27.06.11
"Ich könnte noch ewig weitertanzen"
250 Kinder folgten dem Motto "Let's dance" im Festspielhaus Baden-Baden

Von Christine Gehringer

Das Festspielhaus Baden-Baden hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche im Rahmen des Education-Programms an Musik und Tanz heranzuführen: Dabei dürfen die Kinder nicht nur die Profis hautnah erleben, sondern gelegentlich auch selbst auf der Bühne stehen.
Beim Kindertanzfest waren es etwa 250 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und vierzehn Jahren, die am Ende auf der Bühne standen: Zuvor hatten sie den ganzen Tag über in Workshops hart dafür trainiert. Schon beim letzten Mal habe es "durchweg positive Rückmeldungen" von Seiten der Eltern gegeben, bilanzierte Bildungsreferentin Heike Singer. Nun erlebte das Tanzfest seine zweite Auflage.


Kindertanzfest FestspielhausIn der Pause wird noch eifrig geübt: Drehschwünge, Schrittkombinationen - von Müdigkeit keine Spur. "Ich könnte noch ewig weitertanzen", ruft eine junge Teilnehmerin. Andere sehen das ein bisschen anders: "Ganz schön anstrengend" lautet das Fazit am Ende eines sportlichen Tages.
Seit zehn Uhr trainieren sie in ihren Workshops kleinere Formationen aus den Stilrichtungen Jazz, Modern Dance und HipHop. Betreut werden sie dabei von Dozenten der Münchener Tanzschule "Iwanson International": Diese bietet nicht nur jungen Profis eine fundierte Ausbildung (die Absolventinnen und Absolventen werden von Theatern und Tanzcompagnien engagiert) - vielmehr legt man bei Iwanson auch Wert darauf, tanzbegeisterte Jugendliche beispielsweise mit "Jugendtanztagen" an die Kunst des körperlichen Ausdrucks heranzuführen.

Kindertanzfest Festspielhaus Baden-BadenDas tun die Lehrer von "Iwanson International" auch in Baden-Baden, und generell staunt man über die Vorkenntnisse der Kinder: Gespannte Körperhaltung und eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz sieht man hier zum Teil schon bei den Jüngsten. Diese Bühnenpräsenz wird ganz bewusst aus den jungen Tänzerinnen und Tänzern herausgelockt. "Wir binden die Schrittfolgen jeweils in ein kleines Schauspiel ein", erklärt Jessica Iwanson, die Leiterin der Münchner Tanzschule, "da macht es gleich noch mehr Spaß, auf der Bühne zu stehen."
Unterdessen sorgen die jungen Workshopleiterinnen für den letzten Feinschliff, bevor es schließlich zur Generalprobe auf die große Festspielhaus-Bühne geht: "Ich möchte, dass das, was wir den bisher gemacht haben, richtig toll aussieht", lautet der Anspruch. Dazu gehört: Spannung bis in die Fingerspitzen und natürlich ein strahlendes "Bühnen-Lächeln". Das alles geht umso leichter, wenn zusätzlich junge Profis mittendrin sind im Geschehen: Nicht nur mit ihren eigenen Beiträgen, die sie bei der Abschlussaufführung präsentieren, wollen die Münchener Studenten Lust aufs Tanzen machen, sondern sie arbeiten auch innerhalb der Workshops neben den Kindern. Zusätzlich sind junge Schülerinnen aus Baden-Baden, beispielsweise der Tanzschule "Edi's Dance", als Helferinnen im Einsatz und sorgen somit für einen reibungslosen Ablauf.

Kindertanzfest FestspielhausDann stehen sie endlich alle auf der Bühne und dürfen ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern zeigen, was sie den Tag über gelernt haben. Wummernde Bässe, keltische Weisen, barocke Klänge - und dazu junge Tänzerinnen und Tänzer, denen es sichtlich Spaß macht, die Bühne mit ihren Bewegungen auszufüllen. "Toll, diese Disziplin", staunt ein Großvater im Publikum.
Besonders bemerkenswert: Es gibt eine Gruppe mit etwa 20 Jungen. "Seit sich die Mädels für Fußball begeistern, interessieren sich die Jungs offenbar auch fürs Tanzen", kommentiert Moderatorin Nina Forgber (selbst Pädagogin bei Iwanson) augenzwinkernd; ein "echtes Männerstück" haben sie mit ihrem Workshopleiter einstudiert.
Zwischendurch zeigen die jungen Absolventinnen und Absolventen von "Iwanson International" in beeindruckenden Choreografien, was man mit hartem Training alles erreichen kann - bevor dann 250 Kinder mit einer heißen HipHop-Nummer die Festspielhaus-Bühne schließlich in einen Dance-Floor verwandeln.
(Fotos: Gehringer)


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