Von Nymphen, Päpsten und Festmählern

Mittwoch-Reihe in der Durlacher Orgelfabrik: Musik und Texte zur Liebesgöttin "Venus"

 

170919 Orgelfarbrik

Botticellis „Geburt der Venus“ - ein Meisterwerk der Renaissance. Als Liebesgöttin ist Venus naturgemäß der Inbegriff der Sinnlichkeit, was wiederum zahlreiche Künstler (auch späterer Jahrhunderte) inspirierte. Ein weit verzweigter, reicher Fundus ergibt sich hier schon allein aus der Musik: Richard Wagners „Tannhäuser“ etwa, daneben barocke Werke wie Henry Purcells „Dido und Aeneas“. Denn Aeneas, Stammvater der Römer, stammt seinerseits wiederum von Venus ab. Und wer an Italien denkt und zugleich an Sinnlichkeit, der wird unweigerlich wiederum zurück in die Kunst der Renaissance geführt.
Das Ensemble des Theaters in der Orgelfabrik nimmt derzeit unter dem Motto „Tränen des Weltalls“ auf eine ungewöhnliche Art die musikalischen und literarischen Epochen in den Blick. Jeder Abend bezieht sich auf den Namen eines Himmelskörpers; am morgigen Mittwoch (20 Uhr) geht es mit der Musik der Klassik wieder zurück zur Erde.

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Lichte Sommerfarben an der Orgel

Abschluss des Orgelsommers in Karlsruhe: Thomas Kientz aus Straßburg begeistert mit impressionistischem Klangzauber

 

Kientz Thomas

Den Impressionismus an der Steinmeyer-Orgel entdecken – das war das anspruchsvolle Anliegen des jungen Straßburger Organisten Thomas Kientz, der jetzt das Schlusskonzert des Orgelsommers in der Stadtkirche in Karlsruhe bestritt. Der 26jährige studierte unter anderem in Paris bei Thierry Escaich und Olivier Latry (beide gastierten ebenfalls schon in Karlsruhe), und inzwischen leistet er seinen Dienst an der Straßburger Kirche „St-Pierre-le-Jeune protestant“, der Wilhelmer Kirche und dem Straßburger Münster.

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Farbprächtige Klangeffekte

Aus Bratislava zum Karlsruher Orgelsommer: Jan Vladimir Michalko spielte in der Stadtkirche Karlsruhe

 

JV Michalko

Aus der Slowakei kam diesmal der Gast des Internationalen Orgelsommers: Jan Vladimir Michalko stammt aus Bratislava, er lehrt dort als Orgelprofessor, und er setzt sich in vielfältiger Weise für die Orgelpflege ein: Nicht nur als rühriger Interpret – beispielsweise war er zu Bachs 300. Geburtstag im Leipziger Gewandhaus zu Gast – sondern auch als Leiter eines Festivals für historische Orgeln. An den beiden Instrumenten der Evangelischen Stadtkirche begeisterte er vor allem durch seinen souveränen Umgang mit der Registrierung und der entsprechenden Farbigkeit und Dramatik seiner dargebotenen Werke.

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Große Architektur und Vogelgezwitscher

Zweites Konzert des Karlsruher Orgelsommers mit Christian-Markus Raiser

 

CM Raiser Orgel

Eines der fünf Konzerte im Rahmen des Internationalen Orgelsommers gehört traditionell dem Gastgeber – Christian-Markus Raiser, dem Kantor der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe. Und in seinem Programm, das er zusätzlich ergänzt hatte durch eine Eigenkomposition, ließ er eigentlich nichts aus, was an Klangfarben, Stilrichtungen und Stimmungen möglich ist auf den beiden Orgeln. Barocker Glanz, atmosphärische Naturgeräusche oder auch die buchstäbliche Naturgewalt in der Musik eines Franz Liszt: All das gab es jetzt beim zweiten Abend der Konzertreihe.

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Glockenklänge - lieblich, brausend, düster

Valery Gergiev und das Mariinsky Ensemble mit Rachmaninow in Baden-Baden/ Pianist Behzod Abduraimov brillierte

 

170721 Rachmaninow BAD

Wenn alljährlich im Sommer Valery Gergiev mit den Sängern und dem Orchester des St. Petersburger Mariinsky-Theaters in Baden-Baden zu Gast ist, dann darf man sich meist auf einige Raritäten freuen. Jetzt gab es einen reinen Rachmanow-Abend – mit der Kantate „Die Glocken“, einem sinnlichen Hörgemälde nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe, das hierzulande kaum gespielt wird.
Zuvor das Klavier-Konzert Nr. 3 d-moll: Der 26jährige usbekische Pianist Behzod Abduraimov begeisterte hier mit seinen lyrischen Qualitäten.

