So klingt die Ewigkeit

Digitales Hausfestspiel Baden-Baden mit dem SWR Symphonieorchester: Höhepunkt mit Messiaen/ zuvor Schumann mit Martin Stadtfeld

 

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„Aufbruch in die Moderne“ - so lautete das Motto des digitalen Hausfestspiels in Baden-Baden, das mit dem heutigen Abend zu Ende ging und das Intendant Benedikt Stampa zugleich als „Auftakt“ zu einem führenden Festival der klassischen Moderne verstanden wissen will.
Die ursprünglichen Pfingstfestspiele waren bereits mit dem SWR Symphonieorchester geplant, und mit diesem Orchester besteht nicht nur eine enge Partnerschaft, sondern die Moderne gehört gewissermaßen zur DNA des Klangkörpers: Im Hans-Rosbaud-Studio arbeiteten bereits Igor Strawinsky und Olivier Messiaen – Komponisten, die auch beim Hausfestspiel zu den Protagonisten zählten.
Messiaens „Turangalila-Sinfonie“ - eigentlich war sie als Ballett mit John Neumeier vorgesehen – erlebte beispielsweise in Baden-Baden einst ihre deutsche Erstaufführung.
Die künftigen Pfingstfestspiele, so verrieten Benedikt Stampa und Johannes Bultmann (SWR) im Rahmen des großen Orchesterkonzerts (Bericht folgt), sollen ein „Fenster zur Moderne“ werden; entsprechende Planungen gebe es bereits bis zum Jahr 2025. Das Programm des Hausfestspiels war schon einmal viel versprechend: Nach Schumann und Strawinsky gehörte vor allem ein Abend mit Messiaens „Quartett auf das Ende der Zeit“ zu den Höhepunkten. Alle Konzerte sind noch knappe vier Wochen lang online abrufbar. 

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Musikalischer Streifzug durch ein schillerndes Leben

Europäische Kulturtage: Die Pianistin Heike Bleckmann mit einem Porträt über Pauline Viardot-Garcia

 

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Baden-Baden galt einst als „Sommerhauptstadt Europas“ - und die Sängerin und Komponistin Pauline Viardot, deren Wirken eng mit dieser Stadt verbunden ist, war eine große Europäerin. Die gebürtige Spanierin und Schwester der legendären, jung verstorbenen Sängerin Maria Malibran war mit dem Franzosen Louis Viardot verheiratet und unterhielt zuerst in Paris, danach in Baden-Baden einen Salon, in dem bedeutende Künstler ein- und ausgingen.
Am 18. Juli feiert die Musikwelt ihren 200. Geburtstag. Doch schon jetzt - im Rahmen der Europäischen Kulturtage - widmete sich die Karlsruher Pianistin Heike Bleckmann gemeinsam mit den Sängerinnen Larissa Wäspy und Denise Seyhan, dazu der Bratschistin Franziska Dürr dem Leben dieser außergewöhnlichen Künstlerin.

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Von Leidenschaft und Liebeswerben

Europäische Kulturtage Karlsruhe: Barocke Lautenlieder und Instrumentalmusik mit dem Ensemble "Les Escapades"

 

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„Flow my tears“ - das sind schon beinahe geflügelte Worte. Sie stehen sinnbildlich für das frühbarocke Lautenlied, in diesem Fall das elisabethanische: Es ist das berühmteste Werk des englischen Komponisten und späteren Hoflautenisten John Dowland.
Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Stück zuerst unter dem Titel „Lachrimae Pavane“ veröffentlicht, und auch der norddeutsche Barockkomponist Heinrich Scheidemann verarbeitete dieses Thema in einer Pavane – wie sich überhaupt die Komponisten aus England, Frankreich, Spanien und Deutschland wechselseitig inspirierten.
Das zeigten jetzt die Musikerinnen des Gambenconsorts „Les Escapades“ in ihrem zweigeteilten Konzertvideo aus der Altkatholischen Kirche im Rahmen der Europäischen Kulturtage. Als Gäste hatten sie sich die Sopranistin Monika Mauch und die Lautenistin Andrea Baur eingeladen. Wer noch einmal eintauchen möchten in die Welt des Früh- und Hochbarock, wer in der empfindsamen Melancholie „mitleiden“ oder in freudigen Springtänzen die leidenschaftliche Liebe feiern möchte: Auf Youtube (EKT TV) ist das Video noch bis zum Ende der Kulturtage (16. Mai) abrufbar. 

