Kritik
Bis ins Detail erlesene Spielkultur
| Christine Gehringer | Kritik
Ettlinger Schlosskonzert mit Mozart, Schubert, Bartók und Szymanowski

(Foto: PR/ Ettlinger Schlosskonzerte)
Mühelosigkeit und Eleganz, selbst in den hohen technischen Ansprüchen, dazu eine große Fähigkeit zur Empfindung und eine akribische Detailarbeit - das konnte man beim jüngsten Ettlinger Schlosskonzert mit dem Geiger Seiji Okamoto, der Pianistin Kasia Wieczorek und dem Cellisten Jovan Pantelich erleben.
Sonaten von Mozart und Schubert standen auf dem Programm, außerdem Werke von Bartók, Szymanowski und der hierzulande unbekannten Amerikanerin Amy Beach.
Das Konzert ist nachzuhören im Rahmen des SWR2 Abendkonzerts am 13. Februar ab 20.05 Uhr.
Keine Kommentare vorhandenKonzerte auf Wunsch
| Christine Gehringer | Kritik
Christuskirche Karlsruhe mit neuem "on-demand"-Angebot/ Premiere mit dem Ensemble Polyharmonique

Das Ensemble Polyharmonique war zum Auftakt der Reihe "Music on demand" mit Musik von Giovanni Legrenzi zu Gast in der Christuskirche Karlsruhe (Foto: Gehringer)
Der Kulturkalender verspricht ein reichhaltiges Angebot; viele Veranstaltungen sind gut besucht, manche sogar ausverkauft: Der Konzertbetrieb läuft also wieder normal, möchte man meinen.
Tatsächlich aber diskutiert man in der Branche derzeit über den „Publikumsschwund“, und wer genau hinsieht, der bemerkt: Für viele Konzerte, die früher tage- oder wochenlang vor dem Termin ausgebucht waren, gibt es jetzt auch kurzfristig noch Karten. Außerdem beklagen manche Veranstalter den Umstand, dass offenbar etliche der langjährigen Konzertbesucher ihre Abonnements nach Corona nicht wieder aufgenommen haben.
Da braucht es findige Lösungen: An der Christuskirche Karlsruhe hat man deshalb das Format „Music on demand“ ins Leben gerufen; gespielt wird nur, wenn es genügend Anmeldungen gibt. Zu Gast bei der Premiere war das fabelhafte Ensemble Polyharmonique mit Musik des italienischen Barock.
Heiterer Abend unter Freunden
| Christine Gehringer | Kritik
Der Freundeskreis der Musikhochschule Karlsruhe lud zum Benefizkonzert mit dem Hochschul-Vokalensemble

Das Vokalensemble der Musikhochschule - hier bei einer Probe - gestaltete unter der Leitung von Holger Speck maßgeblich das Benefizkonzert des Freundeskreises (Foto: Musikhochschule Karlsruhe).
Zur „Musik für gesellige Abende“ lud vor kurzem der Freundeskreis der Musikhochschule Karlsruhe (dem auch die Einnahmen und Spenden dieser „Benefizgala“ zu Gute kamen), und dabei zeigte sich, was Unterhaltung im besten Sinne sein kann.
Der Humor und die kleineren Derbheiten Haydns oder Mozarts, dazwischen die schlicht-schönen Volksliedbearbeitungen von Johannes Brahms ergaben jedenfalls eine gelungene Mischung.
Ein kurzer Gang durch die französische Musikgeschichte
| Christine Gehringer | Kritik
Neujahrskonzert der Gedok beleuchtet Freundschaften französischer Komponistinnen und Komponisten

In der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe stellten Heidrun Paulus (Flöte) und Naila Alvarenga (Klavier) Musik von Fauré, Guilmant, Débussy oder Lili Boulanger vor. (Foto: Gehringer)
Besonders spannend sind Konzertprogramme dann, wenn neben der Musik vor allem auch die Beziehungen der Komponisten und ihrer Werke eine größere Rolle spielen – wie etwa beim kürzlichen Neujahrskonzert der Gedok in der Badischen Landesbibliothek. Um „Freundschaften und Rivalitäten“ ging es – zwischen französischen Komponistinnen und Komponisten. Doch eigentlich standen im Wesentlichen die Freundschaften im Vordergrund.
Die Flötistin Heidrun Paulus, die den Abend auch moderierte, und die Pianistin Naila Alvarenga luden dazu ein, sich mit der französischen Musikgeschichte etwas näher zu befassen.
Der Komponist als politischer Denker
| Christine Gehringer | Kritik
"Musik gegen Diktatur": Zum kürzlichen Abend in der Hemingway Lounge mit Markus Stange und Egidius Streiff

