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10.07.10
Konzert des KIT Sinfonieorchesters
Das Konzert des KIT Sinfonieorchesters (Leitung: Dieter Köhnlein) - zu hören am Samstag, den 10.07. um 18
Uhr im Konzerthaus Karlsru-
he - ist ein Beitrag zur großen Landesausstellung “Musikkultur in Baden- Württemberg”. Mit
der Aufführung der 1. Sinfonie von Johannes Brahms möchten die Musikerinnen und Musiker daran erinnern, dass dieses grandiose Werk am 4. November 1876 unter der Leitung des Hofkapellmeisters Otto Dessoff in Karlsruhe uraufgeführt wurde. Eine Gedenktafel in der Kaiserstrasse 90, wo das von Friedrich Weinbrenner erbaute Haus der Karlsruher Museumsgesellschaft stand, erinnert an dieses historische Ereignis.
Zu Beginn erklingt die 1954 entstandene Festliche Ouvertüre op. 96 von Dimitri Schostakowitsch. Zwei Tage vor der Hauptprobe wurde er händeringend vom Leiter des Bolschoi-Theaters gebeten, etwas für die Festlichkeiten anlässlich der 37. Wiederkehr der Oktoberrevolution zu schreiben.Er machte sich umgehend an die Arbeit und hat das Werk in kürzester Zeit aus dem Ärmel geschüttelt. Sein Freund Lev Lebedinsky war zufällig anwesend und erinnert sich: Er habe sich unterhalten, Witze gemacht und gleichzeitig in Windeseile komponiert - wie einst der sagenhafte Mozart.
Die Ouvertüre sprüht vor Temperament und überschäumender Energie. Die wahrhaft festlichen Fanfaren der Blechbläser verbreiten geradezu olympischen Glanz. Die rasanten Holzbläserpassagen, die auch von den Streichern aufgenommen werden , machen dieses Opus zu einem echten Bravourstück. Schostakowitsch lässt keinen Zweifel daran, dass diese Ouvertüre für ihn eine Feier aus Anlass des Todes von Stalin ein Jahr zuvor (1953) bedeutet.
Für das Klavierkonzert Nr.1 des Jubilars Frederic Chopin (1810 - 18 49) konnte man Andrej Jussow als Solisten gewinnen. Der in Kiew geborene Pianist ist erster Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe und erhielt 2009 im ZKM Karlsruhe den “Europäischen Kuturpreis”.
Der 20-jährige Chopin hat sich im Oktober 1830 bei der Uraufführung dieses Konzerts als Pianist von seinem Warschauer Publikum verabschiedet. Kurz darauf hat er seine Heimat für immer verlassen und kam über Wien und München nach Paris.
“Nichts gleicht dem Genuss, den er uns verschafft, wenn er am Klavier sitzt” schwärmte Heinrich Heine, und Schumann rief bereits nach op. 2 (Variationen über “Reich’ mir die Hand mein Leben”) begeistert aus: “Hut ab, ihr Herren, ein Genie!”. Die Großen seiner Zeit pilgerten nach Paris, um dem “Poeten am Klavier” zu lauschen.
Bereits über den frühen Klavierkonzerten liegt ein unverwechselbarer Zauber. Er hat sich “eine neue Welt geschaffen” und dem Klavier nie zuvor vernommene Töne entlockt. Von den Einleitungen zu den einzelnen Sätzen und einigen Überleitungen abgesehen, kommt dem Orchester überwiegend begleitende Funktion zu.
(Text: Dieter Köhnlein)
Vorverkauf: Schlaile, Padewet, Buchhandlung am Kronenplatz
oder e-mail:dkoehnlein@gmx.de
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