08.01.08
Charme und Brillanz bei Mendelssohn, Chopin, Saint-Saens
Natalia Zagalskaia mit romantischen Variationen


„Variations brillantes“ nennt die junge Pianistin Natalia Zagalskaia, weltweit konzenertierende Absolventin der Karlsruher Musikhochschule, ihre jüngste CD-Einspielung: Eher selten gespielte Werke von Mendelssohn, Chopin und Camille Saint-Saens fügt dabei sie zu einer guten Stunde romantischer Klaviermusik voll Charme, Anmut und Feingeist. Schade ist jedoch, dass im CD-Booklet offensichtlich durch einen Fehldruck einige Informationen verloren gegangen sind.

Mendelssohns Variationen B-Dur und Es-Dur (op. 83 und 82) setzen zunächst reizvolle Kontraste: Sie kleiden das Hauptthema in stets neue Farben und Anmutungen; mal wird es von prickelndem Figurenwerk umspielt oder umschmeichelt, dann abschattiert oder eingetrübt, immer jedoch behält es seinen leichten, charmanten Ton. Ähnlich das „Allegro brillant“ op. 92: Es treibt in zart verhuschten Läufen nach vorn, nimmt sich später in völliger Ruhe zurück.

Natalia Zagalskaia gibt all diesen Werken ihren eigenen Charakter: Während die Mendelssohn-Stücke eher schmuckvoll nach außen drängen, sind die "Variations brillantes" op. 12 von Frédéric Chopin (über ein Thema aus der Oper „Ludovic“ von Louis Joseph Ferdinand Hérold) eine Spur nachdenklicher und inniger: Diesen feinen Unterschied arbeitet die junge Pianistin punktgenau heraus, und immer mit einem großen Spektrum an Möglichkeiten – von zarten, scheinbar flüchtigen Gedanken bis zu feierlicher Brillanz. Dies konzentriert sich besonders im „Allegro de concert" op. 46, das Chopin ursprünglich als drittes Klavierkonzert entworfen hat. Dementsprechend changiert es zwischen orchestraler Klangfülle und „Solopassagen“: Diese Passagen sind zum Teil ein regelrechter Blick nach innen, und auch dort, wo das Werk weit ausgreift, bleibt eine gewisse Nachdenklichkeit hinter der brillant-extrovertierten Fassade. Das liebenswerte Thema des „Schweizerbub“ (einem deutschen Lied entnommen) „veredelt“ Chopin in den E-Dur-Variationen mit behutsamen Umspielungen und einem feinen Humor.

Nahtlos reihen sich „Allegro appassionato“ (op. 70) und  „Thème varié" (op. 97) von Camille Saint-Saens in diese Ausdrucksfülle. Sie wirken sogar wie ein Bindeglied, denn sie greifen den feinen Ton Chopins auf, fügen ihm aber eine zarte Helligkeit, eine heiter-verspielte Note hinzu und machen damit die Einspielung komplett.

(Eigenproduktion; Anfragen an Natalia Zagalskaia, e-mail: vana@gmx.de)


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