Pamina Magazin

Die neue Website

Pamina-Magazin liefert Ihnen hochwertige Berichte zur Klassik im Südwesten. Wir informieren Sie über Konzerte, Künstler, CDs und Veranstaltungen.

Sie haben die Wahl

Das neue Abo-Modell

Unsere Inhalte können Sie mit verschiedenen Abo-Modellen nutzen. Beim Bezahlsystem haben wir uns für den Marktführer PAYPAL entschieden. 
PAMINA kurz notiert

Staatstheater Karlsruhe: Mit Not-Plan in die neue Spielzeit/ Derzeit kaum Plätze im freien Verkauf

Ein „positives Signal“ wollte man senden, als im Mai die kommende Opernsaison und der Konzertspielplan für 2020/21 vorgestellt wurden. Das Programm war dabei von einem ehrlichen Optimismus des neuen GMD Georg Fritzsch getragen; dennoch aber dürfte damals den Beteiligten klar gewesen sein, dass vieles in dieser Form nicht über Bühne gehen kann. Von einem „Plan B“ war deshalb bereits frühzeitig die Rede und vom viel zitierten „Auf-Sicht-Fahren“. Wünschenswert wäre es jedoch gewesen, man hätte diesen „Plan B“ rechtzeitig veröffentlicht. Die umfangreiche Broschüre zur neuen Spielzeit (die morgen mit dem Theatertag beginnt) ist jedenfalls im wörtlichen Sinne Makulatur. Aktuelle und gültige Informationen sind ausschließlich der Website des Hauses zu entnehmen.
Anstatt der geplanten Alpensinfonie hat man zweimal Beethoven auf das Programm des ersten Sinfoniekonzerts am 27. und am 28. September gesetzt. Musik von Strauss gibt es dennoch: Die Metamorphosen für 23 Solostreicher und die vier letzten Lieder (Solistin: Christiane Libor) sind in einem eigenen (szenischen) Konzert zu hören, das am 20.09. (15 Uhr und 18 Uhr), am 08.10. (19 Uhr und 21 Uhr) und am 25.10. (18 Uhr und 20 Uhr) auf dem Spielplan steht. Diese Aufführung ersetzt zugleich die Wiederaufnahme der Oper „Elektra“.
Der Termin am 20.09. ist jedoch der einzige, für den derzeit im freien Verkauf Karten erhältlich sind. Für die anderen Termine – so etwa auch Mozarts „Don Giovanni“ in einem 90minütigen „Spotlight“ oder Franz Lehars „Lustige Witwe“ in Salon-Fassung – gibt es vorerst keine Karten, da zunächst die Abonnenten berücksichtigt werden. Lediglich die Beleuchtungsprobe zur Lehar-Operette (02.10.) wird derzeit im freien Verkauf angeboten. Für die konzertante Fassung von Verdis „La Traviata“ (30.10., 19 Uhr 21 Uhr), sind indessen Karten erhältlich.

