Staatstheater Karlsruhe zieht Bilanz und verzeichnet Zuspruch beim jungen Publikum
(red.) Das Staatstheater Karlsruhe zieht nach dem künstlerischen Neustart für die Spielzeit 24/25 eine positive Bilanz: 926 Veranstaltungen mit rund 250 000 Besuchern waren in den verschiedenen Sparten (ohne theaternahes Rahmenprogramm und auswärtige Gastspiele) zu verzeichnen. Dies ist vergleichbar mit dem Vorjahr. 61 000 der Besucher waren Kinder, Jugendliche und Studierende in allen Spielstätten – dies sei ein erneuter Anstieg um fast 6 Prozent gegenüber der Vorsaison, teilte das Haus heute mit.
„Wir sind sehr glücklich, dass unser Mut in Bezug auf ein unbekanntes künstlerisches Programm und neue Formate beim Publikum auf großes Interesse gestoßen ist“, wird Intendant Christian Firmbach zitiert. Auch die Händel-Festspiele hätten unter der neuen Leitung einen großen Zuspruch verzeichnet - unter anderem bei der fünfmal ausverkauften Festspieloper Rinaldo oder dem Crossover-Konzert. Ein „immenses Interesse“ habe es auch am neu gegründeten Farinelli-Wettbewerb für Countertenöre gegeben.
„Vor allem freue ich mich über den Zuwachs von über 19 Prozent an Besucherinnen und Besuchern im Jungen Staatstheater – das bestätigt uns, dass wir mit der gezielten Stärkung dieser Sparte richtig lagen,“ so Firmbach.
Auch der Kaufmännische Intendant Johannes Graf-Hauber und die Künstlerische Betriebsdirektorin Uta-Christine Deppermann zeigen sich zufrieden: „Die Gesamtbesuchszahl bei Vorstellungen in Karlsruhe liegt mit knapp 249 000 auf dem Niveau des Vorjahres, ebenso die Gesamtauslastung über alle Sparten von rund 77 Prozent.“
Bedingt durch den Intendantenwechsel habe der Fokus auf dem Spielplan vor Ort und dem guten Ankommen von fast 100 neuen Mitarbeitern gelegen. Deshalb sei die Anzahl an auswärtigen Gastspielen dieses Jahr geringer ausgefallen. Dennoch seien die Einnahmen aus Kartenverkäufen in der Spielzeit 24/25 um 6 Prozent auf über 5,7 Mio. Euro gestiegen.
Von den insgesamt 926 Vorstellungen vor Ort waren 191 im Großen Haus und 217 im Kleinen Haus zu erleben, in der Insel wurden 202 Vorstellungen gezeigt. Verstärkt wurde auch das Studio als Spielstätte genutzt – mit insgesamt 192 Vorstellungen seien es knapp 80 mehr als im Vorjahr gewesen, da auch das neu begründete Digitaltheater das Studio bespielt habe, heißt es in der Mitteilung. Es sei "schmerzhaft", dass künftig aufgrund der Sanierungsmaßnahmen auf diesen Spielort verzichtet werden müsse.
Das Studio wird ab der nächsten Spielzeit von der Badischen Staatskapelle als Proberaum genutzt; einige Produktionen können jedoch in die Insel oder ins Neue Entree verlagert werden.
Umso erfreulicher sei es daher, „dass wir uns unter anderem im Zuge des Digitaltheater-Projekts „Paradise Found“ und des Nachhaltigkeits-Festivals FLOW mit anderen Institutionen der Stadt (darunter ZKM, Naturkundemuseum, TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum) noch besser vernetzen konnten“, so die Theaterleitung. Eine Nominierung des Konzepts von „Paradise Found“ für den Theaterpreis DER FAUST, dazu die Auszeichnung der Nachhaltigkeitstage "FLOW" mit dem OPUS Klassik und die Zahl von 1400 Besuchern der letzteren "machen uns stolz und bestärken uns, weiterhin die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Institutionen aus Kultur und Wissenschaft in der Stadt zu suchen. Auch darin liegt die Zukunft des Staatstheaters“.
In der Sparte Oper wurde erstmals für das ganz junge Publikum eine Musiktheater-Produktion im Studio gezeigt: das Opern-Pasticcio "Orpheus und die Zauberharfe", das Zuschauer ab 5 Jahren mit Werken von Telemann, Gluck, Monteverdi und anderen in Berührung brachte. Die einnahmenstärkste Produktion der Spielzeit war laut Staatstheater die Händel-Festspieloper "Rinaldo".
Bei den Händel-Festspielen 2025 unter neuer Leitung (bestehend aus Operndirektor Christoph von Bernuth als Künstlerischem Leiter, der Leitenden Opern- und Konzertdramaturgin Stephanie Twiehaus und Orchesterdirektor Oliver Kersken) waren in 27 Veranstaltungen insgesamt rund 13700 Besucher zu verzeichnen. Der erste Farinelli-Gesangswettbewerb für Countertenöre erreichte mehr als 15 000 Zuschauer aus über 40 Ländern über die Portale totalbaroque.com und Youtube vor den Streaming-Bildschirmen. Er wird im kommenden Jahr fortgesetzt.
Die Spielzeit wird am 20. September ab 11 Uhr mit dem traditionellen Theaterfest eröffnet: Sämtliche Mitarbeiter des Staatstheaters bieten einen Tag lang ein abwechslungsreiches Programm aus Kunst und Musik für alle Altersklassen. Am Abend gibt es eine „Spielzeit-Preview“ im Großen Haus mit ersten Einblicken in die neue Saison.
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2024/25 ist bereits gestartet. Tickets für rund 80 Vorstellungen im September und Oktober können online, telefonisch oder beim Kartenservice vor Ort im "K." erworben werden. Tickets für die gesamte Spielzeit gibt es ab dem 28. Juli.