Kunstvoller Renaissance-Gesang

Das Athos Ensemble mit der "Missa L'homme armé" von Johannes Ockeghem in der Stadtkirche Durlach

 

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Das gotische Münster in Bad Doberan hinterließ bei Christian Dahm, dem Bassisten des Athos Ensembles, einen nachhaltigen Eindruck. Hier würde er gerne einmal wirklich alte Musik singen; in dieser räumlichen Umgebung passe es, denn viele andere Kirchen aus jener Zeit seien irgendwann barockisiert worden.
Ähnlich verhält es sich auch mit der Musik: In den meisten Chören singt man heutzutage zwar Palestrina oder Heinrich Schütz – Werke also, die im 16. oder frühen 17. Jahrhundert entstanden sind. Doch weiter reicht die Aufführungspraxis in der Regel nicht zurück, da muss man sich schon bei den Spezialisten umhören.
Ein großer Meister, der das Jahrhundert davor prägte und mit seiner Satztechnik die nachfolgenden Generationen beeinflusste, war der franko-flämische Komponist Johannes Ockeghem (um 1420 bis 1497). Von ihm war jetzt in der Stadtkirche Durlach ein selten aufgeführtes Werk, nämlich die „Missa L‘homme armé“ zu hören.

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Düstere Prophetie

Sebastian Küchler-Blessing spielte beim Orgelsommer Liszts Fantasie und Fuge über "Ad nos, ad salutarem undam"

 

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Was für eine gewaltige Musik, und das gleich zweimal innerhalb eines kurzen Zeitabstands: Die etwa 40minütige „Propheten“-Fantasie von Franz Liszt (wobei die heutigen Aufführungszeiten von der Uraufführung stark abweichen) war das Hauptwerk beim Konzert des Essener Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing in Karlsruhe. Der 33jährige, der außerdem an der Hochschule in Düsseldorf unterrichtet und dessen künstlerische Wurzeln unter anderem in der Fächerstadt liegen (er war Schüler von Sontraud Speidel), widmete sich außerdem jener „Königsdisziplin“, die für Organisten charakteristisch ist: nämlich der Kunst des Improvisierens.

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Lichtstimmungen in Bild und Klang

Sommerkonzertreihe "En suite" in Baden-Baden: Anna Zassimova und die Kunst des russischen "Fin de Siècle"

 

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Es gehört seit Jahren zum Markenzeichen der Pianistin und Kunstwissenschaftlerin Anna Zassimova, die russische Musik aus der spannenden Zeit der Jahrhundertwende bis hin zur Oktoberrevolution mit der Sprache der Bilder zu verbinden: mit der Landschaftsmalerei eines Isaak Lewitan oder der Symbolismusnähe eines Mstislaw Dobuschinski.
90 Minuten dauerte ihr Vortrag in der Orangerie des Parkhotel „Brenner‘s“ in Baden-Baden. Er war Teil der Kammermusik-Reihe „En suite“, die das Festspielhaus kurzfristig in der Zusammenarbeit mit einigen Hotels und dem Museum Frieder Burda initiiert hatte.
Anna Zassimova, die ebenso an der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtet, ließ die Zuhörer teilhaben an einer russischen Kultur, die im Westen nahezu unbekannt ist. Sie suchte nach Stimmungen, die sich in Musik und Kunst gleichermaßen widerspiegeln.
Dennoch bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Man hatte das Gefühl: Aus diesem Thema hätte man mehr herausholen können.

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Im Geiste Mozarts

Das Trio Mikado spielte im Innenhof des Max-Reger-Instituts

 

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Die „Serenade“ - eine im 17. und 18. Jahrhundert beliebte Form der heiteren Abendmusik im Freien – sie lebt derzeit überall wieder auf, so auch beim Max-Reger-Institut. In dessen Innenhof war jetzt das Trio Mikado (mit Petar Hristov, Oboe, Yuria Otaki, Klarinette und Leonardo Calligaris, Fagott) zu Gast und bot eine vergnügliche Konzertstunde. Auch Max Reger zeigte sich dabei von einer (für seine Verhältnisse) leichten Seite.

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Betörendes aus drei Epochen

Karlsruher Barockorchester lud zu "Love affairs" in die Christuskirche Karlsruhe

 

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"Wie vernachlässigte Liebhaber“, so war im Programmheft zu lesen, kamen sich die Musiker des Karlsruher Barockorchesters während des Corona-Lockdowns vor. Entsprechend sinnig war auch am vergangenen Wochenende die Konzertnacht in der Christuskirche Karlsruhe mit „Love affairs“ überschrieben - zumal es dem Adressaten, nämlich dem Publikum, ebenso ergangen sein dürfte.
Diese dreigeteilte Konzertnacht zeigte die große Bandbreite des Orchesters, das stets einen historisch informierten Stil pflegt, ganz gleich, ob es sich dabei um Musik von Henry Purcell oder Joseph Haydn handelt. Das reichhaltige Programm war auch der Tatsache zu verdanken, dass das Konzert durch das Kunstministerium unterstützt wurde: Denn es ging darum, mit möglichst wenig Aufwand so viele Musiker wie möglich auf die Bühne zu bringen. Ein Programm voller spannender Entdeckungen.

