09.06.10
Ein Ort des künstlerischen Austauschs
Spatenstich an der Musikhochschule Karlsruhe zum Projekt "OneCampus"

Von Christine Gehringer

Es ist ein schöner Zufall, dass der Spatenstich zum neuen Campus der Karlsruher Musikhochschule ausgerechnet auf den 200. Geburtstag des Komponisten Robert Schumann fiel. Schumann war mit einer musikalisch-literarischen Doppelbegabung gesegnet, er setzte als Musikkritiker im Rahmen der von ihm gegründeten "Neuen Zeitschrift für Musik" Maßstäbe, und er wandte sich im Künstlerkreis der "Davidsbündler" gegen das engstirnige Spießbürgertum.
Auch der neue Campus soll ab 2013 verschiedene Künste unter einem Dach vereinigen und steht zudem für Innovation und modernste Technik.

Die Festrede zum Spatenstich hielt Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele.

Spatenstich zum Projekt "OneCampus" auf dem Gelände der Musikhochschule Karlsruhe"Das ist ein ganz großes Glück", bekräftigt Hartmut Höll, Rektor der Musikhochschule, und die Begeisterung ist in jedem seiner Worte spürbar. "Denn mit diesem Spatenstich fühlt sich die Musikhochschule in höchster Weise anerkannt und bestätigt." Das Gelände, das künftig Aufführungs- und Unterrichtsräume auf einem Campus vereinigt (bisher verteilen sich die Gebäude der Hochschule noch auf die ganze Innenstadt), ermöglicht gemeinsames Arbeiten, Austausch, effizientes Studieren. Die ehemalige Rektorin, Fany Solter, hatte sich bereits vor 15 Jahren für diesen Campus eingesetzt.
Eine trimediale Ausbildung im Bereich Kulturjournalismus, eine französische Liedklasse oder der Studiengang "Musikinformatik", dazu Meisterklassen und das Sparda PreCollege, an dem der hochbegabte künstlerische Nachwuchs noch während der Schulzeit ausgebildet wird - all das soll sich nun gegenseitig befruchten. "Kunst ist lebendig, dem Leben verpflichtet, und nicht nur der Einübung von Fingersätzen", weiß Hartmut Höll.
Das neue Institutsgebäude bietet künftig auf einer Fläche von über 3600 Quadratmetern Raum für einen modernen Theater- und Konzertsaal mit 500 Zuschauerplätzen. Er ermöglicht zudem Aufnahmen und Sendungen, ebenso avandgardistische Inszenierungen .

Finanzminster Willi Stächele bei der Festrede Die Kosten für die Neubauten belaufen sich auf insgesamt 28 Millionen Euro; für die Stadt Karlsruhe, die sich mit 500 000 Euro daran beteiligt, ist das Projekt ein wichtiger Standortfaktor. Daneben sind die schönen Künste, so erklärt Bürgermeister Michael Obert, "nicht nur "l'art pour l'art", sondern sie bringen auch Wirtschaftskraft". Außerdem erhofft man sich Synergie-Effekte mit dem benachbarten Kreativpark, der auf dem Gelände des alten Schlachthofs entstehen soll.
Der leitende Baudirektor Günter Bachmann, Leiter des Amtes Karlsruhe des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, dankte den Mitarbeitern der Stadt Karlsruhe und den Abgeordneten von Bund und Land für die "konstruktive Zusammenarbeit": "Sie können sich sicher sein, dass die Ausbildung am Standort Karlsruhe auch internationale Akzente setzt". Finanzminister Willi Stächele (Foto) bezeichnete das Neubau-Projekt als ein "Wahrzeichen für die Region", und auch beim Klimaschutz setze das Land beim neuen Gebäude Maßstäbe; unter anderem werde umweltfreundliche Fernwärme bezogen.
(Fotos: Musikhochschule Karlsruhe)


Hörbeitrag (MP3), mit Eindrücken vom Festakt und vom Spatenstich
von Christine Gehringer:

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