Einsatz für die Jugend

Zum kürzlichen Benefiz-Konzert mit Lilya Zilberstein zu Gunsten des Badischen Konservatoriums

 

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Die Pianistin Lilya Zilberstein – 1987 gewann sie den Busoni-Wettbewerb in Bozen – gehörte in den Neunziger Jahren zu einer gefeierten neuen Generation von Musikern. Doch in den letzten Jahren ist es ruhiger geworden um die Künstlerin; ihr Name ist womöglich nur in Fachkreisen bekannt. Nichtsdestotrotz zeugen beispielsweise ihre langjährige Duopartnerschaft mit Martha Argerich oder Kammermusik-Tourneen mit dem Geiger Maxim Vengerov von einer eindrucksvollen Konzerttätigkeit.
Mit ebensolcher Intensität engagiert sie sich auch für den künstlerischen Nachwuchs – etwa als Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien: Den dortigen Lehrstuhl für Klavier hat sie seit sie 2015 inne, als erste Frau überhaupt.
Da liegt es nahe, sich auch für die Arbeit an Musikschulen einzusetzen. Im Konzerthaus Karlsruhe gab sie vor kurzem einen Klavierabend im Rahmen der Spendensymphonie des Konservatoriums für den neuen Konzertflügel.

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Das Parfum des Fin de Siècle

Bruchsaler Schlosskonzerte eröffneten die Saison mit einem Abend zum 100. Todestag des Schriftstellers Marcel Proust

 

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Nicht immer gehen Literatur und Musik innerhalb eines Konzerts eine glückliche Verbindung ein; manchmal wirken die Texte hier wie eine Art Fremdkörper.
Völlig anders war das nun bei der Eröffnung der Bruchsaler Schlosskonzerte. Das Hauptwerk des französischen Schriftstellers Marcel Proust - „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ - stand anlässlich seines 100. Todestages im Mittelpunkt; es war sozusagen ein Fluchtpunkt, auf den die musikalischen Beiträge zuliefen. Hinzu kommt, dass es auch in Prousts Texten immer wieder musikalische Bezüge gibt; nicht zuletzt deshalb, weil Marcel Proust und der Komponist Reynaldo Hahn zuerst eine Liebesbeziehung und danach eine enge Freundschaft pflegten.
Auf diese Weise entfalteten der Schauspieler Heikko Deutschmann, dazu Ulf Schneider (Violine) und Jan Philip Schulze (Klavier) ein rundum sinnliches Zeitpanorama, bei dem Musik und Text eng miteinander verwoben waren. Nachzuhören ist der Abend am 14. November ab 20.03 Uhr im SWR2 Abendkonzert.

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Die Klangfarben einer Schlagwerk-Batterie

Das Porter Percussion Duo spielte bei den Weingartner Musiktagen

 

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Schlagwerk – das ist Beiwerk, könnte man meinen, wenn auch ein unverzichtbares. Das Schlagwerk ist Teil eines Sinfonie-Orchesters, es gehört zur Rhythmusgruppe einer Jazzband. Aber als abendfüllendes Instrumentarium?
Solo- oder Duoabende rund um Marimba, Vibraphon oder Trommeln sind eine Rarität im klassischen Konzertbetrieb – eher erlebt man große „Drumshows“, wie sie etwa das Ensemble „Power Percussion“ oder auch Martin Grubinger mit dem „Percussive Planet Ensemble“ aufbieten.
Ein sympathisches junges Frauen-Duo – Porter Percussion, bestehend aus den Schwestern Vanessa und Jessica Porter aus Stuttgart – war jetzt bei den Weingartner Musiktagen zu Gast. Die beiden Musikerinnen, die von Kindheit an zusammen musizieren und in vielen Stilrichtungen zu Hause sind, begeisterten das Publikum im gut besuchten Autohaus Morrkopf ganz ohne Bühnenshow.
(nächstes Konzert der Weingartner Musiktage am 14. Oktober; weiteres zum Programm unter www.weingartner-musiktage.de)