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Brillanz und Klangfarbenzauber

Olivier Latry aus Paris gastierte beim Orgelsommer in Karlsruhe

 

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Der französische Organist Olivier Latry, unter anderem Titularorganist an der Kathedrale Notre-Dame in Paris und zugleich am dortigen „Conservatoire National Supérieure“ tätig, ist in Karlsruhe kein Unbekannter.
Ausgesprochen gut besucht war jetzt sein Konzert in der Evangelischen Stadtkirche, und einmal mehr dürften die Hörer über die Klangfarben gestaunt haben, die an den beiden Orgeln möglich sind. Das Programm hatte – naturgemäß – einen französischen Schwerpunkt, was vor allem die französisch-barocke Rémy-Mahler-Orgel ins Blickfeld rückte.

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Musikalische Bergtour mit Alphorn und Akkordeon

Das Picknick-Konzert im Kunsthaus Durlach führte diesmal in die Schweiz

 

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Dass sich Leichtigkeit und Anspruch keineswegs ausschließen müssen; dass der schmale Grat zwischen Avantgarde-Musik, Unterhaltung und seriöser Klassik vielmehr ein faszinierender Ort sein kann – das zeigen derzeit die Picknick-Konzerte im Kunsthaus Durlach mit ihren musikalischen Reisen. Die bildreichen Conferencen des Hausherrn Johannes Hustedt tun dabei ein Übriges, um den jeweiligen „Sehnsuchtsort“ darzustellen. Diesmal war, unter anderem bei schlichten Naturtonreihen, ein Ausflug in die Schweizer Alpen angesagt.

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Vom Orchester zur Vielfalt der Kammermusik

Kammerphilharmonie Karlsruhe gab Konzerte "im Taschenformat"

 

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Aus einer kurzfristigen Konzertanfrage in Waldshut entstand eine Idee: Weil das dort vorgesehene Sinfonieorchester - so erzählt Bernd Wiedamann in seiner Moderation - aus bekannten Gründen nicht spielen konnte, sprang eine Abordnung der Karlsruher Kammerphilharmonie ein und rettete ganz offensichtlich den Anlass mit Mozarts g-moll-Klavierquartett. Das wiederum brachte das Ensemble zurück zu seinen Wurzeln. Denn die Kammerphilharmonie hat – wie der Name bereits sagt - ihren Ursprung in der Kammermusik, und in einer Zeit, in der nur kleinere Formate möglich sind, lag es somit nahe, einen ganzen Abend mit verschiedensten Besetzungen zu bestreiten. „En miniature – im Taschenformat“ lautete also der Titel zu vier Konzerten mit neun Ensembles in der Christuskirche Karlsruhe; zwei davon sollen hier näher betrachtet werden.

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Barockes aus romantischer Sicht

Internationaler Orgelsommer: Christoph Schoener bestritt das zweite Konzert in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe

 

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Wenn ein Organist aus Hamburg – zudem bis vor kurzem Kirchenmusikdirektor an der dortigen Hauptkirche St. Michaelis – ein Orgelkonzert gibt, dann erwartet man beinahe selbstverständlich, dass er mindestens einen Brahms im Gepäck hat.
Tatsächlich spielte Brahms die Hauptrolle im zweiten Konzert des Orgelsommers an der Karlsruher Stadtkirche. Doch Christoph Schoener, ursprünglich aus Heidelberg stammend und 2016 mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet, musizierte keine Originalliteratur, sondern die Händel-Variationen – ein Werk für Klavier. Die kanadische Organistin und Komponistin Rachel Laurin hat diesen Zyklus für Orgel eingerichtet. Dazu gab es Bach, und dies wiederum durch die Augen von Max Reger.

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Prachtvoller Auftakt mit Flöten und Schalmeien

Alessandro Bianchi eröffnete den Internationalen Orgelsommer in Karlsruhe

 

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Es ist schon eine bemerkenswerte Leistung, in diesen Zeiten eine Konzertreihe mit Künstlern aus dem Ausland zu organisieren. Doch KMD Christian-Markus Raiser, Kantor der Evangelischen Stadtkirche und selbst als Organist immer wieder im Ausland unterwegs, hat sich als künstlerischer Leiter des Karlsruher Orgelsommers im Laufe der Jahre offenbar ein gutes Netzwerk geschaffen: Denn kurzfristig rettete Alessandro Bianchi aus Como das Eröffnungskonzert; der New Yorker Organist Nathan Laube konnte aufgrund der aktuellen Quarantänebestimmungen seine Reise nicht antreten.
Dankbar wurde das Konzert angenommen: Schon der Termin um 18 Uhr war an diesem heißen Sommertag gut besucht; das Publikum hörte Ungewöhnliches.

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