13.11.09 Sprachbilder in Musik Alois Bröders "Kammermusik mit Gitarre"
„Haiku“ – so nennt man die wohl kürzeste Literaturform der Welt. Maximal drei knappe Zeilen, gerade so viel, wie in einen einzigen Atem-
zug hineinpassen (die Sprachzeit-Einheiten stehen dabei im Verhältnis 5:7:5) – dann müssen die Worte ihre Wirkung entfalten.
Das Ursprungsland des Haiku ist Japan, und die japanische Sprache begünstigt diese Art der Lyrik, denn sie ist in Silben organisiert.
Was im Haiku gegenständlich dargestellt wird, dient als Symbol für
erlebte Momente und die Empfindungen, die man damit assoziiert; oftmals wird mit Natursymbolen gearbeitet, da diese bildhaft die menschlichen Seelenzustände widerspiegeln.
Häufiger Gegenstand sind ebenso Jahreszeiten-Symbole: Beispielsweise fallende Blätter als Sinnbild für den Herbst und damit für eine melancholisch getrübte Stimmung.
Der Darmstädter Gitarrist und Komponist Alois Bröder spielt mit dieser knappen Ausdrucksform; 14 Haiku für Sopran (entstanden 1994) und 14 neue Haiku für Bariton (2005) bilden den Schwerpunkt seiner „Kammermusik mit Gitarre“ - einer Einspielung, deren Reiz vor allem die musikalische Entsprechung der sprachlichen Dichte ausmacht.
Hörbeitrag (MP3):
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