30.07.10 Das Lied als Verbindung zwischen Künsten und Kulturen Die französische Pianistin und Liedbegleiterin Anne Le Bozec im Portrait
Von Christine Gehringer
An der Musikhochschule Karlsruhe gibt es eine Klasse für französisches Lied: Das ist einzigartig in Deutschland. Hier werden junge Sänger und Pianisten gleichzeitig ausgebildet; sie nehmen dabei Lieder von Claude Débussy oder Gabriel Fauré unter die Lupe. Unterrichtet werden sie von Anne Le Bozec - einer französischen Kammermusikerin und Liedbegleiterin, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, zwischen beiden Sprachen und Kulturen zu vermitteln.
Bereits mit 16 ging die aus Tours stammende Künstlerin zum Studium nach Paris, ans Conservatoire National Supérieur de Musique. Sie studierte Klavier, Kammermusik und Liedbegleitung bei Theodor Paraskivesco und Anne Grappotte, anschließend an der Hochschule für Musik in Frankfurt/Main bei Rainer Hoffmann und in der Liedklasse der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Mitsuko Shirai und Hartmut Höll. Sämtliche Studiengänge schloss sie mit Auszeichnung ab. Sie nahm an Meisterkursen bei u.a. Gundula Janowitz und Dietrich Fischer-Dieskau teil.
Sie erhielt internationale Preise bei Kammermusik- und Klavier-Wettbewerben und wurde von Staatspräsident Chirac als Laureatin der „Fondation pour la Vocation“ für ihre Arbeit im Liedbereich ausgezeichnet. Bei den Internationalen Wettbewerben für Liedkunst Stuttgart und Lili Boulanger / Paris erhielt sie jeweils den Preis für ihre hervorragende Einzelleistung als Liedpianistin.
Anne Le Bozec gastierte in Europa und Asien als Solistin und als Lied- und Kammermusikpartnerin; sie spielte unter anderem beim Rheingau Musik Festival oder den Schwetzinger Festspielen. Ihr besonderes Interesse gilt Programmen, in denen Musik, Melodram und Tanz ergänzend miteinander agieren. So präsentierte sie bei der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart ihre „Romantischen Stunden“, eine Veranstaltung, die diese drei Kunstformen verbindet. Zudem nahm sie am „Hugo Wolf Projekt“ des Berliner Choreographen Hans-Werner Klohe teil, bei dem sie musikalisch wie tänzerisch auftrat. Neben Sonatenaufnahmen zusammen mit der Flötistin Sandrine Tilly und Kammermusikaufnahmen für Chor und Klavier beim Carus-Verlag erschienen mehrere Liedaufnahmen (BayerRecords, AmeSon), mit Werken von u. a. Hugo Wolf, Karol Szymanowski, Franz Schubert und Gustav Mahler. Sowohl am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris als auch an der Musikhochschule Karlsruhe hat sie eine Professur für Lied- und Vokalbegleitung inne. Meisterkurse gab sie in Frankreich, Deutschland und Finnland. (Quelle: Musikhochschule Karlsruhe)
Hinweis: Im Juni 2011 endete die Stiftungsprofessur von Anne Le Bozec; ihre Arbeit an der Musikhochschule Karlsruhe ist nun abgeschlossen. Sie unterrichtet seitdem ausschließlich am Pariser Konservatorium. Die Klasse für französisches Lied in Karlsruhe wurde damit eingestellt.
Hörbeitrag (MP3)
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(Musik: Francis Poulenc, Sonate für Flöte und Klavier, 3. Satz (Sandrine Tilly, Flöte, Anne Le Bozec, Klavier); Co-Produktion von AAFA/ Radio France)
Die Hörbuchreihe zur klassischen Musik. Mit 150 Musikbeispielen von 70 Komponisten, vom Mittelalter bis zur Moderne.
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