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12.02.10
Neuer Studiengang verbindet Kulturjournalismus und Technik
In Karlsruhe startet das Bachelor-Studium "KulturMediaTechnologie"
Dank der neuen Medien hat sich das Betätigungsfeld für Journalisten in den letzten Jahren enorm erweitert: Die Internetportale der Hörfunk-Sender, die Online-Ausgaben der Tageszeitungen mit ihren Podcasts und Videoclips - all das bringt neue Möglichkeiten mit sich, stellt aber auch hohe Anforderungen an Medienschaffende.
Längst hat Institut LernRadio, das an der Karlsruher Musikhochschule Kultur-Journalisten ausbildet, darauf reagiert: Seit einiger Zeit bietet das Institut in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft einen trimedialen Studiengang an,
und aus dieser erfolgreichen Zusammenarbeit ging jetzt das Bachelor-Studium "KulturMediaTechnologie" hervor. In etwas mehr als einem Jahr haben die beiden Rektoren Hartmut Höll (Musikhochschule Karlsruhe) und Karl-Heinz Meisel (Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft) diese Idee in die Tat umgesetzt: Ab sofort können sich interessierte Abiturienten online für das kommende Wintersemenster bewerben; das dreijährige Studium wird mit dem "Bachelor of Arts in Culture, Media and Technologies" abgeschlossen.
Somit verbindet der Studiengang in einem bundesweit einzartigen Konzept zwei Fachgebiete, die nach traditionellem Verständnis nicht unbedingt zusammen passen. "Doch Kultur-Journalisten sind vermittelnd tätig, und sie müssen technisch fit sein, um heutzutage ihr Publikum zu erreichen", weiß Jürgen Christ, der Leiter des Instituts LernRadio. Und Jürgen Walter ( Leitung des HIT-Studio an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft) fügt hinzu: "Alle eineinhalb Jahre verdoppelt sich die Rechenleistung, das Internet hat sich technisch sehr verbessert; Radio, TV und Computer wachsen zusammen." Um die Studierenden optimal darauf vorzubereiten, beinhaltet die technische Ausbildung des neuen Studiengangs beispielsweise Fächer wie Digitale Signalverarbeitung, Grundlagen der Programmierung, Übertragungs- und Informationstechnik; zusätzlich werden die journalistischen Fähigkeiten der künftigen Studierenden auf eine breite Basis gestellt: Neben Recherche, Formulieren und Redigieren gehören deshalb auch Musikwissenschaft, Musiktheorie, daneben Kunst- und Literaturwissenschaft zum Fächerkanon; sogar Instrumentalunterricht ist Teil der Ausbildung.
Schon während des Studiums gestalten derzeit Nachwuchs-Journalisten Kultur-Programme auf umfangreichen Sendestrecken, produzieren Beiträge beispielsweise für das Online-Magazin "Extrahertz". Der Praxisanteil des Studiums soll zusätzlich unter anderem um den Bereich "Firmen-TV" erweitert werden.
Das bedeutet: voll gepackte Stundenpläne und einen nicht selten stressigen Studienalltag - eine ähnliche Situation, wie sie die Studierenden später auch in den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern sowie in den Agenturen und verschiedenen Media-Produktionsstätten vorfinden. "Unser Studium wird als Volonatariat anerkannt; die Absolventen brauchen dann nur noch eine kurze Einarbeitungsphase", so Jürgen Christ.
Vor Beginn des Studiums (pro Wintersemester werden 24 Bewerber aufgenommen) prüft eine Auswahlkommission die Interessierten auf Herz und Nieren: Zunächst gibt es eine technische Vorauswahl, danach durchlaufen die Kandidaten Eignungstests und Gespräche. Dabei soll geklärt werden, ob der betreffende Bewerber die musikalischen und die persönlichen Fähigkeiten mitbringt, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden.
"Jobben" wird unter diesen Umständen schwierig; doch die Studierenden haben die Möglichkeit, sich durch die Betreuung bestimmter Sendungen etwas hinzuzuverdienen, auch Studierenden-Patenschaften sind möglich.
Für den Arbeitsmarkt dürften die Absolventen damit bestens gerüstet sein: 90 Prozent der Absolventen des Instituts LernRadio arbeiten derzeit entweder als freie Mitarbeiter für verschiedene Medien oder werden als Redakteure und Moderatoren übernommen.
(Foto: Musikhochschule Karlsruhe, Institut LernRadio)
Hinweis: Interessierte Abiturienten können sich bewerben unter "Online-Service" auf www.hs-karlsruhe.de
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