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PianoPodium Karlsruhe lädt zu zwei Konzerten mit "Jugendwerken"

| Christine Gehringer | PAMINA kurz notiert

(red.) Das PianoPodium Karlsruhe und die Draheim-Stiftung „pro musica et musicis“ laden zu zwei Konzerten: Am Montag, den 15. Juni (19 Uhr, Musentempel, Hardtstraße 37a, 76185 Karlsruhe) und am  Sonntag, 21. Juni (15 Uhr, Alter Ratssaal des Rathauses, Marktplatz 2, 76530 Baden-Baden) sind „Jugendwerke“ zu hören: Zwei- und vierhändige Klavierwerke von Wolfgang Amadeus Mozart, Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn Bartholdy, Frédéric Chopin, Robert Schumann, Clara Wieck und Johannes Brahms. Es musizieren Luise Bold, Ih-Ruhn Katharina Jung, Eren Parmakerli, Khongor Buyandalai, Klavier (PianoPodium Karlsruhe). Die künstlerische Leitung hat Sontraud Speidel, für Konzeption und Moderation ist Joachim Draheim verantwortlich.

Musikalische Hochbegabung zeigt sich in der Regel sehr viel früher als in allen ande­ren Künsten. Dies gilt nicht nur für ausübende Musiker, sondern auch für fast alle Komponisten von Rang, selbst für die allergrößten. So ist es sinnvoll, ein anspruchsvol­les Musikprogramm von Werken für Klavier zu 2 und zu 4 Händen zusammenzustel­len, die im Alter von 11 bis 20 Jahren komponiert wurden.
Vier reizvolle Klavierstücke des nicht mehr ganz jungen Mozart und 12 zum Teil virtuos aufbrausende „Deutsche Tänze“ op. 4 des 15jährigen Carl Maria von Weber, von denen die letzten beiden für Klavier zu 4 Händen gesetzt sind, stehen am Anfang. Zwei brillante Polonaisen des 11-16jährigen Chopin lassen seine spätere Meisterschaft gerade in diesem Genre ahnen. Felix Mendelssohn Bartholdy, nach (oder besser: neben) Mozart die größte Frühbegabung der Musikgeschichte, zeigt in seiner leider kaum bekannten „Phanta­sie über ein irländisches Lied (‚Die letzte Rose‘)“ op. 15 und seinem „Rondo capriccioso“ op. 14, einem viel gespielten Repertoirestück, dass er nicht nur ein fertiger Komponist, sondern auch ein herausragender Klaviervirtuose war.

Mit dem im Alter von 18 Jahren komponierten Scherzo es-Moll op. 4 und anderen Werken beeindruckte der 20-jährige Brahms 1853 in Düsseldorf das Ehepaar Clara und Robert Schumann so sehr, dass letzterer ihm in einem Aufsatz in einer Musik­fachzeitschrift eine glänzende Zukunft prophezeite und für die Drucklegung dieses und anderer Stücke sorgte.
Als die 17jährige, in ganz Europa mit größtem Erfolg konzertierende Pianistin Clara Wieck 1836 ihr technisch und musikalisch anspruchs­vollstes Soloklavierwerk komponierte und publizierte, die hochvirtuosen „Soirées musicales“ op. 6, war sie berühmter als ihr späterer Ehemann Robert Schumann, der nur als Musik­schriftsteller und Herausgeber der progressiven „Neuen Zeitschrift für Musik“, in der er dieses Werk lobte, großes Ansehen genoss.
Seine acht Polonaisen op. III für Kla­vier zu vier Händen aus dem Jahre 1828 wurden erst 1933 unzureichend ediert und sind erst durch die 2008 erschienene Wiener Urtextausgabe (herausgegeben von Joachim Draheim, spielpraktisch eingerichtet vom Klavierduo Ljiljana Borota und Christian Knebel) für das Repertoire erschlossen worden. Sie zeigen den hochbegabten Auto­didakten Robert Schumann in der Nachfolge des verehrten Franz Schubert erfolg­reich experimentierend und von unbändiger Spielfreude und Phantasie. Die drei aus­gewählten Nummern (3, 4 und 7) bringen zudem deutliche Vorahnungen seiner spä­teren berühmten „Papillons“ op. 2.

Vier in zahlreichen Wettbewerben erfolgreiche junge Pianistinnen und Pianisten des PianoPodium Karlsruhe im Alter von 12 bis 15 Jahren (Luise Bold, Ih-Ruhn Katharina Jung, Eren Parmakerli und Khongor Buyandalai) sind die idealen Interpreten für diese in jeder Hinsicht anspruchsvollen Jugendwerke. Die künstlerische Leitung des Projekts hat ihre Lehrerin Sontraud Speidel, der Musikwissenschaftler und Pianist Joachim Draheim hat das Programm konzipiert und wird es auch moderieren. Der Eintritt ist frei.