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Festspielhaus Baden-Baden will für 500 Besucher öffnen/ Antrag auf Modellprojekt beim Sozialministerium gestellt

| Christine Gehringer | PAMINA kurz notiert

(red.) Gestreamt wurde nun lange genug; die Menschen sehnen sich nach kulturellen Live-Erlebnissen – und dies erst recht bei fallender Inzidenz. Das Festspielhaus Baden-Baden möchte seinen Live-Betrieb deshalb nicht erst mit der Oper „Tosca“ zum Saison-Ende wieder aufnehmen, sondern bereits mit sämtlichen Sinfonien Ludwig van Beethovens, die für Anfang Juli mit dem Chamber Orchestra of Europe unter Yannick Nézét-Séguin geplant sind. Es wäre eine Öffnung nach über sieben Monaten Pandemie-Lockdown.
„Wir hoffen, dass wir in gut vier Wochen wieder vor 500 Menschen spielen können und haben mit der Stadt Baden-Baden zusammen den entsprechenden Modell-Antrag dazu beim Ministerium für Gesundheit und Soziales gestellt“, wird Intendant Benedikt Stampa in einer Mitteilung zitiert. Doch die aktuelle Landesverordnung lässt derzeit bei stabiler Inzidenz unter 100 in vier Wochen maximal 250 Besucher im Innenbereich zu – und zwar unabhängig von der Saalgröße. Benedikt Stampa möchte das nicht hinnehmen, zumal 250 Besucher bei insgesamt 2500 Plätzen weder wirtschaftlich sind noch die vermutlich große Nachfrage annähernd befriedigen könnten. „Wir haben im Herbst gezeigt, dass unser Hygiene-Konzept funktioniert. Jetzt ist sogar ein Großteil unserer Besucherinnen und Besucher geimpft. Warum sollen wir dann sogar vor weniger Gästen als vor sieben Monaten in Deutschlands größtem Opernhaus spielen?“ Die Vorbereitungen auf den Spielbetrieb laufen auf Hochtouren, heißt es in der Mitteilung weiter. „Aber wir benötigen auch eine rasche Zusage, um im Juli vor 500 Gästen spielen zu können.“ Vor dem Hintergrund der bereits seit Mitte Mai geöffneten großen Häuser in Bayern, Österreich und in der Schweiz sei jetzt Eile geboten.
Vom 2. bis zum 10. Juli sollen sämtliche Sinfonien Beethovens in Baden-Baden aufgeführt werden. Daneben ist am 3. Juli ein weiterer Höhepunkt geplant: Dann nämlich begleitet Nézet-Séguin am Klavier die Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato in Schuberts „Winterreise“. Später im Juli erwartet der Intendant das Mariinsky Theater aus St. Petersburg zu seinem Sommer-Gastspiel: „Ich habe Valery Gergiev in der vergangenen Woche in München getroffen. Alle Künstlerinnen und Künstler in St. Petersburg freuen sich sehr auf Baden-Baden und setzen alles daran, mit Puccinis ‚Tosca‘ wieder hier auf der Bühne zu stehen“. Eine der Vorstellungen soll mit entsprechender Genehmigung auch als Video-Livestream in den Baden-Badener Kurgarten übertragen werden.
Der Vorverkauf für die Veranstaltungen in der ersten Juli-Hälfte soll spätestens am 3. Juni beginnen, dann sollen auch die weiteren Programm-Details veröffentlicht werden. Der Vorverkauf für die sonstigen Juli-Vorstellungen soll Mitte Juni starten. Mit den in der Landesverordnung definierten Zeitabläufen steht nun auch fest, dass es im Juni noch keine Veranstaltungen im Festspielhaus geben kann. „Bis wir die aktuell geltende Öffnungs-Grenze für Innen-Veranstaltungen erreicht haben, wird es mindestens Mitte Juni sein“, so der Intendant. Das für den 5. Juni geplante Konzert mit Jazz-Trompeter Till Brönner wird auf den 3. Dezember 2021 verschoben. Auch für Sopranistin Sonya Yoncheva (12.6.) wird aktuell ein neuer Termin gesucht. Weitere Konzerte waren bereits aufgrund von Reise- und Quarantäne-Regelungen aus dem Programm genommen worden.