08.09.09
Podium für hoffnungsvolle Talente
Weingartner Musiktage starten am 27. September


Im Turmzimmer des Weingartner Rathauses hängt ein Selbstbildnis
von Wilhelm Martin - Maler und Großonkel des Trompeters Reinhold Friedrich (Foto). Die familiären Wurzeln des Musikers, der in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause ist, liegen hier in dem schmucken Ort am Rande des Kraichgaus.
Die „Weingartner Musiktage junger Künstler“ (vom 27. 09. bis 11.10.) gehen auf seine Initiative zurück;
nach elfjähriger Pause kehrt Reinhold Friedrich nun wieder in den Kreis der Verantwortlichen zurück: Gemein-
sam mit Sebastian Tewinkel, dem Dirigenten des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim, ist er für die künstlerische Leitung zuständig. "Es ist ein Heimkommen, ein Dankeschön an die Bevölkerung," erklärt Friedrich, der sich zudem als Professor an der Musikhochschule Karlsruhe um den künstlerischen Nachwuchs kümmert.
Dieser Austausch, dieses "Heimkommen" entspricht ganz dem Wesen des Festivals, das seit fast 30 Jahren im Kulturleben der Region verankert ist. "Aus vielen jungen, hoffnungsvollen Musikern sind inzwischen bekannte Künstler geworden, die immer wieder gerne zurückkehren und für neue Impulse sorgen," betont Bürgermeister Klaus-Dieter Scholz, der sich als Mitglied des Vorstands für die "Weingartner Musiktage" engagiert .

Tertis-Viola-EnsembleIn der Tat startet das Festival mit neuem Schwung: Neue Geschäftsführung, neue Flyer, neue Plakate - und neuerdings auch Sonderkonzerte außerhalb Wein-
gartens, mit denen man das Jahr hindurch auf das Festival aufmerk-
sam machen möchte. Zu den Neuerungen der letzten Jahre gehört auch der Wettbewerb der Sparda-Bank (6. bis 9. Oktober): Zum vierten Mal wird er ausgetragen, und regelmäßig widmet er sich Instrumenten, die im Konzertleben selten an vorderster Front vertreten sind. Diesmal dreht sich alles um die Bratsche; auf die Sieger warten insgesamt 3750 Euro Preisgeld.
"Wir stellen pro Jahr insgesamt 6 Millionen Euro für kulturelles und soziales Engagement zur Verfügung", erklärt Günther Przyklenk, Marketing-Leiter der Sparda-Bank Baden-Württemberg, "und es ist unser Bestreben, dies verlässlich zu tun, um unseren Kunden auf diese Art etwas zurückzugeben." Die Sparda-Bank engagiert sich seit fünf Jahren für die Musiktage, neben etlichen anderen Unternehmen der Region; der Gesamt-Etat des Festivals beläuft sich auf 36 000 Euro.
Beachtliche 22 Anmeldungen gab für den Wettbewerb; zugelassen waren Studierende der fünf Musikhochschulen in Baden-Württemberg, dazu erstmals auch junge Künstlerinnen und Künstler der Konservatorien Strasbourg und Mulhouse, sowie der Akademie für Musik in Basel. Wer sich im abschließenden Preisträgerkonzert (10. Oktober) dann präsentieren darf, entscheiden unter dem Jury-Vorsitz des ehemaligen SWR-Redakteurs Hans Hachmann Künstlerinnen und Künstler wie Sophia Reuter (Solo-Bratschistin der Duisburger Philharmoniker), Dirk Niewöhner (Münchner Philharmoniker), Massimo Paris ("I musici") und Guy Ben-Ziony (Professor in Leipzig), der ebenso mit dem Amaryllis-Quartett (7. Oktober) zu hören ist.
Die Bratsche, im Konzertleben vielfach belächelt und mit zahlreichen Witzen bedacht, ist auch das Thema weiterer Veranstaltungen: Von "Dieselgeigern und Edelbratschern" weiß Hans Hachmann in einem Vortrag (3. Oktober) zu berichten, und das Tertis-Viola-Ensemble (Foto; zu hören am 4. Oktober) vereint gleich vier Bratschen zu ungewöhnlicher Besetzung. Aber auch um den jungen Hörer-Nachwuchs ist man bemüht: Als Kinderoper gibt es Mozarts "Bastien und Bastienne", ebenfalls am 4. Oktober.
(Das genaue Festival-Programm mit allen Spielorten und Uhrzeiten entnehmen Sie bitte der Website der Weingartner Musiktage über den nebenstehenden Link). Kartenreservierung unter 07250/ 927805 (Tel) und 07250/ 208596 (Fax), sowie unter info@weingartner-musiktage.de


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