Brasilianische Rhythmen, wetteifernde Bläser

Das Waldstadt Kammerorchester bot unter der Leitung von Norbert Krupp ein hörenswertes Programm in der Lutherkirche

 

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Zu einer guten Programmauswahl gehört Originalität; dazu gehört auch der Sinn für unbekanntes Repertoire, das aber dennoch gewisse Ansprüche erfüllt.
Hier beweist der Dirigent Norbert Krupp eine glückliche Hand: Zwei ausgesprochen kurzweilige zeitgenössische Werke hatte er für das kürzliche Konzert mit dem Waldstadt-Kammerorchester in der Karlsruher Lutherkirche ausgewählt, dazu einen Komponisten, dessen Musik in der Tradition der Wiener Klassik steht, der aber inzwischen weitgehend unbekannt ist: Peter Joseph Lindpaintner (1791-1856), fast vierzig Jahre lang Hofkapellmeister in Stuttgart.
Seine „Sinfonia Concertante“ op. 36 – ein Wetteifern mit virtuosen Bläsern (in diesem Fall mit dem Notos-Quintett) – war eine Entdeckung.

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Ars moriendi - die Kunst des Sterbens

Zur "Stunde der Kirchenmusik" in der Christuskirche Karlsruhe stellten Franz Vitzthum und das Ensemble "Il capriccio" ein ungewöhnliches CD-Programm vor

 

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Der November naht und damit Allerseelen und der Ewigkeitssonntag: Es sind die Tage des Totengedenkens in der christlichen Tradition.
Diesem Thema widmete sich vor kurzem die „Stunde der Kirchenmusik“ in der Karlsruher Christuskirche.
Das barocke Ensemble „Il capriccio“ und der namhafte Countertenor Franz Vitzthum boten hierbei eine interessante Verbindung von Bachs Meisterwerk „Die Kunst der Fuge“ (BWV 1080) mit Arien und Chorälen rund um den Themenkreis Endlichkeit, Hoffnung und Auferstehung. Zu hören ist dies auch auf einer CD, die demnächst – am 4. November - unter dem Titel „Ars moriendi“ beim Label Genuin erscheint.
(Hinweis: Am kommenden Sonntag, den 30. Oktober, ist an der Christuskirche Karlsruhe um 18 Uhr Mendelssohns „Lobgesang“ zu hören).

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Mit musikalischem Feingespür

Zur Konzertstunde des Piano Podiums mit Werken von Felix und Fanny Mendelssohn im Musentempel

 

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Es ist immer wieder eine große Freude zu hören, mit welcher Musikalität sich bereits junge Pianistinnen und Pianisten einem anspruchsvollen Repertoire widmen können – wie vor kurzem im Musentempel bei einem Abend des Piano Podiums mit Musik der Geschwister Felix und Fanny Mendelssohn (Hensel). Die Klavierschüler kamen aus den Klassen von Sontraud Speidel, Megumi Sano und Swen Fischer.
(Hinweis: Am 27. November lädt das Piano Podium zum Konzert mit jungen Solistinnen und Solisten in den Velte-Saal der Musikhochschule Karlsruhe; Beginn ist 17 Uhr).

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Großartige Zusammenarbeit zwischen Solist und Orchester

0 DUMMYBILD CD COVERZum Konzert mit Rudolf Buchbinder und der Badischen Staatskapelle  

Zu Gast in Karlsruhe beim jüngsten Sinfoniekonzert der Badischen Staatskapelle war der Pianist Rudolf Buchbinder: Die Beethoven-Einspielungen des großen österreichischen Musikers besitzen Referenz-Charakter, doch ähnliches lässt sich auch über seine Brahms-Interpretationen sagen. Unzählige Male hat er sich den Klavierkonzerten gewidmet – mit verschiedensten Orchestern. Das war in der Zusammenarbeit mit der Staatskapelle – die unter der Leitung von Jac van Steen außerdem die Haydn-Variationen und Hindemiths „Mathis der Maler“ spielte – sehr deutlich zu spüren.
(Hinweis: Rudolf Buchbinder ist auch im Rahmen der Karlsruher Meisterkonzerte am 19. November im Konzerthaus Karlsruhe mit dem a-moll-Konzert von Edvard Grieg zu hören).
Foto: Staatstheater Karlsruhe

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Die Linie im Mittelpunkt

Zum kürzlichen Festival für Wolfgang Rihm an der Musikhochschule Karlsruhe

 

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In der vergangenen Woche ging an der Musikhochschule Karlsruhe eine kleine Veranstaltungsreihe zu Ende, die den Komponisten Wolfgang Rihm anlässlich seines 70. Geburtstages im Frühjahr nun nochmals ins Blickfeld rückte – unter anderem mit Konzerten und einer Lesung der Musikjournalistin und Rihm-Biografin Eleonore Büning („Über die Linie“). Höhepunkt in dieser Reihe war sicher der Liederabend mit dem Tenor Christoph Prégardien. Ein Rückblick.