PAMINA kurz notiert

Festival "ZeitGenuss" in Karlsruhe: Wolfgang Rihm im Mittelpunkt

Im Jahr 2013 ging in Karlsruhe die erste Ausgabe des Festivals „ZeitGenuss“ über die Bühne: Die Idee, sich der zeitgenössischen Musik regelmäßig und intensiv zu widmen, entstand im Nachklang zu den Europäischen Kulturtagen 2012, die den 60. Geburtstag von Wolfgang Rihm ins Blickfeld rückten.
Im Laufe der Zeit hat sich „ZeitGenuss“ zu einer festen Größe im Karlsruher Kultur-Herbst etabliert; von Jahr zu Jahr waren die Konzerte besser besucht. In der jüngeren Vergangenheit hat man das Festival – das vor allem auch eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Stadt Karlsruhe, der Musikhochschule und den Künstlern und Kantoraten zeigt – auf wenige Tage verkürzt, das Programm wurde dabei verdichtet. Zudem sind die Komponisten, denen das Festival gewidmet ist, auch für die Konzeption zuständig.
In diesem Jahr, nämlich vom 22. bis zum 25. Oktober, steht erneut Wolfgang Rihm im Mittelpunkt. Der Komponist erinnerte im Rahmen der Pressegesprächs sogleich daran, dass man mit der zeitgenössischen Musik im Grunde ja nur eine Tradition in Karlsruhe fortsetzte: Der legendäre Hofkapellmeister Felix Mottl führte seinerzeit die Zeitgenossen Bruckner und Liszt auf, und Johannes Brahms komponierte in Karlsruhe Teile des Requiems, seine erste Sinfonie erlebte hier ihre Uraufführung.
Doch nicht nur Rihms eigene Werke sind im Rahmen von „ZeitGenuss“ zu hören, sondern auch seiner Schüler kommen zu Wort, wie etwa Rebecca Saunders oder Marton Illès.
Man sei sich sehr schnell darüber einig gewesen, dass „ZeitGenuss“ stattfinden müsse, „und zwar erst recht wegen Corona“, betonten Kulturamtsleiterin Susanne Asche und Hartmut Höll, Rektor der Musikhochschule Karlsruhe.
Auch wenn die üblichen coronabedingten Einschränkungen bei der Gestaltung des Festivals keinen allzu großen Spielraum ließen, so ist dennoch ein vielversprechendes Programm entstanden; Rihm spricht gar davon, man sei "heilsam verschlankt" worden. Das Eröffnungskonzert am 22. Oktober in der Christuskirche bestreiten unter anderem Carsten Wiebusch, Reinhold Friedrich, das Asasello Quartett und Studierende der Karlsruher Musikhochschule. Werke aus den Kompositionsklassen von Markus Hechtle und Wolfgang Rihm interpretiert tags darauf das Ensemble TEMA.
Einen Nachmittag mit Liedern von Wolfgang Rihm gestalten am 24. Oktober der Bariton Georg Nigl und die Pianistin Ilona Heilingloh, und am Abend interpretiert die Geigerin Tianwa Yang in der Evangelischen Stadtkirche Rihms „Über die Linie VII“, der Organist Martin Schmeding widmet sich Rihms Orgelwerken. Auch die Badischen Staatskapelle setzt in ihrem Sinfoniekonzert am 25. Oktober Wolfgang Rihm aufs Programm.
Der Vorverkauf startet ab sofort über www.reservix.de, Musikhaus Schlaile, TicketForum in der Postgalerie und die Tourist-Information Karlsruhe. Aufgrund der Corona-Hygiene-Regeln gibt es keine Abendkasse. Da zudem das Platzangebot beschränkt ist – im Wolfgang-Rihm-Forum stehen nur rund 50 Plätze zur Verfügung – ist das dortige Abschlusskonzert auch per Live-Stream über www.idagio.com zu verfolgen. Weitere Informationen gibt es unter www.hfm-karlsruhe.de

PAMINA kurz notiert

Geistliche Konzerte des Hofkapellmeisters Georg Christoph Strattner

Im Rahmen einer CD-Produktion präsentiert das Gambenconsort „Les Escapades“ am Sonntag, den 27. September in der evangelischen Stadtkirche Durlach (18 Uhr) geistliche Werke des Durlacher Hofkapellmeisters Georg Christoph Strattner (1644/45 - 1704). Bei diesem Projekt handelt es sich um Ersteinspielungen; Werke, die seit 300 Jahren nicht mehr aufgeführt wurden, sollen dem Publikum in einem Querschnitt nahe gebracht werden. Rund 20 von Strattners Vokalwerken sind bis heute erhalten, überwiegend stammen sie aus der Zeit, in der Strattner am Hof in Durlach wirkte.
Der Sänger und Komponist wurde im Burgenland geboren. Nachdem er zunächst als Kapellknabe in der Stuttgarter Hofkapelle gewirkt hatte, kam er 1666 an den Hof der badischen Markgrafen. Ab 1682 war er als Kapellmeister an der Barfüßerkirche in Frankfurt tätig, wurde jedoch wegen Ehebruchs aus der Stadt verwiesen und ging später nach Weimar.
Neben „Les Escapades“ musizieren die beiden Sopranistinnen Miriam Feuersinger und Monika Mauch, Alexander Schneider (Altus), Daniel Schreiber (Tenor) und Markus Flaig (Bass), dazu vier weitere Instrumentalisten (Cosimo Stawiarski und Christoph Riedo, Violinen, Simon Linné, Theorbe und Evelyn Laib, Orgel).
Bereits am 22. September erläutert Cosimo Stawiarski, der auch für das Programmkonzept verantwortlich ist, das Werk des Durlacher Hofkapellmeisters in einem Vortrag in der Badischen Landesbibliothek. Beginn ist 19 Uhr, eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
Weitere Informationen unter www.escapades.de

