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Staatstheater Karlsruhe stellt Spielzeit 2026/27 vor

| Christine Gehringer | PAMINA kurz notiert

Unter der Herausforderung „Spielen und Bauen“ steht die Saison 2026/27 am Staatstheater Karlsruhe, die Intendant Christian Firmbach mit seinem Leitungsteam gestern auf einer Pressekonferenz vorstellte.
Doch nicht nur mit räumlichen Einschränkungen, sondern auch mit reduzierten Zuschüssen muss das Haus in der kommenden Spielzeit umgehen. Der damit verbundene sukzessive Personalabbau werde sich unter anderem in den Öffnungszeiten des Ticketservice bemerkbar machen, so der geschäftsführende Direktor Johannes Graf-Hauber. Auch müssten die Eintrittspreise nach einem Beschluss des Verwaltungsrats um durchschnittlich 12 Prozent erhöht werden.
Man sei jedoch glücklich darüber, dass das Land Baden-Württemberg seine Zuschüsse nicht kürze und dass man in der Lage sei, „eine volle Spielzeit“ zu präsentieren. Zudem befinde man sich hinsichtlich des Neubaus und der Sanierung im Vergleich zu anderen Häusern in einer „privilegierten“ Situation.

In der Opernsparte stehen neun Premieren auf dem Programm; darin enthalten sind allerdings zwei Produktionen im Rahmen der kommenden Händel-Festspiele (die Opern „Faramondo“ und „Floridante“), sowie „Tragödia“ (27.2.27) von Adriana Hölszky in Kooperation mit dem ZKM. Mit den weiteren sechs Premieren sollen die Programmlinien „seltene Werke“, „französisches Repertoire“ und „Wagner-Strauss-Tradition“ bedient werden: zum Beispiel mit „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold (6.12.26) , „Arabella“ (4.4.27), „Don Quichotte“ von Jules Massenet (15.5.27) und Puccinis „Il Trittico“ (3.7.27). Mit der Strauss-Oper „Arabella“ (in einer Inszenierung von Brigitte Fassbaender) erfüllt sich zudem der scheidende GMD Georg Fritzsch einen Herzenswunsch, und eine Wunschrolle erhält ebenso Konstantin Gorny als Don Quichotte.
Eröffnet wird die Spielzeit jedoch am 4.10. mit einem Musical: mit Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“. Das Genre „Unterhaltung“ bedient auch die Komödie „Souvenir“ über die unbegabte, aber reiche „Sängerin“ Florence Foster Jenkins (Musik: Steven Temperley). Premiere ist am 19.12. Das Opernpublikum darf sich zudem über die Wiederaufnahme der erfolgreichen Produktion „The Wreckers“ von Ethel Smyth (ab 18.10.) freuen.

Mit dem Märchen-Ballett „Cinderella“ (ab 31.10.) steht eine große abendfüllende Produktion für die ganze Familie (in der Choreografie von Kristina Paulin) auf dem Programm – und zwar als Zusammenarbeit mit der Badischen Staatskapelle, die Prokojews Musik dazu live spielt. Die Sparte „Digitaltheater“ setzt den Klassiker „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens im Naturkundemuseum neu in Szene (ab 18.11.). Das Stück ist eine Verbindung zwischen Schauspiel, Musik und einer „Extended-Reality“-Brille, mit deren Hilfe verschwundene Tierarten wieder lebendig werden sollen.

In seiner letzten Spielzeit präsentiert GMD Georg Fritzsch im Rahmen der Sinfoniekonzerte Werke von Strauss, Dvorak, Berlioz, Tschaikowsky, Mahler, Vaughan Williams oder der Amerikanerin Amy Beach. Außerdem gibt es zum Brahms-Jubiläum „150 Jahre 1. Sinfonie“ (in einem Sonderkonzert am 14.11.) eine Wiederholung des Uraufführungsprogramms von 4. November 1876. Verabschieden wird sich Georg Fritzsch dann am 11. und 12.7. 2027 mit Anton Bruckners Sinfonie Nr. 8 c-moll. Zudem stehen während der kommenden Spielzeit Dirigenten am Pult, die bereits in Karlsruhe gewirkt haben: Christof Prick, Kazushi Ono, Justin Brown und Yura Yang.