24.08.08 Flöte, Harfe und Cello im angeregten Gespräch Das Quantz Collegium und seine neueste CD "Harfenklänge"
Seit mehr als 70 Jahren besteht das Rastatter „Quantz Collegium“; seit etwa 50 Jahren spielt das Kammerensemble - das sich nach dem Komponisten Johann Joachim Quantz benannt hat - regelmäßig in Schloss „Favorite“, dem barocken Lustschloss der Markgräfin Augusta Sibylla.
Ernst Friedrich Wilhelm Bodensohn (1914-2003), einst Soloflötist beim Sinfonieorchester des SWF in Baden-Baden, hatte das Ensemble 1936 gegründet und zwanzig Jahre später die Konzertreihe „Festliche Serenaden“ ins Leben gerufen.
Das Sommerschloss der Markgräfin Augusta Sibylla, bestückt mit einer prächtigen Porzellansammlung und kostbaren Steinschmiedearbeiten aus Florenz, bietet dazu die richtige Kulisse - zumal das Ensemble in Rokoko-Kostümen spielt.
Die Idee, in historischen Gewändern aufzutreten, kam den Musikern nach einem Konzert anlässlich der Erstaufführung des Filmes „Fridericus – der alte Fritz“ (1937): Hier mimte Ernst Bodensohn den musizierenden Preußenkönig Friedrich II. Dazu passte auch der Name „Quantz-Collegium“, denn jener bedeutende Flötist der Vorklassik war auch der Lehrer des begabten Regenten.
Johann Joachim Quantz (1697-1773) hatte zudem an der Entwicklung des Flötenbaus maßgeblichen Anteil: Er verbesserte das Instrument, indem er eine zweite Klappe hinzufügte.
Außerdem verfasste er 1752 das Flötenlehrbuch „Versuch einer Anweisung die Flöte traviersière zu spielten.“ (Um 1750 hatte die Traversflöte, ein Vorläufer der heutigen Querflöte, die Blockflöte aus der Musizierpraxis verdrängt.)
Die Pläne der jungen Musiker (sie alle waren Solisten des SWF) durchkreuzte zunächst der Zwei-
te Weltkrieg; erst in den fünfziger Jahren konnte das „Quantz Collegium“ seine Arbeit richtig aufnehmen. Zunächst war Sparen angesagt, denn schließlich musste man sich Stoffe im Stil des 18. Jahrhunderts anschaffen - dazu Zopfperücken, Pulte mit Kerzenhaltern.
Von 1952 an spielte das Ensemble dann in verschiedenen deutschen Schlössern, Universitäten und Rathaussälen, außerdem bei den Ludwigsburger
Schlossfestspielen.
Heute leitet der Flötist Jochen Baier das „Quantz Collegium“; zur Besetzung gehören außerdem Simone Geyer (Harfe) und Bernhard Löcher (Violoncello). Traditionell ist es ein Anliegen des Ensembles, sich auch den unbekannten Komponisten des 18. Jahrhunderts zu widmen – so auch auf der neuesten CD „Harfenklänge“.
(weitere Informationen zur CD finden Sie über die genannte Internetpräsenz, s. "Links")
Hörbeitrag (MP3):
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