30.06.08 Gelungener Ausflug in die Welt des Latin Jazz Klarinettist Wolfgang Meyer mit dem Peter Lehel Quartett in "Boleros"
Weich, sinnlich und lasziv: Nicht von ungefähr war der Bolero in den 40er und 50er einer der wichtigsten Gesellschaftstänze in Mexico; man denke etwa an die Musik eines Agustín Lara, der sich unter anderem als Pianist in Nachtclubs sein Geld verdiente und aus dessen Feder auch das weltbekannte „Granada“ stammt. Der berühmteste aller Boleros ist wohl „Besamo Mucho“ – ursprünglich ein Lied des spanischen Komponisten Enrique Granados.
Ein viel versprechendes musikalisches Material, aus dem
man reichlich schöpfen kann – und eben dies scheint den Klarinettisten Wolfgang Meyer inspiriert zu haben. Sein Schwerpunkt ist eigentlich die Klassik, aber gemeinsam mit dem Peter Lehel Quartett (Peter Lehel, Saxofon und Bassklarinette; Ull Möck, Piano; Mini Schulz, Bass
und Markus Faller, Percussion) wag-
te er nun einen Ausflug in die Welt des Latin Jazz, und herausgekom-
men ist eine bemerkenswerte CD-Einspielung.
Diese Formation passt hervorragend zusammen: Die Darbietung ist rund, die Auswahl der Stücke musikalisch und stilistisch abwechslungsreich, auch wenn der Grund-Tonfall immer gleich bleibt. Manches stammt aus der Feder des kubanischen, vielfach prämierten Jazz-Saxofonisten und Klarinettisten Paquito d´Rivera, zwei Stücke steuert Lehel (der die Musik auch arrangiert hat) selbst bei; „Obsesion“ von Pedro Flores und „Oblivion“ von Astor Piazzolla flankieren die Auswahl.
„Boleros“ ist beim Label „Finetone“ zum Preis von 18, 50 Euro erschienen.
Hörbeitrag (MP3):
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