Takeover-Festival Baden-Baden: Klassik, Elektro, Jazz - dazu Workshops und Gespräche
(red.) Das junge „Takeover-Festival“ ist im Baden-Badener Festspiel-Kalender eine Art Experimentier-Labor“: für Neue Räume, neue Wege, neue Erfahrungen. Das Festspielhaus Baden-Baden schafft Platz vom Foyer über den Saal bis zur Hinterbühne: Vom 30. Januar bis 8. Februar 2026 wird in Konzerten, Tanzperfomances, Workshops, Talks und Partys gefeiert, probiert, musiziert, getanzt – und zwischendurch auch einfach mal entspannt.
Elektronische Beats treffen auf klassische Streicherklänge, während Gastro- und Technikteams die passende Atmosphäre schaffen. Das Spektrum reicht von Brunchkonzerten über ein DJ-Set mit Schlagwerk, einer „Knitting – und Reading Party“, „Arts, Beats and Cake“, 20 verschiedenen Workshops, dazu gibt es Talkrunden.
Los geht es am Freitag, 30. Januar, 18 Uhr auf dem Pierre-Boulez-Platz vor dem Festspielhaus mit „Takeover Voices“, der Eröffnungsshow mit Pop-Up-Chor. Dabei kann jeder mitmachen: Eine kurze E-Mail mit Angabe der Stimmlage an
Das Foyer des Festspielhauses wandelt sich außerdem wieder in die ganztägig kostenfrei zugängliche Takeover Lounge, die in diesem Jahr von Studenten der Hochschule Kaiserslautern gestaltet wurde. Die Besucher erwarten dort besondere Gastroangebote von der klassischem Curry Wurst über Buddha Bowl bis zum Takeover Cocktail.
Top Act am ersten Wochenende ist Christian Löffler, der am Samstag, den 31. Januar seine „Until We Meet Again Tour“ zum neuen Album in Baden-Baden startet. Zu erleben ist melancholisch-poetische Elektronik; ein Quartett mit Klavier und drei Streichern und eine Sängerin knüpfen live auf der Bühne Verbindungen zwischen den beiden Klangsprachen.
Ungewöhnlich für ein klassisches Konzerthaus (und eine Premiere) ist der Abend am Freitag, den 30. Januar: Hier ist „A Techno Ballet Odyssey“ der Berlin Ballet Company zu erleben; dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Bühne und Dancefloor, zwischen Künstlern und Publikum – bei klassischem Spitzentanz zu Technobeats. Die Performance verbindet Clubkultur, zeitgenössisches Techno-Ballett und Live-Projektionen.
Am zweiten Takeover-Wochenende zeigt die "São Paulo Dance Company" einen Ballettabend mit drei Choreographien: „The Eight“ von Stephen Shropshire auf Musik von Anton Bruckner, „Le Chant du Rossignol“ von Marco Goecke, dessen vibrierende Bewegungssprache Strawinskys Nachtigallenmusik in poetische Bilder übersetzt, und Nacho Duatos „Gnawa“, inspiriert von nordafrikanischen Rhythmen.
Zum Abschluss gibt es ein Wiedersehen mit Martin Kohlstedt – diesmal mit drei Schlagzeugern. Der Pianist und Komponist aus Weimar arbeitet an der Schnittstelle von klassischer Musik und Electronica. Seine Stücke entstehen oft live und entwickeln sich im Moment.
Mit Musik und Frühstück bieten Brunchkonzerte am Samstag, den 31. Januar. und Sonntag, den 1.Februar (jeweils um 11 Uhr) einen besonderen Start in den Tag: Am Samstag sorgt die schottische Sängerin Cara Rose mit ihrer Soul-Stimme für Lounge Atmosphäre. Am Sonntag tritt die Harfenistin Brandee Younger auf: Die US-Amerikanerin hat mit Jazz-Größen wie Pharaoh Sanders gespielt und war als erste afroamerikanische Künstlerin für einen Grammy in der Kategorie „beste Instrumentalkomposition“ nominiert. An der Brunchbar auf der Seitenbühne gibt es die Möglichkeit nebenbei Kaffee, Rührei, Croissants und Müsli zu genießen.
Von Liebesschmerz, Sehnsucht, Trauer erzählen „Euphoria“, „Call Me By Your Name“ und die anderen großen Streamingserien und Filme: Soundtracks sind der schnellste Weg zur großen Emotion. Vieles haben die Filmkomponisten von der klassischen Musik gelernt: Schönbergs „Nocturne“, Boulangers „Lux Aeterna“ und das Andante aus Schostakowitschs zweitem Klavierkonzert tragen dieselbe Sehnsucht in sich wie die modernen Soundtracks. Das ensemble reflektor fängt diese Gefühlswelten ein.
Ein neues, sphärisches Klangerlebnis verspricht die Harfenistin Teresa Emilia Raff, die Harfe und Stimme, Klassik und Pop verbindet. Auf der sonst den Gästen nicht zugänglichen Hinterbühne gibt es am 31. Januar um 22 Uhr „Backstage Blast” von “NORLYZ feat. Malika Alaoui“. In diesem Konzert trifft cineastischer Elektro-Jazz auf hypnotische Vocals. Das elektroakustische Quartett Norlyz verschmilzt akustische Instrumente mit der Energie von Techno, Jazz und Weltmusik. Mit dabei ist Malika Alaoui, Sängerin, Performerin und ehemalige Solistin des Cirque du Soleil.
„Rise and Shine“ heißt für Frühaufsteher es in Zusammenarbeit mit „The Legend“ am Samstag um 10 Uhr und Sonntag um 9.30 Uhr – für Pilates zu live gespielter Harfenmusik. Außerdem gibt es fünf verschiedene Tanzworkshops - von und mit unterschiedlichen Tänzern, für unterschiedliche Tanzstile und tänzerische Niveaus.
Auch 2026 kann man beim Takeover-Festival den Künstlern auf Augenhöhe begegnen und Stars wie Christian Löffler oder Martin Kohlstedt beim Soundcheck über die Schulter schauen. In Talks geben die Takeover-Künstler offen Auskunft über sich selbst, und das Festspielhaus öffnet sich wiederum mit Backstage-Touren und einer Klang-Schnitzeljagd.
Eigene Talente entdecken kann man außerdem in einem DJ Workshop mit ZENA, bei „Art&Beats“ gibt es „Zeichnen à la Max Liebermann“ (in Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda); im experimentellen Musikworkshop kann man außerdem eigene elektronische Musiks entwickeln.
Das Foyer des Festspielhauses ist als Takeover Lounge am Freitag 30. Januar von 18 bis 0 Uhr, Samstag 31. Januar von 9.30 Uhr bis 0 Uhr und Sonntag 2. Februar von 10.00 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am 7. und 8. Februar gelten reguläre Öffnungszeiten, das heißt die Lounge ist eineinhalb Stunden vor Vorstellungsbeginn geöffnet.
Weitere Informationen und Tickets gibt es unter www.festspielhaus.de; www.takeover-festival.de. Persönliche Beratung und Reservierung: Tel. 07221 / 30 13 101.