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Ettlinger Schlossfestspiele: Neuer Intendant Carsten Lepper präsentiert die Spielzeit 2027

| Christine Gehringer | PAMINA kurz notiert

Die Ettlinger Schlossfestspiele starten mit neuer Intendanz in die kommende Saison: Der aus Westfalen stammende Sänger, Schauspieler und Kulturmanager Carsten Lepper tritt die Nachfolge von Solvejg Bauer an. Sie hatte die Festspiele seit 2018 verantwortet und vor allem dafür gesorgt, dass im Schlosshof große Opernproduktionen unter Einbindung eines „Bürgerchores“ zu erleben waren.
Nach diesen erfolgreichen Jahren liege „die Messlatte hoch“, so Oberbürgermeister Johannes Arnold auf der Pressekonferenz im Ettlinger Schloss. Aber man müsse nicht alles „gleich“ machen, denn letztlich gehe es darum, „die Schlossfestspiele erfolgreich in die Zukunft zu führen“. Auch Carsten Lepper will den Schwerpunkt auf große Musiktheater-Produkionen legen - dies aber im kommenden Jahr im Bereich „Musical“. Der 50jährige stand 2014 sogar selbst im Schlosshof in Ettlingen auf der Bühne - nämlich als Baron Felix von Gaigern im Musical „Grand Hotel“. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Magie an einem warmen Sommerabend entstehen kann“, sagt er.
„Professionelles Musiktheater mit hohem künstlerischen Anspruch“ - dafür sollen die Ettlinger Schlossfestspiele künftig stehen, so Lepper. Außerdem müsse Theater „mitten ins Herz“ treffen und dabei große Emotionen und Erzählungen vermitteln. Dabei sei das „populäre Musiktheater“ für ihn kein „Schimpfwort“. Vielmehr sei es sein Ziel, Menschen zu vereinen: Theater- und Musikliebhaber ebenso wie Familien oder auch die Freunde des Chansons. Vier Neuproduktionen gibt es; wegen des hohen Aufwands beginnen die Proben dafür bereits im Winter.

Hauptproduktion im kommenden Jahr ist das Musical „Titanic“ von Maury Peston und Peter Stone, das 1997 am Broadway uraufgeführt wurde. Das Stück – mit sinfonischer Partitur und großem Live-Orchester – soll aber nicht die Atmosphäre eines „Katastrophenfilms“ verbreiten. Vielmehr erzählt es von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, von ihren Hoffnungen und Träumen und der Suche nach einem besseren Leben. Sie alle verbindet am Ende das gleiche tragische Schicksal.
Einen Kontrast dazu bildet das eher intime Stück „Spatz und Engel“: Hier geht es um zwei ikonische Frauenfiguren des 20. Jahrhunderts, um Edith Piaf und Marlene Dietrich. Leidenschaft und Verletzlichkeit trifft auf Disziplin und Weltgewandtheit - das alles unter den Herausforderungen des Scheinwerferlichts. Getragen wird dieses Stück von weltbekannten Liedern und Chansons wie „La vie en Rose“ oder „Sag mir wo die Blumen sind“.
Dem Ettlinger Bürgerchor wird im nächsten Jahr unter dem Motto „Voices of Ettlingen“ ein ganzer Abend gewidmet, nämlich ein Streifzug durch sämtliche Stilrichtungen – von Oper über Filmmusik bis hin zu Rock und Pop. Dabei soll der Bürgerchor nicht nur als „Beiwerk“ neben den Solokünstlern, sondern ganz selbstverständlich mit ihnen auf der Bühne stehen.
Traditionell wird in Ettlingen auch Wert auf Kinder- und Jugendstücke gelegt: Im nächsten Jahr kommt Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker „Emil und die Detektive“ auf die Bühne, und zwar ebenfalls als Musical. Dazu werden im Rahmen eines Castings noch Kinder aus Ettlingen und der Region gesucht. „Ich möchte, dass junge Menschen hier nicht nur eine Vorstellung sehen, sondern erleben, wie Theater entsteht“, sagt Carsten Leppert.
Im Rahmen einer einmaligen Konzertgala soll schließlich die gesamte Bandbreite des Musiktheaters gefeiert werden – mit einem Programm aus Musical, Oper, Operette und Konzert. Dabei wird der „Kurt-Müller-Graf-Preis“ der Stadt Ettlingen und der Nachwuchspreis der Freunde der Schlossfestspiele vergeben.