Egidius Streiff (Violine) und Markus Stange (Klavier) mit Werken von Schumann, Janacek und Isang Yun in der Karlsruher Hemingway Lounge. (Foto: Gehringer)
„Ein Komponist kann die Welt, in der er lebt, nicht gleichgültig betrachten … Wo es Schmerz gibt, wo es Unrecht gibt, will ich mitsprechen durch meine Musik“. Diese Worte stammen von Isang Yun (1917-1995), einem deutsch-koreanischen Komponisten, der zeitlebens von der Wiedervereinigung seines Heimatlandes träumte und als „Brückenbauer“ zwischen östlicher und westlicher Kultur gilt.
Unter anderem seine Musik war kürzlich in der Karlsruher Hemingway Lounge zu hören, die sich im Rahmen eines Duoabends mit Egidius Streiff (Violine) und Markus Stange (Klavier) einem ebenso brisanten wie hochaktuellen Thema widmete: „Musik gegen Diktatur“.
Zu viel gewollt
| Christine Gehringer | Kritik
Bizets "Carmen" am Staatstheater Karlsruhe zündet trotz guter Ideen nicht wirklich

Die Oper "Carmen" von Georges Bizet ist derzeit in einer Inszenierung von Immo Karaman am Staatstheater Karlsruhe zu sehen. (Foto: Arno Kohlem)
Nachdem "Der Fliegende Holländer" vor kurzem beim Karlsruher Publikum durchgefallen war, durfte man nun gespannt sein auf die zweite Premiere: Bizets Opernklassiker "Carmen".
Die ansich gute Regie-Idee von Immo Karaman ist jedoch problematisch; Beifall gab es dennoch.
Ukrainische Weihnachtslieder verströmen christliche Hoffnung
| Christine Gehringer | Kritik
"Stunde der Kirchenmusik" in der Christuskirche Karlsruhe: Ensemble „Freedom Consort“ als kultureller Botschafter

Das ukrainische "Freedom Consort" musizierte zur "Stunde der Kirchenmusik" in der Christuskirche Karlsruhe. (Foto: Gehringer)
Eine solche Musizier- und Lebensfreude in den Zeiten des Leids! Das berührte und begeisterte die Zuhörer in der Karlsruher Christuskirche gleichermaßen: Aus der Ukraine kam das Vokalensemble „Freedom Consort“ zur "Stunde der Kirchenmusik"; das Ensemble, so liest man im Programm, besteht aus einer Gruppe von Freunden und wurde erst im vergangenen Jahr gegründet.
Im Ausland (unter anderem bereits in Österreich und Italien) möchten die jungen Sängerinnen und Sänger die Musik ihres Landes bekannt machen. Jetzt boten sie einen weihnachtlichen Nachklang - unter anderem mit den „Motets pour le temps de Noël“ von Francis Poulenc und mit traditionellen Weihnachtsliedern aus ihrer Heimat.
Mit Champagnerlaune ins neue Jahr
| Christine Gehringer | Kritik
Beim Neujahrskonzert der Musikhochschule verströmen Markus Huber und das Orchester der Hochschule Sorglosigkeit in schwierigen Zeiten

Das Orchester der Karlsruher Musikhochschule bot unter der Leitung von Markus Huber "Wiener Schmäh" zum neuen Jahr. (Foto: Gehringer)
Nein, Karlsruhe hat keine Wiener Philharmoniker, auch keinen Goldenen Saal – und dennoch: Das Orchester der Musikhochschule präsentierte selbstbewusst – an zwei Tagen - ein Programm mit „Wiener Schmäh“ (und damit größtenteils Werke von Johann Strauß).
Bei dieser Musikauswahl muss man sich jedoch zwangsläufig auch ein stückweit am Wiener Neujahrskonzert messen lassen. Doch als Fazit kann man sagen: Den jungen Musikern glückte unter der Leitung von Markus Huber, der das Programm mit dem Orchester über mehrere Tage bei offenbar bester Atmosphäre erarbeitet hatte, ein fulminanter Start ins neue Jahr.