Bildhaft in Szene gesetzt

Gelungene Aufführung in der Christuskirche Karlsruhe: Monteverdis „Marienvesper“ mit der Lautten Compagney Berlin

 

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Die „Vespro della beata vergine“, erschienen im Jahr 1610, gehört zu den großartigsten Werken frühbarocker Musik; hier verbindet Claudio Monteverdi kunstvoll die Tradition der Vokalpolyphonie mit einem neuen konzertierenden Stil. Dieser sollte den leidenschaftlichen Ausdruck in den Vordergrund rücken – so, wie Monteverdi dies bereits in seiner wenige Jahre zuvor entstandenen Oper „L‘ Orfeo“ praktiziert hatte. Die Musik hatte sich dem Wort unterzuordnen, nicht umgekehrt.

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Höfischer Glanz und Hirtenmusik

Adventliches Konzert mit dem Barock-Ensemble „Der musikalische Garten“ bei den Bruchsaler Schlosskonzerten

 

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Konzertveranstalter stehen derzeit vor einer ähnlichen Situation wie im letzten Jahr. Zwar sind die Kultureinrichtungen nicht geschlossen, doch die epidemische Lage und das begrenzt zulässige Platzangebot stellen die Verantwortlichen erneut vor große (wirtschaftliche) Schwierigkeiten. Vieles wird abgesagt, manche Veranstalter jedoch begegnen der Situation mit einer Art „Jetzt-erst-recht“-Haltung – und müssen dabei feststellen, dass oft noch nicht einmal das Angebot von 50 Prozent voll ausgeschöpft wird, weil die Menschen entweder verunsichert oder angesichts der neuen 2GPlus-Regel schlicht genervt sind.
Doch immerhin: Wer in diesen Tagen trotz Mehrfach-Impfung auch noch das Anstehen vor dem Test-Center auf sich nimmt, der wünscht sich den Konzertbesuch umso mehr. Rund sechzig der etwa 200 verfügbaren Plätze waren beim jüngsten Bruchsaler Schlosskonzert besetzt: „Wir sind froh, dass wir vor Ihnen spielen können!“, erklärte sichtlich erleichtert Daniela Neidhammer, Cembalistin des Ensembles „Der Musikalische Garten“.
(Hinweis: Das Konzert wurde aufgezeichnet und ist an Heiligabend ab 12.30 Uhr im SWR2 Mittagskonzert zu hören.)

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Der Opernchor setzt sich in Szene

Halbszenisches Konzert "Viva la diva - Steuermann, lass die Wacht" am Staatstheater Karlsruhe

 

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„Die Geschichte des Karlsruher Opernchores ist eine noch zu schreibende“, ließ Chordirektor Ulrich Wagner wissen; bereits der Markgraf und Stadtgründer Karl Wilhelm hatte professionelle Sängerinnen und Tänzerinnen an seinem Hoftheater engagiert.
Beim Konzert „Viva la diva – Steuermann, lass die Wacht“ verband Ulrich Wagner die Chöre aus drei Jahrhunderten mit seinen gewohnt eloquenten und charmanten Conferencen: Allein diese Moderationen trugen bereits wesentlich zum Gelingen des Abends bei, denn aus einen sehr kleinteiligen Konzept ein harmonisches Programm zu formen, ist nicht einfach.
Mit dem halbszenischen Abend – eine Fortsetzung des Programms „Auf den Flügeln des Gesangs“ und diesmal unterteilt nach Frauen- und Männerchören – hat man am Staatstheater unter der Regie von Andrea Raabe ein spezielles Format geschaffen: Denn sämtliche „coronatauglichen“ Opern- und Operettenaufführungen ließen in letzter Zeit keinen Raum für große Chortableaus.
(Nächste Aufführung: Samstag, 27. November, 15 Uhr).

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Große Glaubensfragen, meisterhaft zum Ausdruck gebracht

Konzert zum 25jährigen Jubiläum: CoroPiccolo mit Werken von Johann Sebastian Bach in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe

 

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Seit 25 Jahren sorgt der Kammerchor „CoroPiccolo“ dafür, dass an der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe nicht nur die großen Oratorien, sondern beispielsweise auch das anspruchsvolle Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach auf hohem Niveau aufgeführt wird. Unter seinem Gründer Christian-Markus Raiser, dem Kantor der Stadtkirche, ist der CoroPiccolo zu einem Ensemble mit bester Stimmkultur gewachsen, der zu äußerst differenzierten musikalischen Deutungen fähig ist. Konzertreisen ins Ausland ergänzen dieses Engagement.
Nun, zum Jubiläumskonzert (und zugleich zum Ewigkeitssonntag), bot der Chor „Tröstliches von Bach“ - darunter die umfangreiche, wirkungsvolle Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“, die das menschliche Leiden und seine freudenreiche Überwindung ins Zentrum rückt. 

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Mit Chorliedern durch das Jahr

Beim Konzert "Night and Day" begeistern Cantus Juvenum und der Kammerchor des Karlsruher Helmholtz-Gymnasiums

 

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Es ist eine schöne Idee, kurz vor dem Ewigkeitssonntag ein Konzert rund um die Themen „Lebenszyklen“ und „Vergänglichkeit“ zu gestalten – dies aber bereits mit dem Blick auf das Kommen Jesu und auf den nahen Advent. Dass es rund einen solchen Zyklus auch noch ansprechendes Repertoire aus allen Ländern gibt, das bewiesen jetzt der Konzertchor Mädchen aus der Singschule „Cantus Juvenum“ und dazu der Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums, der an der Christuskirche zu Gast war. Die jungen, gut ausgebildeten Stimmen begeisterten durchweg.