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Dem Erbe Bruckners verpflichtet

Der Österreicher Klaus Sonnleitner eröffnet den Internationalen Orgelsommer an der Stadtkirche Karlsruhe.

 

170716 Orgel Sonnleitner

Im Stift St. Florian bei Linz gibt es eine traditionsreiche Orgel: die so genannte Bruckner-Orgel. Hier musizierte der große Sinfoniker; die Orgel selbst zählt zu den größten und prächtigsten im gesamten süddeutsch-österreichischen Raum.
Klaus Sonnleitner, Stiftsorganist und zugleich Priester, hat seinen Arbeitsplatz sozusagen über dem Grab von Anton Bruckner - ein gewichtiges Erbe. Der sympathische Musiker eröffnete jetzt den Orgelsommer an der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe.

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Salsa zum Sonnenuntergang

Musikhochschule Karlsruhe lud zur "Sunset Serenade" auf die neue Konzertwiese

 

170717 Sunset

"So habe ich mir das vorgestellt - ein laues Lüftchen, nicht zu heiß, und dazu lauter vergnügte Menschen“. Hartmut Höll, Rektor der Musikhochschule Karlsruhe, konnte aufatmen: Pünktlich zur Einweihung der Konzertwiese auf dem Campus-Gelände wurde aus dem Regenwetter der vergangenen Tage dann doch noch ein warmer Sommerabend. Und bei Rotwein und Picknick (es herrschte eine legere Atmosphäre) zeigte die Hochschule eine musikalische Facette, die hier sonst meist ein wenig zu kurz kommt: Latin, Jazz und Bigband-Klassiker gab es bei der vergnüglichen „Sunset-Serenade“ zum Semesterausklang.

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In himmlischen Sphären

Abschluss der Grötzinger Musiktage: "Engelsgesänge" mit dem Kammerchor Cantus Solis

 

170716 Groetzingen

Mit dem Konzert-Titel „Gesang der Engel“ versprach das Abschlusskonzert der Grötzinger Musiktage 2017 quasi himmlische Klänge – und das war durchaus nicht vermessen. Hauptakteur des Abends war der Kammerchor Cantus Solis Karlsruhe unter der Dirigentin Anja Daecke-Mumm.

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Die Gnade - eine schwere Bürde

Feinsinnig: Patrick Kinmonth inszeniert "La Clemenza di Tito" in Karlsruhe/ auch musikalisch begeisternd

 

170708 Clemenza Tito

Eine "deutsche Schweinerei“ soll die Gattin des Kaisers Leopold II. empört ausgerufen haben. Historisch ist das nicht belegt, aber sicher ist: Die Uraufführung der Oper „La Clemenza di Tito“, die Mozart 1791 komponierte – und zwar zu Leopolds Krönung zum böhmischen König – war kein Erfolg. Dieser stellte sich erst später ein, dann verschwand das Werk wieder von den Bühnen. Erst seit ein paar Jahrzehnten erkennt man das Meisterhafte darin; in letzter Zeit wird die Oper häufiger gespielt. So kam es, dass man sie innerhalb weniger Tage gleich zweimal in der Region erleben konnte: Nach der konzertanten Aufführung in Baden-Baden nun auch am Staatstheater in Karlsruhe. Und Regisseur Patrick Kinmonth kam zum Glück nicht auf die Idee, den Anschlag auf das Kapitol etwa als Terror-Akt unserer Tage zu inszenieren.

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Die Milde als höhere Macht

Baden-Baden Gala: "La Clemenza di Tito" mit Rolando Villazón und Joyce DiDonato

 

170706 BadenGala

Mozart war unter Zeitdruck. Die Zauberflöte hatte er in Arbeit, fast fertig gestellt bis auf wenige Nummern – da kam der Auftrag des Prager Theaters respektive der böhmischen Stände dazwischen: eine Oper anlässlich der Krönung des Kaisers Leopold II. zum böhmischen König.
Heraus kam eine Musik, die nichts von dieser Eile spüren lässt. Mozarts lange unterschätzte Oper über die Milde des Titus ist der Stoff der diesjährigen Gala im Baden-Badener Festspielhaus. Es ist bereits das fünfte Mozart-Projekt mit Rolando Villazón und dem Dirigenten Yannick Nézet-Seguin an der Oos – und ein hörenswertes dazu. Am morgigen Sonntag (17 Uhr) kann man die konzertante Aufführung nochmals erleben.

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