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Eindringliche Erzählung eines jüdischen Schicksals

Europäische Kulturtage: Mono-Oper "Das Tagebuch Anne Frank" als Film uraufgeführt

 

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Es gehört zum Wesen der Europäischen Kulturtage, dass sich Künstlerinnen und Künstler nicht nur mit der Kulturgeschichte unseres Kontinents, sondern auch mit dessen Werten auseinandersetzen. Zur Eröffnung des Karlsruher Festivals, das ebenso vom Land Baden-Württemberg getragen wird, sprach Kultur-Staatssekretärin Petra Olschowski deshalb von einem Leben in „Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit – und einem gewissen Maß an Sicherheit“, das zur europäischen Identität gehöre. Doch zur Realität gehört ebenso, dass in Europa einst die größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschahen.
2021 wird das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begangen, und im Rahmen der Kulturtage leistet das Staatstheater Karlsruhe mit einem Jugendprojekt einen Beitrag dazu. Gestern Abend wurde die Oper „Anne Frank“ des russischen Komponisten Grigori Frid aufgeführt – erstmals in einer filmischen Umsetzung von Patric Seibert. Noch am 11. und 13. Mai ist der Film im Rahmen der Kulturtage zu sehen. Passend ist übrigens auch, dass die Aufführung in die Zeit des 100. Geburtstages der Widerstandskämpferin Sophie Scholl fällt. 

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Heiterer Genuss

Streaming-Konzert der Staatskapelle mit Mendelssohn, Schumann und Strauss

 

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Richard Wagner ist sozusagen als „Übervater“ ständig präsent, obwohl er gar nicht selbst zu Wort kommt: Es war ein beziehungsreiches Programm, das GMD Georg Fritzsch mit der Badischen Staatskapelle jetzt beim Livestream-Konzert aus dem Großen Haus des Staatstheaters vorstellte. Auf solche Bezüge und noch auf manche anderen interessanten Details verwiesen Fritzsch und der junge Cellist Isang Enders – er spielte Schumanns a-moll-Konzert – bei einem kurzweiligen Pausengespräch.
Setzt man auf solche Formate, dann sind Streaming-Angebote ein klarer Zugewinn, einmal abgesehen davon, dass sie vielen Hörern den Zugang zu den Kultur-Ereignissen deutlich erleichtern. Beim anfänglichen Stimmen der Instrumente entsteht außerdem tatsächlich so etwas wie „Konzert-Stimmung“; traurig ist nur, dass sich die Musiker am Ende selbst applaudieren müssen.
Noch etwa zwei Wochen lang kann das Konzert über das Portal dringeblieben.de kostenpflichtig abgerufen werden. 

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Starke, suggestive Bilder

Erste Livestream-Premiere mit Strawinskys "Feuervogel" am Staatstheater Karlsruhe/ noch knappe zwei Wochen kostenpflichtig online

 

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Die Jubiläen großer Komponisten gehen in diesen Zeiten unter. Doch das Karlsruher Staatsballett meldete sich nun mit einer Premiere zurück – und diese fiel zeitnah auf den 50. Todestag von Igor Strawinsky. In seinem großen Handlungsballett „Der Feuervogel“ aus dem Jahr 1910 manifestieren sich die entscheidenden Umbrüche in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg: Noch einmal zeigt sich die Klangpracht der Rimsky-Korsakow-Schule (hiervon wurde Strawinsky entscheidend beeinflusst), doch auch die scharfen Rhythmen eines neuen Stils, der sich drei Jahre später in „Sacre du Printemps“ skandalträchtig Bahn bricht, leuchten hier bereits auf. Ballettchefin Bridget Breiner stellt dem Werk einen interessanten Prolog voran.
Der belgische Choreograf Jeroen Verbruggen schafft im Strawinsky-Ballett zwar atmosphärische Bilder, doch vieles bleibt auch buchstäblich im Dunkeln. Aber: Es ist gut, dass im Theater endlich wieder über Inszenierungen geredet wird.
(Hinweis: Über das Portal dringeblieben.de ist die Produktion noch knapp zwei Wochen lang kostenpflichtig abrufbar).