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Viel versprechende junge Talente

Weingartner Musiktage: Am zweiten Festival-Wochenende waren "Junge Eliten" zu hören

 

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Die Weingartner Musiktage geben Künstlern in ganz verschiedenen Stadien ihrer Laufbahn eine Bühne: Unter ihnen sind Musiker, die zwar noch jung, aber bereits im Konzertleben etabliert sind. Aufhorchen lassen aber immer wieder auch Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“, dazu – künstlerisch schon ausgereifter – junge Studierende, die als Preisträger aus dem Deutschen Musikwettbewerb hervor gegangen sind. An ihnen lassen sich die Entwicklungsstufen gut beobachten; traditionell ist ihnen ein Konzert im Turmzimmer des Weingartner Rathauses gewidmet.

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Nächtliche Stimmungen

Zum kürzlichen Liederabend mit Katrin Müller und Cornelia Gengenbach in der Emmauskirche in Karlsruhe

 

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Wenn die Tage kürzer werden, wenn sich trotz spätsommerlicher Wärme hier und da bereits der Frühnebel über die Landschaft legt und Konturen verschwimmen lässt – dann ist die passende Zeit, sich mit Themen wie „Dämmerung“ oder „Träumen“ zu beschäftigen, auch in der Musik.
Das taten vor kurzem die Sopranistin Katrin Müller und die Pianistin Cornelia Gengenbach mit ihrem Programm „Traum durch die Dämmerung“ (nach einem gleichnamigen Lied von Richard Strauss) in der Emmauskirche Karlsruhe. Zu hören waren außerdem Lieder von Wagner und Erich Wolfgang Korngold.

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Einsatz für die Jugend

Zum kürzlichen Benefiz-Konzert mit Lilya Zilberstein zu Gunsten des Badischen Konservatoriums

 

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Die Pianistin Lilya Zilberstein – 1987 gewann sie den Busoni-Wettbewerb in Bozen – gehörte in den Neunziger Jahren zu einer gefeierten neuen Generation von Musikern. Doch in den letzten Jahren ist es ruhiger geworden um die Künstlerin; ihr Name ist womöglich nur in Fachkreisen bekannt. Nichtsdestotrotz zeugen beispielsweise ihre langjährige Duopartnerschaft mit Martha Argerich oder Kammermusik-Tourneen mit dem Geiger Maxim Vengerov von einer eindrucksvollen Konzerttätigkeit.
Mit ebensolcher Intensität engagiert sie sich auch für den künstlerischen Nachwuchs – etwa als Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien: Den dortigen Lehrstuhl für Klavier hat sie seit sie 2015 inne, als erste Frau überhaupt.
Da liegt es nahe, sich auch für die Arbeit an Musikschulen einzusetzen. Im Konzerthaus Karlsruhe gab sie vor kurzem einen Klavierabend im Rahmen der Spendensymphonie des Konservatoriums für den neuen Konzertflügel.

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Das Parfum des Fin de Siècle

Bruchsaler Schlosskonzerte eröffneten die Saison mit einem Abend zum 100. Todestag des Schriftstellers Marcel Proust

 

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Nicht immer gehen Literatur und Musik innerhalb eines Konzerts eine glückliche Verbindung ein; manchmal wirken die Texte hier wie eine Art Fremdkörper.
Völlig anders war das nun bei der Eröffnung der Bruchsaler Schlosskonzerte. Das Hauptwerk des französischen Schriftstellers Marcel Proust - „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ - stand anlässlich seines 100. Todestages im Mittelpunkt; es war sozusagen ein Fluchtpunkt, auf den die musikalischen Beiträge zuliefen. Hinzu kommt, dass es auch in Prousts Texten immer wieder musikalische Bezüge gibt; nicht zuletzt deshalb, weil Marcel Proust und der Komponist Reynaldo Hahn zuerst eine Liebesbeziehung und danach eine enge Freundschaft pflegten.
Auf diese Weise entfalteten der Schauspieler Heikko Deutschmann, dazu Ulf Schneider (Violine) und Jan Philip Schulze (Klavier) ein rundum sinnliches Zeitpanorama, bei dem Musik und Text eng miteinander verwoben waren. Nachzuhören ist der Abend am 14. November ab 20.03 Uhr im SWR2 Abendkonzert.

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Die Klangfarben einer Schlagwerk-Batterie

Das Porter Percussion Duo spielte bei den Weingartner Musiktagen

 

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Schlagwerk – das ist Beiwerk, könnte man meinen, wenn auch ein unverzichtbares. Das Schlagwerk ist Teil eines Sinfonie-Orchesters, es gehört zur Rhythmusgruppe einer Jazzband. Aber als abendfüllendes Instrumentarium?
Solo- oder Duoabende rund um Marimba, Vibraphon oder Trommeln sind eine Rarität im klassischen Konzertbetrieb – eher erlebt man große „Drumshows“, wie sie etwa das Ensemble „Power Percussion“ oder auch Martin Grubinger mit dem „Percussive Planet Ensemble“ aufbieten.
Ein sympathisches junges Frauen-Duo – Porter Percussion, bestehend aus den Schwestern Vanessa und Jessica Porter aus Stuttgart – war jetzt bei den Weingartner Musiktagen zu Gast. Die beiden Musikerinnen, die von Kindheit an zusammen musizieren und in vielen Stilrichtungen zu Hause sind, begeisterten das Publikum im gut besuchten Autohaus Morrkopf ganz ohne Bühnenshow.
(nächstes Konzert der Weingartner Musiktage am 14. Oktober; weiteres zum Programm unter www.weingartner-musiktage.de)

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