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Ein Abend für Brahms

KIT Philharmonie und KIT Konzertchor boten unter der Leitung von Nikolaus Indlekofer ein gelungenes Programm

 

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Die Werke von Johannes Brahms sind zum Teil eng mit unserer Region verbunden (bekanntlich wurde in Karlsruhe die c-moll-Sinfonie uraufgeführt): In der badischen Residenzstadt wirkte seit 1864 sein Freund Hermann Levi als Hofkapellmeister; in Baden-Baden wiederum hatte sich Clara Schumann niedergelassen, Brahms selbst bezog ein Quartier im heutigen „Brahms-Haus“.
Auch das „Schicksalslied“ op. 54 erlebte in Karlsruhe seine Uraufführung, und in Baden-Baden wiederum entstanden Teile der zweiten Sinfonie D-Dur.
Anlass genug also für einen ganzen Brahms-Abend, und nun, da die Corona-Situation glücklicherweise wieder einen gesicherten Aufführungsbetrieb zulässt, nahm sich Dirigent Nikolaus Indlekofer gemeinsam mit den Klangkörpern des KIT dieser Aufgabe an. Einen Gedenktag gibt es in diesem Jahr übrigens auch: Den 125. Todestag von Johannes Brahms.

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Entdeckerfreude und Mut zum Risiko

Der erste Karlsruher "Wolfgang Meyer Award" bot ungewohnte Verbindungen zwischen den Künsten.

Musik, Wort und Tanz, eigene Kompositionen und ständig changierende Stilrichtungen, sodass die Grenzen schon nicht mehr auszumachen sind: Der „Wolfgang Meyer Award“ – erstmals ausgetragen im Gedenken an den Klarinettisten und ehemaligen Rektor der Karlsruher Musikhochschule – er gehört wohl zu den ungewöhnlichsten Wettbewerbs-Formaten.
Vom Lions Club Karlsruhe wurde er ins Leben gerufen, zu dessen Mitgliedern Wolfgang Meyer zählte. Der Lions Club stiftete auch das Preisgeld in Höhe von insgesamt 10 000 Euro.
Ausgetragen wurde der „Wolfgang Meyer Award“ in Zusammenarbeit mit der Karlsruher Musikhochschule und der Hemingway Lounge: Die beliebte Musikkneipe in der Karlsruher Weststadt geht ebenfalls auf die Initiative des vielseitigen Interpreten zurück, der es offensichtlich verstand, Künstler aus verschiedenen Genres zusammen zu bringen.

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Kraftvoll und poetisch

Zum kürzlichen Klavierabend von Asli Kilic beim "Piano Podium" im Karlsruher Musentempel

 

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Die musikalischen Interessen der Pianistin Asli Kilic, die aus Frankfurt stammt und häufig im nordbadisch-pfälzischen Raum konzertiert, scheinen breit gefächert: Sie ist nicht nur mit Solo-Rezitals unterwegs, sondern sie widmet sich daneben auch der experimentellen Musik – etwa zusammen mit dem Ensemble „Scriabin Code“.
Vor kurzem war sie beim „Piano Podium“ im Musentempel zu Gast und spielte Chopin, Schumann, Ravel und Skrjabin.

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Weltliteratur im Spiegel der Musik

"Musik in (Baden-)Baden" im Kurhaus: Faust-Vertonungen und Mendelssohns "Sommernachtstraum"

 

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Konzertabende rund um ein (bekanntes) literarisches Sujet sind oft besonders spannend – denn sie fördern meist Raritäten zu Tage.
Das war auch der Fall beim Sonderkonzert aus der Reihe „Musik in (Baden-) Baden vor kurzem im Kurhaus: Lieder und Szenen unter dem Titel „Goethes Faust und Shakespeares Sommernachtstraum im Spiegel der Musik“ standen auf dem von Joachim Draheim konzipierten Programm.
Die wohl bekannteste „Faust“-Vertonung (sieht man einmal von den Opern zu diesem Thema ab) dürfte „Gretchen am Spinnrade“ sein, das Franz Schubert mit gerade einmal 17 Jahren schrieb. Doch auch Franz Liszt, Robert Schumann und Fanny Hensel haben sich mit dem literarischen Schlüsselwerk auseinandergesetzt.

