11.07.09 "Positiv war die Energie, die Liebe zum Spielen" SWR-Jugendprojekt "Der Schrei" geht zu Ende
Am heutigen Samstag, den 11. Juli, geht das SWR-Jugendprojekt "Der Schrei" zu Ende. Unter dem Motto: "Lass raus, was in dir steckt" haben sich etwa 200 Jugendliche in einer intensiven Team-Arbeit kennengelernt; sie haben sich gemeinsam mit professionellen Musikern an ein Abenteuer gewagt und dabei ein Konzept erarbeitet, das alle Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten in einem großen Bühnenprojekt zusammenbrachte.
"Positiv für alle war die Energie, die Liebe zum Spielen", befand Sylvain Cambreling, Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, bereits beim ersten gemeinsamen Treffen im Festspielhaus.
Ohnehin ist der Klangkörper des SWR experimentierfreudig; einen besonderen Stellenwert haben Konzerte und Produktionen mit Werken des 20. Jahrhunderts.
Vor kurzem wurde "Der Schrei" mit dem Zukunftspreis "Jugendkultur" der PricewaterhouseCoopers Stiftung ausgezeichnet; er ist mit 15 000 Euro dotiert.
Ein Percussions-Ensemble trom-
melt im Rhythmus eines Fanfa-
renzugs; es ist ein insistiere-
ndes Schlagen, das sich mehr und mehr verdichtet. Geigen und Bläser legen sich grell darüber, die Energie des gesamten Orchesters schwillt an zum gewaltigen Schrei. Dann tastet sich eine zarte Flöte nach vorne, man erkennt das Anfangsmotiv von Débussys "Prélude à l' après midi d´un faune", das aber gleich wieder von den Trommeln zerschlagen wird. Ein Kernstück des Programms ist zudem der erste Satz aus Beethovens fünfter Sinfonie: "Ein domestizierter Schrei", sagt Sylvain Cambreling, der energisch die scharf hintereinander geschnittenen Klang-Ereignisse zusammenfügt: "Ihr müsst aufeinander hören, wir brauchen Zeit und Ruhe" macht er den Jugendlichen klar, denn: "In der Gruppe geht es um Disziplin und Toleranz." Beide Seiten haben sich gegenseitig inspiriert; in den Teams wurden Themen erarbeitet und dann zusammengefügt; besonders talentierte Jugendliche bekommen einzelne Spots innerhalb dieser Klangcollage, die den "Schrei" als Ausdrucksmittel von der Geburt bis ins Erwachsenenalter umschreibt. Die Jugendlichen sitzen teils im Orchester, teils stehen sie daneben, oder sie marschieren wie die Spielmannszüge in den Saal hinein. Dann fährt ein Rapper dazwischen, er schreit gegen das Orchester; an anderer Stelle bleibt die Musik plötzlich stehen, driftet ab in verträumte Pop-Balladen (mit Klavier-Solo) oder gefühlvoll-jazzige Trompetenklänge. Später gibt es aufpeitschende Samba-Rhythmen: Die Musik lebt von ständigen Überraschungen - und bleibt formbar bis zum Schluss. (Foto: SWR/ Christoph Büscher)
Zu dieser Produktion gibt es am Donnerstag, den 23. Juli um 23.45 Uhr im SWR-Fernsehen eine Langzeitdokumentation. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter "Links zum Thema".
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