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28.11.09
Opernklassiker und Geburtstagsdinner
Programm der Händel-Festspiele 2010/ "Radamisto" bereits wieder ausverkauft
Ins raue und düstere Schottland des 16. Jahrhunderts führen unter anderem die nächsten Händel-Festspiele (19.02. bis 01.03.): Die Oper „Ariodante“, die um die Geschichte der Königstochter Ginevra kreist, gehört zu den Opernklassikern, und sie verhalf der damals ausklingenden „Opera seria“ in London nochmals zu neuem Glanz. Und weil der Zufall dem Komponisten dabei zu einer französischen Tänzergruppe verhalf, konnte er sogar einen neuartigen Operntypus (im Stile Lullys) entwerfen, mit eingefügten Chor- und Ballettszenen. Peer Boysen wird diese Oper (Premiere: 19.02. 2010) am Badischen Staatstheater in Szene setzen, daneben konnte man den jungen Counter-Tenor Franco Fagioli gewinnen, der schon 2008 als „Julius Caesar“ vom Karlsruher Publikum gefeiert wurde.
Gespannt sein darf man ebenso auf „Rinaldo“ (24.02.): Diese Produktion ist ein Gastspiel der Hochschule für Musik Frankfurt; Bühnenbild und Kostüme hierfür haben Studierende aus der Klasse der Gestaltungskünstlerin „rosalie“ (Offenbach) entworfen, deren Name für extravagante, ausgefallene Kunst steht.
Auch sonst setzen die kommenden Händel-Festspiele einige besondere Akzente: Nicht zuletzt durch die angeschlossene Akademie hat sich das Festival einen überregionalen
Ruf erworben; hier betritt man im kommenden Jahr mit den angebotenen Vokal- und Instrumentalkursen Neuland. Denn künftig möchte man die Ausbildungsmöglichkeiten erweitern, und deshalb gibt es erstmals Workshops zur Aufführungspraxis des frühen 19. Jahrhunderts: „Hier stellen wir noch Defizite fest,“ erklärt die künstlerische Leiterin, Christine Daxelhofer, “während der Bedarf im Bereich Barockmusik mittlerweile sehr gut gedeckt ist“.
Eingeladen sind deshalb vor allem auch Musiker, die normalerweise auf modernem Instrumentarium spielen; bei rechtzeitiger Anmeldung stellt die Akademie entsprechende Bögen für Streichinstrumente bereit. In einer „Liedwerkstatt“ möchte man sich den Werken von beispielsweise Schubert, Mendelssohn oder Carl Loewe widmen und Fragen nach der historisch angemessenen Begleitung oder der Interpretation von Balladen und Strophenliedern erörtern. Dabei werden die Kurse ergänzt durch Vorträge des Münchner Liedforschers Christian Lehmann. Generell setzt man auf einen Austausch zwischen Theorie und Praxis und hat zu diesem Zweck einen „Round Table“ eingerichtet, der beiden Seiten einen Dialog ermöglichen soll.
Nach dem großen Erfolg der durch und durch barocken Oper „Radamisto“ (Wiederaufnahme am 25. 02. 2010, leider sind alle drei Vorstellungen schon wieder ausverkauft) legt man in der Opernwerkstatt ebenfalls ein besonderes Gewicht auf barocke Theaterpraxis und barocke Gestik, welche die Choreografin Sigrid O’Thooft diesmal nicht nur mit Solisten, sondern auch mit den Mitgliedern des Chores erarbeiten wird. Das Symposium - nach dem Tod von Siegfried Schmalzried nun von Thomas Seedorf (Professor an der Karlsruher Musikhochschule) geleitet - führt die auf vier Jahre angelegte Reihe „Händels Arien“ fort: Im kommenden Jahr steht die späte Londoner Zeit auf dem Programm.
Nicht biblischen Stoff, sondern „Frohsinn, Schwermut und Gelassenheit“ hat das traditionell aufgeführte Oratorium diesmal zum Inhalt, das zwischen heidnischen Göttern und christlichen Tugenden, zwischen sämtlichen Nuancen menschlichen Fühlens und Wollens schließlich die Weisheit der goldenen Mitte sucht.
Für die „Mögliche Begegnung der Herren Bach und Händel im Jahre 1747“ konnte man unter anderem den Schauspieler Peter Sodann gewinnen, und schließlich gibt es am 23. 02. - zum 325. Geburtstag des Komponisten, und darüber hinaus zu den 20jährigen und 25jährigen Jubiläen von Händel-Gesellschaft, Händel-Akademie und Deutschen Händelsolisten- ein großes Geburtstagsdinner mit Tafelmusik
(Foto: Jacqueline Krause-Burberg)
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