PAMINA kurz notiert

Karlsruher Organisten laden zu Orgelspaziergängen

(red.) Die Karlsruher Kirchen laden am Sonntag, den 13. September zu den traditionellen Orgelkonzerten zum „Tag des offenen Denkmals“: Dabei können sich die Hörer ihr ganz persönliches Orgelkonzert selbst zusammen stellen: Zu jeder vollen Stunde erklingt ab dem Vormittag um 11 Uhr in mindestens einer Karlsruher Kirche ein halbstündiges Kurzkonzert; es spielen die Karlsruher Kantoren und die nebenamtlichen Organisten.
Dabei erwartet die Hörer ein vielfältiger Einblick in das Genre Orgelmusik - aufgrund der geltenden Hygieneregeln allerdings mit begrenztem Platzangebot. An einigen Stationen ist jedoch im Vorhinein eine Reservierung möglich. Links zu den Anmelde-Formularen gibt es unter kirchenmusik-karlsruhe.de.
Die beliebten Orgelführungen werden in diesem Jahr nur als Video-Clips angeboten; gebündelt sind sie ebenfalls auf der obigen Website zu finden.
Die Konzerte eröffnet um 11 Uhr Kantor Dieter Cramer in der Auferstehungskirche Rüppurr. Auf dem Programm stehen verschiedene Bearbeitungen über das Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Jule Klessing (Flöte) und Stefan Fritz (Orgel) reisen um 12 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche mit Johann Sebastian Bach nach Italien. Um 13 Uhr startet die nächste musikalische Reise von der Johanniskirche (Werderplatz) aus: Mit Händel geht es nach London. Organistischer „Reiseführer“ für diesen Kurztrip ist Daniel Kaiser. Ebenfalls um 13 Uhr präsentieren Johannes Hustedt (Querflöte) und Johannes Blomenkamp (Orgel) in der Stadtkirche Durlach einen kleinen Teil ihrer „Durlacher Duette“. Es erklingen Werke von Haydn, Rutter und Beethoven.
Dorothea Lehmann-Horsch erinnert in Ihrem Kurzkonzert „Erinnern. Erhalten. Neu denken“ um 14 Uhr in der Lutherkirche ebenso an Louis Vierne und den für die Orgelausbildung im 19. Jahrhundert prägenden Christian-Heinrich Rinck. Auch Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser gratuliert um 16 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe den beiden Jubilaren Vierne und Beethoven.
Auf der Wegstrecke zwischen Lutherkirche und Stadtkirche liegt die Kirche St. Bernhard. Dort präsentiert Max Deisenroth um 15 Uhr ein Programm mit Kathedralmusik aus Paris. Um 17 Uhr spielt Bezirkskantor Patrick Fritz-Benzing an einer der beiden großen Klais-Orgeln der Stadt Werke von Bach, Langlais und Reger.
„Immer das gleiche?“ fragt um 18 Uhr Carsten Wiebusch in der Christuskirche im Rahmen der „Faszination Orgel“. Diese Frage ergibt sich aus einem Charakteristikum: Die Formen „Passacaglia“ und „Chaconne“ haben eine feste und immer wiederkehrende Basslinie.
Den Konzertreigen beschließt Kristofer Kiesel in der Markuskirche um 18.45 Uhr schließlich mit der Tanz-Suite von Andreas Willscher.

PAMINA kurz notiert

Philharmonie Baden-Baden: Neue Saison startet mit der Reihe "Soirée musicale"

