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04.05.10
Programm mit vielen Farbtupfern
Badisches Staatstheater stellt Spielplan für 2010/11 vor/
Von Christine Gehringer
Es wird die letzte Saison für Achim Thorwald - doch noch denkt er keineswegs an seinen Ruhestand: "Wir werden erst einmal mit Elan eine neue Spielzeit hinlegen", verspricht er, denn: Zum Verabschieden sei schließlich noch Zeit genug. Außerdem wolle er einen Übergang schaffen, der seinem Nachfolger Peter Spuhler einen guten Start ermöglicht."
Das Programm für die neue Spielzeit am Badischen Staatstheater soll nochmals die Ensembles in ihren gesamten Qualitäten in den Mittelpunkt rücken, und gleichzeitig setzt man weiterhin auf die Verbindung zwischen Altem und Neuem, zwischen Klassikern und solchen Werken, die noch nie oder selten gespielt wurden.
Am 15. Oktober steht in der Sparte "Musiktheater" mit der Oper "Samson und Dalila" von Camille Saint-Saens die erste Premiere an - in einer Inszenierung des Tenors José Cura, der sich damit auch als Regisseur dem Karlsruher Publikum vorstellt und gleichzeitig in den ersten fünf Vorstellungen die Hauptrolle übernimmt. Erstmals seit 25 Jahren ist auch Verdis "Traviata" zu sehen (Premiere: 18. Dezember); Regie führt Thorwald selbst, und in der Titelpartie ist Ina Schlingensiepen zu hören, die sich damit einem neuen Rollenfach nähert - denn, so erklärt Thorwald, "es ist auch unser Bestreben, junge Sängerinnen und Sänger zu ihrer nächsten Entwicklungsstufe hinzuführen." Im Rahmen der Händel-Festspiele hat am 19. Februar die Oper "Partenope" (Regie: Ulrich Peters) Premiere. Es ein Liebesverwirrspiel nach dem gleichen Muster wie Mozarts "Cosi fan tutte" (Foto) - diese Oper wird übrigens im Rahmen eines Mozart-Schwerpunktes (unter anderem gemeinsam mit der "Zauberflöte" und der "Entführung aus dem Serail" ) wieder aufgenommen.
Bei Ponchiellis "La Gioconda" (09.04.) greifen Musiktheater und Ballett ineinander, denn beim "Tanz der Stunden" wird ausnahmsweise die Karlsruher Ballettcompagnie zu sehen sein - entgegen der sonstigen Abmachung, dass man den Tänzerinnen und Tänzern des Badischen Staatstheaters für ihre eigenen Produktionen den Rücken frei halten möchte. Doch der "Tanz der Stunden" ist ein Anreiz für jedes Ensemble, und so ist diese Oper gleichzeitig auch der "dritte Ballettabend" - neben beispielsweise dem "Nussknacker" (20.11.): "Ich wurde vom Orchester danach gefragt," erzählt Ballettchefin Birgit Keil, schließlich beinhalte der Nussknacker etliche von Tschaikowskys schönsten Stücken.
Der Chroreograph Youri Vamos, der in Karlsruhe ebenfalls den "Sommernachtstraum" inszenierte, verbindet diesen Stoff mit einer Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens.
Wiederaufgenommen wird zudem Christopher Wheeldons "Schwanensee" (29. 01.), und zum Ende der Spielzeit gibt es eine Ballettwoche mit Höhepunkten des Repertoires (10. bis 14.05.).
Im Sommer 2011 setzt auch das Musiktheater noch zwei Glanzlichter: Mit Janaceks "Katja Kabanowa" (11.06.) und "Dantons Tod" von Gottfried von Einem (09.07.) stehen bedeutende Werke des 20. Jahrhunderts auf dem Programm. Gerne hätte Achim Thorwald auch Wolfgang Rihm für ein Opernprojekt verpflichtet, schon vor fünf Jahren habe er ihn darauf angesprochen - aber der vielbeschäftigte Komponist ist lange im Voraus ausgebucht. Doch gewissermaßen als Farbtupfer zum Abschluss der Saison gibt es im Rahmen der Danton-Auffühung von Rihm einen "Monolog", der auch als Epilog zu verstehen ist.
Wagner-Freunde können sich hingegen zu Ostern 2011 (20. bis 25. 04.) auf einen kompletten "Ring" freuen.
Der ebenfalls scheidende Schauspiel-Chef Knut Weber setzt auf Stücke, die das Ensemble nochmals in seiner gesamten Vielfalt und Kunstfertigkeit darstellen: Zu sehen ist beispielsweise Tschechows "Kirschgarten" (Premiere am 27.11.), das Musical "Big Money" (Uraufführung am 19.03.), das die Finanzkrise thematisiert, und bereits mit am 9. Oktober ist mit "Cabaret" ein echter Broadway-Klassiker zu sehen - übrigens mit ist Thorwalds Amtsvorgänger Pavel Fieber in der Rolle des Herrn Schultz.
Daneben wird in der Nancy-Halle ein Zentrum für Kinder- und Jugendkultur eingerichtet - mit der Kölner Kinderoper als ständigem Gast: Im Rahmen dieses Projekts will man eine Strategie für den Bereich "Kinder- und Jugendtheater" entwickeln und dabei auch theaterpädagogische Gesichtspunkte mit einbeziehen.
(Fotos: Jacqueline Krause-Burberg, Jochen Klenk)


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