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Schönheit, die über sich selbst hinausweist

Mozarts A-Dur-Klarinettenquintett: Eine nach-österliche Betrachtung

 

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Das digitale Oster-Festival in Baden-Baden ist vorbei, doch bis Ende April können die einzelnen Videos noch abgerufen werden.
Unter normalen Umständen würde das direkte Konzerterlebnis allmählich verblassen und dem nächsten Platz machen – doch auf digitalem Wege ist es möglich, auch im Nachhinein noch manche Schönheiten zu entdecken: In der Ankündigung zur besagten Matinee am Ostermontag hatten die Berliner Philharmoniker verlauten lassen, gerade bei Mozarts Klarinettenquintett komme der österliche „Auferstehungsgedanke“ zum Ausdruck.
Eine Einladung, dieses Meisterwerk nochmals zu betrachten.

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Von Baden-Baden in die Welt

Streaming-Konzerte erreichen zu Ostern Zuschauer rund um den Globus

 

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Noch eine Weile werden sich Konzertbesucher wohl mit Streaming-Angeboten als „Wegzehrung“ für die kulturelle Durststrecke begnügen müssen – trotz mancher Modellprojekte, trotz der gestrigen Ankündigung des Kunstministeriums, zumindest sommerliche Freiluftveranstaltungen mit einer Neuauflage des landesweiten Förderprogramms zu unterstützen. Das Festspielhaus Baden-Baden stellt noch für etwa drei Wochen die Aufzeichnungen der Konzerte des „Digitalen Hausfestspiels“ zur Verfügung: Zum Beispiel den Liederabend mit Diana Damrau und Helmut Deutsch. 

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Musikalische Spiritualität

Digitales Hausfestspiel Baden-Baden: Philharmonische Camerata mit Joseph Haydns "Sieben letzten Worten"/ davor die "Jussen-Brüder" mit Schuberts f-moll-Fantasie

 

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Das Format des „Digitalen Hausfestspiels“ hat sich in Corona-Zeiten bewährt: Wenn schon die Gäste an Ostern nicht zu den Künstlern nach Baden-Baden kommen können, so soll es doch wenigstens umgekehrt sein – und damit das Publikum nicht nur abgefilmte Konzerte zu sehen bekommt, hat man sich im Festspielhaus einiges einfallen lassen: etwa mit eingespielten Kurzfilmen und Interviews rund um den jeweiligen Auftritt; vor allem aber auch mit der Möglichkeit, anschließend Fragen zu stellen, woraus sich im Nachhinein manche interessante Werkbetrachtung ergibt.
Das Festival eröffneten die Brüder Lucas und Arthur Jussen mit einem Klavierabend, am Karfreitag widmete sich die „Philharmonische Camerata“ der Berliner Philharmoniker den „Sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn. Darüber hinaus stehen die Videos noch vier Woche lang zum Nachhören zur Verfügung.

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Sieben Schmerzen Mariens und Sieben letzte Worte

Zur Karwoche erklang in den Karlsruher Kirchen Musik von Joseph Haydn und Johann Sebastian Bach

 

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Da die Passionszeit von den Karlsruher Kirchen vor allem mit musikalischen Andachten begangen wird  (der einzigen Art des Musizierens, die derzeit überhaupt vor Zuhörern möglich ist), ergeben sich in den vielen geistlichen Impulsen bisweilen ganz unbeabsichtigte Verbindungen: So war am Wochenende zu Palmsonntag Joseph Haydns selten aufgeführtes „Stabat Mater“ in St. Stephan zu hören - die Kreuzigung Jesu aus der Sicht der leidenden Mutter Maria. Zugleich erklang in der Evangelischen Stadtkirche Haydns wesentlich bekannteres Streichquartett über die „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz.“
Gestern eröffnete zudem die Stadtkirche Durlach die Reihe ihrer Passionsmusiken mit Arien von Johann Sebastian Bach.

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