11.01.10
"Dem Nachwuchs ein Podium geben"
Start einer neuen Jazz-Reihe in der Karlsruher Weststadt/Nachwuchsförderung mit "Newcomer Jazz Morning"


Mittelpunkt des Raumes ist die Bar: Hier werden Cocktails nach karibischen Rezepten gemixt und Weine aus Spanien, Frankreich, und Südamerika ausgeschenkt. Auf der anderen Seite hängt ein Porträt jenes Schriftstellers, der dem Lokal seinem Namen und damit der Getränkekarte ihre besondere Note gab: Einen Hauch von Künstlercafé verströmt die „Hemingway Lounge“ in der Karlsruher Uhlandstraße; sie gehört unter anderem Wolfgang Meyer, Professor für Klarinette und ehemaliger Rektor der Karlsruher Musikhochschule.
Meyer tritt hier gelegentlich selbst auf - als Jazz-Klarinettist. Der Jazz ist schon seit längerem eine heimliche Leidenschaft des Musikers, und die Lounge mit ihren rund 60 Sitzplätzen bietet dafür das entsprechende Ambiente. Sie liegt zudem nur wenige Schritte vom Gutenbergplatz entfernt - ein belebter Ort, der mit Cafés, Kneipen und Musik ohnehin ein spezielles Flair bietet.

Hemingway Lounge, KarlsruheNun hat es sich
der Verein „Freun-
de der KlangKunst Weststadt“ – gegründet im Frühjahr 2009 - zur Aufgabe gemacht, diese Jazzkultur
zu fördern: „Sparda JazzAround@
Hemingway Lounge“ heißt die Konzertreihe, die künftig hochkarätige Musiker in die Weststadt bringen und im Rahmen eines „Newcomer Jazz Mornings“ vor allem auch jungen, meist noch unbekannten Musikern ein Podium geben soll. Partner hierfür ist die Stiftung Kunst und Kultur der SPARDA Bank, die in Karlsruhe und Umgebung bereits etliche Projekte unterstützt: unter anderem das PreCollege an der Musikhochschule Karlsruhe, das hochbegabte Jugendliche auf eine Musiker-Karriere vorbereitet.
Thomas Renner, Vorstandsvorsitzender der SPARDA-Bank Baden-Württemberg und nebenbei selbst Hobbymusiker, sieht der Jazz-Reihe mit Vorfreude entgegen: „Es ist wichtig, neben größeren Projekten auch die kleineren, stadtteilbezogenen Initiativen zu pflegen“.

Keine fertigen Band-Konzepte, sondern vielmehr themenbezogene Auftritte hat man vorgesehen, die Künstler sind keineswegs auf ein einziges Genre festgelegt: Unter dem Motto „Der Weg in die Freiheit“ bewegt sich beispielsweise im Konzert am 5. Februar der Stuttgarter Klarinettist und Jazz-Professor Bernd Konrad zwischen sämtlichen Sparten; Konrad hat sich sowohl im Jazz als auch in der Neuen Musik einen Namen gemacht und arbeitet daneben als Komponist, Dirigent und Musikerzieher.
Am 5. März gibt Martin Schrack (Professor in Nürnberg) mit seinem Klaviertrio einen Überblick über Entwicklung des Jazzpianos; am 16. April setzt sich der Stuttgarter Henning Wiegräbe - der zugleich auch in der Alten Musik beheimatet ist – mit den Spieltechniken der Posaune auseinander.
„Ein solches Konzept unterstreicht die Persönlichkeit des Künstlers und dessen individuelle Fähigkeiten“, erklärt der Karlsruher Saxofonist und Landesjazzpreisträger Peter Lehel, der die Konzertreihe künstlerisch betreut und als Musiker selbst mitwirkt.

Die jungen Nachwuchskünstler sind jeweils an den darauffolgenden Samstagen zu hören - zur Marktzeit um 11.30 Uhr. Den Anfang macht am 6. März der bereits mehrfach ausgezeichnete Pianist Frank Düpree.
Mit den Konzerten möchte man ein eher breites Publikum ansprechen; die Öffnung zu anderen Musikrichtungen ist ohnehin durch die Auswahl der Künstler gegeben.
Deshalb sind auch künftig nicht nur Konzerte in der Hemingway Lounge vorgesehen. Den „Freunden der Klangkunst Weststadt“ mangelt es hierbei nicht an Ideen: „Denkbar sind auch Aufführungen an besonderen Orten, wie zum Beispiel in Fabrikhallen“, so der Vorsitzende Gerhard Dickgießer, „oder Tangoabende mit Bandoneon, daneben Konzerte mit außergewöhnlichen Instrumenten - geplant ist zum Beispiel ein Abend mit einem Drehorgelspieler“. Auch Lesungen und Kunstausstellungen könne man sich vorstellen.
Etwa 50 Mitglieder hat derzeit der Verein, der sich vor allem die künstlerische Nachwuchsförderung zum Ziel gesetzt hat. Verstärkt möchte man deshalb künftig auch mit der Karlsruher Musikhochschule zusammenarbeiten und die Studierenden in die Konzerte einbinden.
(Foto: Simon Wehle; weitere Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie unter den nebenstehenden Links)



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