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Tragik in C-Dur

Das Armida Quartett und der Cellist Lionel Martin spielten beim Ettlinger Schlosskonzert Schuberts großartiges Streichquintett

 

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Ein Streichquartett, so erzählt der Geiger Martin Funda im Einführungsgespräch beim ersten Ettlinger Schlosskonzert der Saison – das sei ein „fragiles Geflecht“. Ein Geflecht, bei dem jede Nuance und jede klangliche Temperierung zählt.
Umso mehr kann der Ausfall eines Ensemblemitglieds ein solches Geflecht gefährden. In diesem Fall war die Bratscherin Teresa Schwamm-Biskamp nur wenige Tage zuvor erkrankt, doch zum Glück fand sich relativ schnell ein Ersatz: Barbara Buntrock, eine renommierte Orchester- und Kammermusikerin und mit dem Armida Quartett vertraut, fügte sich hervorragend in das Ensemble ein. So konnten die Eckpfeiler das Programms aufrecht erhalten werden: Mozarts D-Dur-Quartett KV 575 und vor allem Schuberts berühmtes Streichquintett C-Dur D 956 (hier gesellte sich noch der junge Cellist Lionel Martin hinzu) sorgten für Momente erlesenster Kammermusik.
Nachzuhören ist das Konzert am 1. Oktober 2022 ab 20.03 Uhr im SWR2 Abendkonzert.

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Junge Stimmen, ernste Gesänge – und ein internationales Mitsing-Erlebnis

Zu den Konzerten im Rahmen der Ökumenischen Vollversammlung in Karlsruhe

 

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Zahlreiche Konzerte gab es im Rahmen der ökumenischen Vollversammlung in der vergangenen Woche – inwieweit sie tatsächlich zur ökumenischen Begegnung beigetragen haben, lässt sich schwer beurteilen. Eines aber waren sie ganz sicher: Eine Bühne für die Karlsruher Kirchenmusik. Zu den Höhepunkten gehörten der Singalong in der Christuskirche - ein „Mitsing-Oratorium“ mit Simon Halsey, der tatsächlich mehr als 200 Sängerinnen und Sänger zusammenbrachte. Oder der Liederabend mit Hanno Müller-Brachmann und einer hörenswerten Vertonung von Texten des Pfarrers und Dichters Johann Peter Hebel, der mit seinen „verkohlten Berggipfeln“ und „vertrockneten Flüssen“ erschreckend aktuell ist.

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Oper im Alltag der Menschen

Zum kürzlichen Festival des „Jungen Kollektiv MusikTheater“/ Brittens „The Rape of Lucretia“ als Hauptproduktion

 

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Wenn sich junge Künstler zu freien Ensembles zusammen schließen, um das Musiktheater jenseits der etablierten Strukturen neu zu entdecken, dann darf man meist spannende Umsetzungen an ungewöhnlichen Orten erwarten – und Stücke, die nicht zum gängigen Repertoire großer Häuser gehören.
Im Mittelpunkt steht dann oft auch die Frage: Wie spricht man Menschen an, die normalerweise nicht zum Opernpublikum gehören? Welche szenischen Möglichkeiten gibt es?
Das Junge Kollektiv MusikTheater, gegründet vor vier Jahren von Studierenden der Karlsruher Musikhochschule, hat sich solchen Fragen in einem fünftägigen Festival gestellt. Verstanden wurde das auch als eine Art Experimentierfeld – mit Ergebnissen, die unter die Haut gingen: Oper von einer ganz ehrlichen, direkten Seite.

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