(red.) Am kommenden Wochenende präsentieren Kammerensembles der Philharmonie Baden-Baden im Rahmen ihrer Reihe „Soirée musicale“ verschiedene Konzerte unterschiedlicher Epochen und Stilarten. Am Freitag, den 4. September stehen unter anderem Werke von Carl Maria von Weber sowie die Serenade für Bläsersextett von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Ein Flötenquartett von Mozart sowie Beethovens Variationen aus der Oper „Don Giovanni“ für zwei Oboen und Englischhorn bilden den Auftakt des Konzerts am Samstag, den 5. September. In dessen Mittelpunkt steht das berühmte Streichquintett in a-Moll von Max Bruch. Das Programm am Sonntag, den 6. September gestalten vier Ensembles mit Werken von Gioachino Rossini, Francis Poulenc, Ludwig van Beethoven und Antonin Dvořák.
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Beginn der Veranstaltungen. Um Andrang zu vermeiden, wird um eine Ticketreservierung vorab gebeten. Tickets sind erhältlich in der Tourist-Information in den Kurhaus-Kolonnaden, Kaiserallee 1, Telefon 07221/175200, in der Tourist-Information am Zubringer, Schwarzwaldstraße 52, Telefon 07221/275233, im Ticketservice Baden-Baden im Dostojewski-Haus, Bäderstraße 2, Telefon 07221/932700 sowie im Internet unter www.philharmonie.baden-baden.de.
Unter Einhaltung der gebotenen Schutzmaßnahmen werden im September auch sinfonische Konzerte in größerer Besetzung zu hören sein. Informationen zu den Veranstaltungen sind auf der Website der Philharmonie unter www.philharmonie.baden-baden.de zu finden.

PAMINA kurz notiert

Verbände fordern optimale Auslastung von Theatern und Konzerthäusern

(red.) In einer gemeinsamen Presseerklärung fordern der Deutsche Bühnenverein, die Deutsche Orchestervereinigung, die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, die Deutsche Konzerthauskonferenz und die GMD-Konferenz von Bund und Ländern „mehr Augenmaß bei der Zulassung von Publikum in geschlossenen Räumen unter COVID-19-Bedingungen“. Sorgfältig erarbeitete Hygienekonzepte in den Häusern ließen häufig mehr Publikum zu, als es die starren Sitzplatzbeschränkungen vielerorts vorschreiben, heißt es.
Unterschrieben hat die Erklärung auch der Baden-Badener Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa, zugleich Sprecher der Deutschen Konzerthauskonferenz: „Gesundheit und Sicherheit der Zuschauer und Künstler haben für uns allerhöchste Priorität", so Stampa. "Wir stehen im Einklang mit den aktuellen Schutzbestimmungen und sind uns der hohen Verantwortung bewusst, die wir als Kulturinstitutionen in Bezug auf die Eindämmung der Corona-Pandemie haben.“ Es sei indes schwer zu vermitteln, dass in einem Konzerthaus in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel 1000 Plätze belegt werden könnten, während in Bayern die Theater und Konzertsäle – unabhängig von der Platzkapazität – nur maximal 200 Besucher einlassen dürften und in Baden-Württemberg bis maximal 500 Besucher möglich seien. Diese Ungleichbehandlung führe zu einer strukturellen Schieflage innerhalb der deutschen Konzertlandschaft und sei wirtschaftlich wie künstlerisch höchst problematisch.
Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, ist der Ansicht, dass es bei konsequenter Umsetzung der Hygienestandards, bei durchgehender Nutzung von Mund-Nasen-Schutz, bei gezielter Desinfektion und ausreichender Durchlüftung sowie der Nachverfolgbarkeit der Besucher möglich sein sollte, „grundsätzlich jeden zweiten Platz eines Theaters oder Konzertsaals aufgelockert zu besetzen. Die Einhaltung dieser hygienischen Bedingungen gewährleistet einen hohen Sicherheitsstandard im öffentlichen Leben, verglichen mit anderen Bereichen wie öffentlicher Verkehr, Handel oder Gastronomie.“

