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Festspielhaus Baden-Baden: Vier Millionen an Strukturhilfe vom Land

(red.) Die Corona-Krise hatte das Festspielhaus Baden-Baden in existenzielle Schwierigkeiten gebracht – doch nun scheint das Schlimmste erst einmal überstanden: Das Land Baden-Württemberg gewährt eine Strukturhilfe von vier Millionen Euro. Das sei „eine von mehreren Garantien“, welche die private Kulturinstitution in der Corona-Krise retten, heißt es in einer Mitteilung des Festspielhauses. Die Nachricht aus Stuttgart „setzt quasi den den Halt bringenden Schlussstein in eine beispiellose Rettungs-Architektur, dem ein breiter Schulterschluss bei Musikfans, der Stadt Baden-Baden, dem Land Baden-Württemberg, Politikern und Künstlern vorausging“, wird Intendant Benedikt Stampa zitiert.
Auch Freunde, Förderer und Stifter spendeten in diesem Jahr - trotz des eingeschränkten Programms - bereits mehr als die nun vom Kunstministerium bewilligte Hilfe. Darüber hinaus überließen die Besucher der ausgefallenen Oster-, Pfingst- und Sommerfestspiele dem Haus bis jetzt bereits rund 350 000 Euro an Eintrittsgeldern.
Im Mai hatten zudem die beiden Landtagsabgeordneten Tobias Wald und Alexander Becker (beide CDU) auf die Situation gemeinnütziger Einrichtungen, insbesondere des Festspielhauses, in einem Brandbrief an das Kunstministerium hingewiesen. Staatsekretärin Petra Olschowski erklärte jetzt in einer Pressemitteilung, mit der Unterstützung des Festspielhauses Baden-Baden aus dem Corona-Nothilfefonds setze man „ein deutliches kulturpolitisches Zeichen“ zugunsten des Erhalts und der "Sonderstellung des Hauses als größtes Konzert- und Opernhaus in Europa am Standort Baden-Baden“. Zugleich sei die Hilfe des Landes ein Signal an die privaten Stifter und eine Anerkennung des privaten Engagements in der Vergangenheit. Das Land werde „die weitere Entwicklung eng begleiten“ und bei anhaltenden Einnahmeausfällen prüfen, „ob eine weitere Rate von bis zu zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden kann“. Außerdem ist in dem Schreiben von einer „möglichen Unterstützung durch den Bund“ die Rede.
Dabei, so erklärte Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen, stelle es sich nun „als glücklichen Umstand heraus, dass die Stadt das Festspielhaus am 1. Juli erwarb. Nur so war, wie sich inzwischen erwies, die Förderung möglich.“ Denn die Stadt Baden-Baden, so heißt es in der Mitteilung des Kunstministeriums, werde mit den Mitteln aus dem Nothilfefonds bei den Gebäudekosten finanziell entlastet. Das wiederum soll der Stadt ermöglichen, das Festspielhaus beim Spiel- und Vorstellungsbetrieb finanziell zu unterstützen.
Ernst-Moritz Lipp, der Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung Festspielhaus, sieht die öffentliche Strukturhilfe indes in einem größeren Zusammenhang: „Mit dem Festspielhaus erhielt das Land Baden-Württemberg einen kulturellen Leuchtturm mit weltweiter Strahlkraft. Durch den Betrieb wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten über eine Milliarde Euro an Kaufkraftzufluss für Baden-Baden und die Region erzielt. Unsere privaten Förderer brachten seit der Gründung rund 60 Millionen Euro für das Programm auf.“
Die Planung eines neuen Programms kann nun zumindest – wenn auch in kleineren Schritten - wieder in Angriff genommen werden: „Jetzt können wir in Form unseres kleinen Kammermusik-Festivals „En suite“ kurz durchatmen, um dann das neue Herbstprogramm unter den geltenden Sicherheits-Auflagen zu realisieren und Mitte August zu veröffentlichen“, so Benedikt Stampa. Außerdem hält Stampa eine grundsätzliche Diskussion über den „Wert der Kultur nach Corona“ für notwendig: „Wir müssen uns wieder stärker mit immateriellen Werten beschäftigen. Daher sehe ich es als unsere Aufgabe an, die Festspiele Baden-Baden programmatisch weiter zu schärfen, noch bekannter zu machen und mit allen Bürgerinnen und Bürgern in die Zukunft zu führen.“