29.11.11 Auf der Suche nach dem neuen Klang Der Komponist Pierre Boulez erhält Giga-Hertz-Preis 2011
Von Monika Kursawe
Dutzende Musik-Preise werden jedes Jahr vergeben, und oft unterscheiden sie sich nicht maßgeblich von einander. Der Giga-Hertz-Preis jedoch, der jedes Jahr vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) und dem Experimentalstudio des SWR Freiburg verliehen wird, hebt sich doch stark von den meisten Musikpreisen ab, und das nicht nur durch die beachtliche Preisgeldhöhe von rund 15 000 €.
Der Giga-Hertz-Preis ist der einzige Musik-Preis Deutschlands, der für elektronische und akusmatische (rein mit dem Computer erzeugte) Musik verliehen wird.
Namensgeber für den Giga-Hertz-Preis ist der weltberühmte Physiker Heinrich Hertz, der Ende des 19. Jahrhunderts an der Karlsruher Technischen Universität gelehrt hat und dort die elektromagnetischen Wellen entdeckt hat. In Gigahertz ist heute so gut wie jeder Computer getaktet, und ohne Computer wäre letztendlich auch die Musik nicht möglich, die jedes Jahr mit dem Gigahertz-Preis ausgezeichnet wird.
Zum 5. Mal wurde der Preis dieses Jahr verliehen. Hauptpreisträger ist der 86jährige französische Komponist Pierre Boulez, der für sein Lebenswerk geehrt wurde und darüber hinaus „für seine Verdienste um die elektroakustische Musik als Komponist aber auch als politisch Agierender.“
Pierre Boulez setzte als Komponist Meilensteine in der Musikgeschichte - aber auch unter anderem durch seine Verdienste als Gründer des IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique Musique, zu deutsch dem Forschungszentrum für Musik und Akustik) in Paris, als Leiter verschiedener Festivals für neue Musik und Ensembles wie dem „ensemble intercontemporain“, sowie als Dirigent.
In seiner langen Laufbahn hat Pierre Boulez zahlreiche Musikpreise erhalten, darunter 26 Grammys, den Ernst von Siemens-Musikpreis, den Preis der deutschen Schallplattenkritik, den Theodor W. Adorno-Preis, außerdem hat er mehrere Ehrendoktorate inne. (Foto: ONUK)
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