 4. Juli in eine Klangmeile
Oper im Einkaufszentrum, Kammermusik vor der Bäckerei: Am Samstag, den 4. Juli verwandeln junge Musikerinnen und Musiker die Karlsruher Innenstadt in eine einzige Klangmeile. „Karlsruhe klingt – music to go“ heißt das Festival, das zum Genuss im Vorbeigehen, aber auch zum Verweilen und Innehalten bei einem Freiluftkonzert einladen möchte. Die Initiative ging aus von der Karlsruher Musikhochschule; in Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wird das Projekt realisiert und dabei vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt.
„Musik zeigt die Lebendigkeit einer Großstadt, denn diese wird nicht nur geprägt durch Parks und Bauwerke, sondern auch durch Klänge“, erklärt Bürgermeisterin Margret Mergen und hofft darauf, auf diese Art „auch Jugendlichen Lust zu machen“. Ebenso weiß Michael Uhde, Pro-
rektor an der Musikhochschule, „dass das Publikum heutzutage nicht mehr so einfach zu haben ist wie früher.
Man muss raus aus dem Konzertsaal und auf die Leute zugehen.“
An jenem Samstag haben Karlsruher Bürger in einer reichen Auswahl an Programmpunkten die Gelegenheit, 150 Künstlerinnen und Künstler an acht verschiedenen Orten zu erleben. Da die Musikhochschule erstklassige Interpreten aus etwa 50 Ländern unter ihren Dächern beherbergt, ergibt dies nicht nur musikalisch ein buntes Bild. Es schafft vielmehr gleichzeitig „ein Bewusstsein dafür, dass sich in Karlsruhe Hochschulen von Rang und Namen befinden“, erklärft Norbert Käthler, Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH. Dies passe auch zum Masterplan, der Karlsruhe als Studentenstadt vorsehe.
Oberbürgermeister Heinz Fenrich ist Schirmherr dieses Projekts, und er gibt um 15.30 Uhr gemeinsam mit Hartmut Höll, dem Rektor der Musikhochschule Karlsruhe, das offizielle Startsignal zum Eröffnungskonzert. Jedoch bereits gegen 13.15 Uhr und 14.15 Uhr treten die ersten Ensembles im Rahmen der Ausstellung „Handwerkswelten“ auf dem Marktplatz auf, und gegen 15 Uhr gibt es bei „Burger Inneneinrichtungen“ (Waldstraße 89) das erste Mal Chansons und Songs von Kurt Weill.
Im Anschluss an die Eröffnung sind - ebenfalls auf dem Ludwigsplatz - die Schlagzeuger der Klasse von Isao Nakamura zu erleben: Sie spielen
das Stück „Persephassa“ von Iannis Xenakis; der Reiz des Werks ensteht durch einen beweglichen Raumklang. Dieser wird realisiert durch zwölf Musiker, die sich in sechs Gruppen auf dem Platz verteilen; die Besucher können sich also inmitten der Klänge bewegen.
Alltagsgeräusche sind generell einkalkuliert: Die Stücke, so Michael Uhde, seien so gewählt, dass auch das Quietschen der Straßenbahn darin integriert werden könne. Zwischen 16 Uhr und 18.20 Uhr gibt es unter dem Motto „Musik im Zwanzigminutentakt“ auf dem Ludwigsplatz schließlich Samba-Batucada-Rhythmen für Schlagzeug und ein Posaunenquartett; in der Waldstraße an der Ecke zu Kaiserstraße sind ein Hornquartett und ein Bläserquintett zu hören.
Dagegen kommen in der Lammstraße Jazz-Freunde auf ihre Kosten, denn die Big Band der Hochschule (Leitung: Peter Lehel) heizt unter anderem mit Swingklassikern von Glenn Miller bis Count Basie kräftig ein. Am gleichen Ort gibt es ebenso Musik für Streichquartett.
Wer derartige Klänge lieber gemütlich bei einer Tasse Kaffee genießen möchte, kann dies in der Karstadt-Cafeteria tun: Hier spielen das Bläserquintett „Con fuoco“ und das Jazzensemble der Musikhochschule.
Für Opernliebhaber zeigt das Institut für Musiktheater Szenen aus Donizettis „Rita“, und zwar im Untergeschoss des Einkaufszentrums Ettlinger Tor. Im Erdgeschoss gibt es Musik für Marimba, und vor der nahe gelegenen „Badischen Backstub`“ ist Musik für Violinduos zu hören.
Das große Abschlusskonzert bestreitet ab 18.30 Uhr das Sinfonische Blasorchester der Hochschule (Leitung: Will Sanders) vor der Kirche St. Stephan; bei Regen wird das Konzert in den Bürgersaal des Rathauses verlegt.
(weitere Informationen erhalten Sie über die Internetpräsenz der Musikhochschule; s. "Links zum Thema")
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