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Carl Reinecke, ein vergessener Komponist des 19. Jahrhunderts

Vortrag und Konzert mit selten gespielten Werken an der Musikhochschule Karlsruhe

 

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Der Komponist und Gewandhausdirigent Carl Reinecke ist im Konzertleben kaum präsent, dabei hinterlässt er in der Musik des 19. Jahrhunderts immer wieder seine Spuren. Denn zu seinen Schülern – er unterrichtete Klavier und Komposition am Leipziger Konservatorium – zählte immerhin Edvard Grieg, auch der Organist Sigfrid Karg-Elert gehört dazu.
Die Musikhochschule Karlsruhe widmete Reinecke vor kurzem einen Konzertabend; begleitet wurden die Darbietungen von einem Kurz-Vortrag mit dem Titel „Ein universaler Musiker des 19. Jahrhunderts“. 

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Der Mensch soll getröstet werden

Musik von Brahms an der Christuskirche Karlsruhe: Oratorienchor und Kammerchor erinnerten unter anderem an die Uraufführung des "Schicksalsliedes" vor 150 Jahren

 

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Das „Deutsche Requiem“ und das „Schicksalslied“ op. 54 von Johannes Brahms - das sind Werke, die hin und wieder gemeinsam im Konzert erklingen, auch wenn ersteres eine ungleich größere Popularität genießt.
In Karlsruhe haben diese Werke nochmals eine andere Bedeutung: Denn vor 150 Jahren – am 18. Oktober 1871 – dirigierte Brahms hier die Uraufführung des „Schicksalsliedes“; in der badischen Residenzstadt (und in Baden-Baden) entstanden auch Teile des Requiems.
Generell spielt die Region eine gewichtige Rolle im Schaffen des Komponisten. Denn am hiesigen Hoftheater wirkte sein Freund Hermann Levi, und in Baden-Baden hatte er eine Residenz im heutigen „Brahms-Haus“, verbrachte diese Zeit somit in unmittelbarer Nähe zu Clara Schumann, die zwischen 1863 und 1873 ebenfalls dort lebte.
An diese historischen Bezüge erinnerte nun eine mitreißende Aufführung beider Werke in der Karlsruher Christuskirche. 

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Nur im ersten Teil überzeugend

Zum Klavierabend mit Ragna Schirmer im Konzerthaus Karlsruhe

Die Pianistin Ragna Schirmer ist bekannt dafür, ihre Konzert-Programme meist mit einer verbindenden Idee zu überschreiben – gerne denkt man hier zum Beispiel an den originellen Ravel-Abend vor einigen Jahren, der in ein Puppenspiel eingebettet war. Dementsprechend hoch war die Erwartung nun bei ihrem Klavierabend im Konzerthaus Karlsruhe.
Die Form der „Fantasie“, oft aus Improvisationen hervorgegangen, ferner Balladen und Miniaturen – das sind musikalische „Erzähltechniken“, die sich zu einem spannenden und wirkungsvollen Programm vereinen lassen; hinzu tritt das „Charakterstück“ als eine Ausdrucksform der Romantik. In diesem Fall war das Robert Schumanns „Carnaval“ op. 9.
Doch gerade der „Carnaval“ hinterließ – wie im übrigen auch zum Teil ihre Moderationen – einen zweifelhaften Eindruck.

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Kriegsgemälde und Seelenbilder

Packende Aufführung in Baden-Baden: Berliner Philharmoniker beenden Gastspiel mit Tschaikowskys "Mazeppa"

 

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Neben „Eugen Onegin“ oder „Pique Dame“ führt Tschaikowskys „Mazeppa“ ein stiefmütterliches Dasein auf deutschen Bühnen; sie gilt als dramaturgisch schwach, leidet unter Zeitsprüngen und Widersprüchlichkeiten. Im Rahmen der europäischen Kulturtage 2006 war sie in Karlsruhe zu sehen – doch die konzertante Fassung kürzlich im Festspielhaus Baden-Baden zeigte überdeutlich, wie mitreißend diese Oper klingen kann, wenn sie so pointiert und effektvoll musiziert wird, wie Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker dies taten.

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Beklemmender Dialog mit Strawinsky

Das Brentano String Quartet bot bei den Bruchsaler Schlosskonzerten ein ungewöhnliches Programm

 

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Auch wenn viele Veranstaltungen derzeit wieder den Anschein des Normalen vermitteln - von einer echten Normalität ist man nach wie vor weit entfernt. Spürbar wird das an manchen Kleinigkeiten: Das Pausen-Catering entfällt vielfach – und damit eine gewisse Geselligkeit. Das Publikum trägt immer noch Maske, und in kleinen Räumen tun das bisweilen sogar die Musiker. Insgesamt werden die Begegnungen so reduziert wie möglich gehalten, doch damit geht viel von jener Atmosphäre verloren, die einen Konzertabend wirklich ausmachen.
Die Bruchsaler Schlosskonzerte, die nun ebenfalls wieder gestartet sind, spiegelten diese Situation beim Gastspiel des Brentano String Quartet in nahezu frappierender Weise: Die Musik hatte etwas durch und durch Beklemmendes, Unwirkliches. Ausgehend von den „Drei Stücken für Streichquartett“ von Igor Strawinsky (an dessen 50. Todestag der Abend erinnerte) bot das Ensemble ein ungewöhnliches Programm: Strawinsky trat hier sozusagen in einen Dialog mit John Cage, Schostakowitsch, Verdi, Gesualdo. 

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