15.02.11
Sprungbrett für große Karrieren
Klavierwettbewerb Ettlingen geht 2012 in die 13. Auflage

Von Christine Gehringer

Seit 1988 bringt der Ettlinger Klavierwettbewerb alle zwei Jahre im Sommer die junge pianistische Elite in die Stadt; wer hier überhaupt erst zu den Wertungsspielen zugelassen wird, gehört bereits zu den Besten der Welt. Und so wundert es nicht, dass manch große Karriere (etwa von Lang Lang oder Lise de la Salle) einst in Ettlingen begann.
Nun geht der Internationale Klavierwettbewerb für junge Pianisten bereits in die 13. Auflage; vom 4. bis 11. August 2012 werden bei den Wertungsspielen die nächsten Preisträger von einer internationalen Jury gekürt. Das Preisträgerkonzert ist für den 12. August vorgesehen; zehn Hauptpreise im Wert von insgesamt 18 000 Euro werden dabei vergeben.
280 Anmeldungen aus der ganzen Welt - erstmals auch aus Nordkorea - hatte man im vergangenen Jahr zu verzeichnen, 100 Teilnehmer wurden von einer Vor-Jury ausgewählt.

Preisträgerkonzert  Internationaler Klavierwettbewerb, Stadthalle Ettlingen Der Wettbewerb, so betont Oberbürgermeisterin Gabriela Büssemaker, habe eine große Bedeutung für die Stadt, sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Image-Träger. In China sei zudem der Name "Ettlingen" jedem, der Klavier spielt, ein Begriff, erklären die Verantwortlichen Robert Benz (künstlerische Leitung) und Frank Reich (Organisation).
Keine Frage: Ettlingen setzt damit Akzente in der internationalen Nachwuchsförderung, und deshalb sichert auch die Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, Hauptsponsor des Wettbewerbs, mit einem Betrag von 100 000 Euro weiterhin ihre Unterstützung zu. Von Seiten der Stadt fließen 50 000 Euro im Durchführungsjahr in den Gesamtetat ein, 30 000 Euro nochmals im dazwischen liegenden Jahr.

Die Kriterien des Wettbewerbs machen zudem deutlich, wie außergewöhnlich manche Begabung ist: Gespielt wird in zwei Alterskategorien, doch nach unten gibt es keine Begrenzung, und dies ist eine Besonderheit. So spielte der im vergangenen Sommer erst 14jährige Kaito Kobayashi (Japan) beim 12. Wettbewerb als einer der Jüngsten in der höheren Kategorie (bis 20 Jahre) und erhielt hier nicht nur den ersten Preis, sondern auch den Haydn-Preis. Gleichzeitig sei er, so Robert Benz, "ein Künstler, der auch in seinem jungen Alter über Musik nachdenkt und das Ganze nicht nur von der sportlichen Seite aus sieht."
Doch auch wenn hier auf höchstem Niveau musiziert wird - man sitzt deshalb keineswegs im Elfenbeinturm. Das Interesse am Wettbewerb ist derart groß, dass es zu manchen Zeiten schwierig wird, bei den Wertungsspielen im Asamsaal des Ettlinger Schlosses überhaupt einen Platz zu finden. So mancher Tourist schaut hier schon mal spontan vorbei: "Letztes Jahr hatten wir Radfahrer, die einfach sehen wollten, was hier los ist, und sich dann die Wertungsspiele angehört haben", erzählt Frank Reich.
Für Besucher, die sich für den ganzen Tag einen Platz reservieren möchten, werden deshalb erstmals Tageskarten für 20 Euro angeboten; die Anzahl der Plätze ist begrenzt auf 25 (nähere Informationen bei der Musikschule Ettlingen; Tel.: 07243/ 101 312). Außerdem kann man die Wertungsspiele nun auch in der Cafeteria per Videoprojektion verfolgen.
Doch nicht nur das Interesse unter den Zuhörern ist groß - die Ettlinger Bevölkerung sorgt daneben auch mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern dafür, dass "ihr" Wettbewerb reibungslos gelingt; hinzu kommt die Unterstützung durch 50 Gastfamilien, welche die jungen Musiker nicht nur verpflegen, sondern bei auch Bedarf psychologischen Beistand leisten.

Wer sich von der Qualität des vergangenen Wettbewerbs überzeugen will, kann ab sofort das Preisträgerkonzert auf CD nachhören (erhältlich bei der Musikschule Ettlingen); das morgige Konzert mit Kaito Kobayashi im Schloss Ettlingen (Asamsaal) ist leider bereits ausverkauft.
(Foto: Preisträgerkonzert 2010, Stadthalle Ettlingen)

(Hinweis: Informationen und Teilnahmebedingungen zum Internationalen Klavierwettbewerb Ettlingen finden Sie unter dem neben stehenden Link)


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