PAMINA kurz notiert

Herbstprogramm im Festspielhaus Baden-Baden: Vorverkauf startet morgen

(red.) Der Vorverkauf für die ersten Vorstellungen der Saison 2020/2021 im Festspielhaus Baden-Baden startet am morgigen Mittwoch, den 26. August 2020 um 9 Uhr. Dies gab das das Haus in einer Pressemitteilung bekannt.
Karten gibt es derzeit für die Eröffnungspremiere des Hamburg Ballett John Neumeier „Ghost Light“ am 8. Oktober; buchbar sind ebenfalls die weiteren Vorstellungen am 9., 10. und 11. Oktober sowie eine „BallettWerkstatt“ am 11. Oktober. Fortgesetzt wird die Saison mit Konzerten der Bamberger Symphoniker und der Cellistin Sol Gabetta (23. Oktober, 20 Uhr) sowie mit einer Matinee mit der ukrainischen Geigerin Diana Tishchenko (25. Oktober 2020, 11 Uhr). Ein kleines Brahms-Festival bieten Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble und -Chor am Allerheiligen-Wochenende: Am 30. und 31. Oktober ist jeweils um 20 Uhr das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms zu hören. Am Samstag, den 31. Oktober 2020 steht noch ein weiteres Konzert auf dem Baden-Badener Programm: Am Nachmittag interpretiert Thomas Hengelbrock mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble die dritte Sinfonie F-Dur von Johannes Brahms. Außerdem erklingen der Konzertwalzer „Seid umschlungen, Millionen“ und Arien von Johann Strauß. Wiederholt wird dieses sinfonische Brahms-Program als Matinee am 1. November um 11 Uhr.
Angesichts der Schutzmaßnahmen während der Coronavirus-Pandemie wird der Saalplan zunächst auf 500 Plätze reduziert. Gleichzeitig, so erklärte das Festspielhaus weiterhin, verändere sich das Programm aufgrund der unterschiedlichen Hygieneauflagen, unter denen die Künstler derzeit proben und reisen. Mitte September will Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa weitere Programme des Herbstes 2020 bekannt geben.

PAMINA kurz notiert

"Bruchsaler Kultursommer" mit klassischer Musik/ noch einige Plätze frei

Mit der Reihe „Kultursommer am Schloss“ bietet die Stadt Bruchsal den Freunden klassischer Musik zwischen dem 4. bis und dem 13. September eine Reihe von rund einstündigen Konzerten auf der Terrasse der Barockresidenz; der aus Bruchsal stammende Bariton Martin Gantner hat das Festival initiiert. Den Anfang macht er selbst: Im Eröffnungskonzert am Freitag, den 4. September (19 Uhr) ist er mit einem Arien-Programm zu hören, tags darauf gastiert das sechsköpfige Solistenensemble „D‘ Accord“ mit Werken von Beethoven, Schubert und Dvorak. Das Ensemble musiziert auch in einer Sonntagsmatinee am 6. September (11.30 Uhr) – dabei jedoch mit instrumental gespielten Mozart-Arien. Das Abendkonzert am 6. September bestreitet die Sopranistin Daniela Köhler, die ebenfalls aus Bruchsal stammt, mit Musik von Wagner, Strauss, Verdi und Puccini. Am 8. September heißt es „Fabelhafte Welt“: Hierbei gibt es Fabeln von Jean de La Fontaine und französische Barockmusik mit Blockflöte und Laute.
Weitere Gäste sind das Ensemble Saxetto Classico (9. September) und der Sänger Marc Marshall (10. September): eine Opern-Gala mit jungen Künstlern präsentiert die Musik- und Kunstschule Bruchsal am 11. September. Am 12. September bestreitet wiederum Martin Gantner einen Liederabend mit „Die Schöne Magelone“ von Johannes Brahms. Die drei „Gala-Tenöre“ um den Bruchsaler Wolfgang Schwaninger beenden das Festival am 13. September mit einem Cross-Over-Programm.
Alle Abend-Konzerte beginnen um 19 Uhr; weitere Informationen (auch zur Anmeldung bzw. zur Verfügbarkeit der Plätze) gibt es über die Websiten des Bruchsaler Schlosses, der Stadt Bruchsal und der VHS Bruchsal. Bei Regen fallen die Veranstaltungen ersatzlos aus.

PAMINA kurz notiert

Festspielhaus Baden-Baden: Saisonstart mit Maß und Mitte

Der Saisonstart war eigentlich für den 20. September geplant, und er wäre mit Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra – vorgesehen war eine konzertante Fassung der Bartok-Oper „Herzog Blaubarts Burg“ - vermutlich ebenso originell wie glanzvoll über die Bühne gegangen. Doch die weltweite Corona-Lage und die Probensituation größerer Klangkörper ist nach wie vor schwierig; Großveranstaltungen sind in Baden-Württemberg bis Ende Oktober abgesagt. Deshalb plant man im Festspielhaus Baden-Baden sozusagen „in Tranchen“, das Programm der ersten Tranche (vom 8. Oktober bis Allerheiligen) wurde gestern bekannt gegeben. Hierbei geht man – im Vergleich zu anderen Spielstätten – ausgesprochen besonnen vor. „Maß und Mitte“, aber dennoch „Miteinander“ heißt die Devise, alles andere sei ein „Hasardeur-Ritt“, sagt Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa. 500 Besucher (anstatt der sonstigen 2500) sind dabei zugelassen, der neue Saalplan ist im Schachbrett-Muster angeordnet.
Zu Gast sind Künstler, die dem Haus seit langem die Treue halten: John Neumeier – er gastiert vom 8. bis zum 11. Oktober mit seinem Hamburg Ballett mit vier Aufführungen in Baden-Baden - schuf mit „Ghost Light“ ein Werk, das die Thematik der Corona-Pandemie einfängt. Das „Geisterlicht“ ist ein Tradition amerikanischer Theater; nach Aufführungsende wird die Bühne von einer einzigen Glühbirne beleuchtet, das Licht brennt die ganze Nacht hindurch: ein sprichwörtliches Licht der Hoffnung also in Zeiten zumeist geisterhafter Leere auf den Bühnen.
Thomas Hengelbrock kommt am Allerheiligen-Wochenende sogar mit dem vorgesehenen „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms an die Oos – gleich zweimal, am 30. und 31. Oktober, ist das Werk zu hören. Die Verszeile „Tod, wo ist dein Stachel?“ steht dabei ebenso symbolhaft für einen Hoffnungsschimmer – zumal der Chorgesang derzeit als am risikoreichsten angesehen wird. Doch Hengelbrock arbeitet, angelehnt an das Konzept der Bundesliga, mit einem umfassenden Hygiene-Konzept, das auch eine Testreihe einschließt. Mit seinem Baltasar-Neumann-Chor gastierte er bereits in Aix-en-Provence.
Am 31. Oktober (16 Uhr) und am 1. November (11 Uhr) ist ein sinfonisches Programm mit der Sinfonie Nr. 3 von Johannes Brahms zu hören, daneben mit dem Konzertwalzer „Seid umschlungen“ und Arien von Johann Strauß.
Dazwischen, am 23. und am 25. Oktober, gastieren Sol Gabetta und die Bamberger Symphoniker sowie die Geigerin Diana Tishchenko in Baden-Baden.
Der Kartenvorverkauf startet am 26. August; hierbei gibt es allerdings mehrere Stufen: Vorher werden die Karteninhaber kontaktiert, außerdem gibt es Wartelisten. Für diejenigen, die für John Neumeier keine Karten mehr erhalten, bleibt zumindest eine geplante Internet- und anschließende Fernseh-Übertragung durch den Sender ARTE.

PAMINA kurz notiert

Ettlinger Online Finale: Preisträger aus Österreich und Deutschland

Am Wochenende ging das Online-Finale des Ettlinger Klavierwettbewerbs unter dem Jury-Vorsitz von Wolfgang Manz über die Bühne; die Hauptpreisträgerin aus der Kategorie bis 15 Jahre stammt aus Deutschland: Maria Eydman, die auch den EMCY-Preis erhielt, gewann vor Haerim Park (Südkorea) und Hanhyuan Zhu (China). Weitere Preise gingen an junge Teilnehmer aus Rumänien, Großbritannien und Japan.
In der Kategorie bis 20 Jahre siegte der 18jährige Kiron Atom Tellian aus Österreich, der auch einen der beiden Haydn-Preise erhielt. Zudem wurden junge Pianisten aus Italien, Deutschland, Russland und China ausgezeichnet.
288 junge Pianisten aus 33 Nationen hatten sich zunächst angemeldet; die Corona-Pandemie machte es jedoch unmöglich, den Internationalen Klavierwettbewerb wie geplant vom 8. bis zum 16. August durchzuführen. Dennoch aber hielt man an der Idee des fest, um vor allem den jungen Musikern während des weltweiten Lockdowns eine Perspektive zu geben. Nach einer Vorauswahl anhand von Tonaufnahmen wurden schließlich 112 Kandidaten zugelassen; die 20 Bestplatzierten jeder Kategorie wurden eingeladen, zum Online Finale 2020 eine Videoaufnahme einzusenden.
Anstelle des Preisträgerkonzerts ist am Sonntag, den 16. August um 20 Uhr ein Film im Rahmen des Ettlinger Open-Air-Kinos der „Kulisse“ zu sehen; nach einem Grußwort und einer Talkrunde werden einige Wettbewerbsbeiträge gezeigt, die ab 20.30 Uhr auch online abrufbar sind.