Kritik
Facettenreiches Portrait einer großen Künstlerin
| Christine Gehringer | Kritik
Konzertreihe "Musik in (Baden-) Baden" ehrte Pauline Viardot-Garcia mit einer Matinee

Die Sängerinnen Miriam Alexandra und Regina Grönegreß gehörten zu den Künstlern der Matinee im Alten Ratsaal, außerdem gestalteten der Bassbariton Claus Temps und die Pianistinnen Heike Bleckmann und Ira Maria Wytoschynskyj den Konzertvormittag in Baden-Baden. (Foto: Gehringer)
In der vergangenen Woche widmete sich die Stadt Baden-Baden verstärkt ihrer großen ehemaligen Mitbürgerin Pauline Viardot, die zwischen 1863 und 1870 in der Kurstadt lebte und deren Künstlerfreundschaften Baden-Badens Ruf als „Sommerhauptstadt Europas“ maßgeblich begründeten.
Eine Matinee im Alten Ratssaal stellte die außergewöhnliche, vielseitig begabte Musikerin nun als Komponistin im Umfeld ihrer Freunde vor; ermöglicht wurde das Konzert durch die Stiftung „pro musica et musicis“ des Karlsruher Musikwissenschaftlers Joachim Draheim, von dem auch das Konzept stammte.
Keine Kommentare vorhandenUngewöhnliches Format mit Romantik und Live-Elektronik
| Christine Gehringer | Kritik
Zum Programm „Distanzen – Schumann reloaded“ im Karlsruher Musentempel

Die Sopranistin Sophie Sauter, dazu Götz Payer (Klavier), Andreas Schäfer (Cello), Erich S. Hermann (Live-Elektronik) mit ihrem Programm "Distanzen" im Musentempel Karlsruhe. (Foto: Gehringer)
Die Sopranistin Sophie Sauter lädt regelmäßig zu Konzerten unter dem Motto „gesang+“. Die Idee dahinter ist, dass die Singstimme bei verschiedensten Anlässen als „kammermusikalischer Partner“ auftreten soll.
Das Programm „Distanzen – Schumann reloaded“, gefördert durch „Neustart Kultur“ und vor kurzem im Karlsruher Musentempel zu hören, setzte zum Beispiel Lieder von Robert Schumann in den Kontext zeitgenössischer Musik ...
Auch in reduzierter Fassung berührend
| Christine Gehringer | Kritik
Brahms-Requiem mit dem Bachchor in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe

(Foto: Gehringer)
Es gehört in der Regel fest in den musikalischen Kalender des späten Kirchenjahres: Das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms. Ganz allmählich ist es den Chören wieder möglich, sich auch solchem Repertoire zu widmen – allerdings in kleiner Besetzung. Das tat auch der Bachchor an der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe unter Christian-Markus Raiser: In zwei Aufführungen, jeweils mit der Hälfte des Chores, bot man den zahlreichen Zuhörern ein Konzert, das auch in der Fassung für zwei Klaviere und Pauken nichts an Eindringlichkeit verlor.
Hervorragende Klangkultur
| Christine Gehringer | Kritik
Eindrucksvoller Abend mit dem Jugendkonzertchor Dortmund bei den Weingartner Musiktagen

Der Jugendkonzertchor Dortmund unter der Leitung von Volker Hagemann in der evangelischen Kirche Weingarten (Foto: Gehringer)
Chorgesang bei den Weingartner Musiktagen junger Künstler – das gab es lange nicht. Das Festival konzentriert sich vor allem auf Kammermusik und seit einiger Zeit auch auf den Jazz. Ein umso schöneres Zeichen war es deshalb, dass am ersten Wochenende der Jungendkonzertchor Dortmund in der evangelischen Kirche sozusagen die „nach-pandemische“ Saison einläutete; haben doch gerade die Chöre unter den Einschränkungen mit am meisten gelitten. Gleichzeitig war das der Auftakt zu einer Reihe von Konzerten, mit denen man in Weingarten das 40jährige Festival-Jubiläum nachfeiert – wenn auch in reduzierter Form.
„Ins Licht“ hieß passenderweise der Titel des Programms, und die jungen Sängerinnen und Sänger – ausgebildet an der Chorakademie Dortmund – thematisierten mit der Auswahl der Stücke konkret ihre „leidvollen Erfahrungen“ und „Lichtblicke“ während der Pandemie. (Hinweis: Für die Konzerte an diesem Wochenende gibt es noch wenige Restkarten).
Die Nacht als Inspirationsquelle
| Christine Gehringer | Kritik
Musikalisch-literarische Reise zum Thema "Traum" mit dem Gamben-Ensemble "Les Escapades"

Die Gambistinnen von "Les Escapades" und der Schauspieler Sebastian Mirow in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Karlsruhe. (Foto: Gehringer)
Träume? Visionen? Die mussten Künstler während der Corona-Pandemie freilich immer wieder schaffen und im Geiste aufrecht erhalten (vielleicht mehr als jemals zuvor), um der Krise zu begegnen.
Solche „Traum“-Gedanken waren auch der Ausgangspunkt für ein musikalisch-literarisches Programm, das vor kurzem mit dem Gamben-Ensemble „Les Escapades“ in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Karlsruhe – mit Texten von William Shakespeare bis Bertolt Brecht und Musik aus fünf Jahrhunderten – zu erleben war. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Neustart Kultur“ und durch die Stadt Karlsruhe. Am morgigen Samstag, den 16. Oktober, 19 Uhr, ist es nochmals in der Schlosskapelle Solitude bei Stuttgart zu hören.
Die Orgel wird zur Jazzband
| Christine Gehringer | Kritik
Festival "Orgel und Jazz" in der Stadtkirche Durlach: Konzert mit Barbara Dennerlein

(Foto: PR)
Das „Jahr der Orgel“ geht allmählich zu Ende – doch zum Abschluss hat jetzt die Stadtkirche Durlach diesem vielseitig einsetzbaren Instrument noch eine Facette gewidmet, die man nicht unbedingt mit dem Kirchenraum in Verbindung bringen würde: den Jazz. Im Rahmen des Festivals „Orgel und Jazz“, das bis Sonntagabend andauerte, gastierte eine prominente Künstlerin in Durlach: die Jazz-Organistin Barbara Dennerlein, die nicht zum ersten Mal in der Stadtkirche spielte und die von der dortigen Goll-Orgel offenbar ziemlich angetan ist.
Volkslied als Keimzelle
| Christine Gehringer | Kritik
Die Bratscherin Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Karlsruhe: Soloabend mit zeitgenössischen Werken
In der vergangenen Woche war die Bratschistin Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Karlsruhe zu Gast; sie arbeitete mit Studierenden im Rahmen eines Meisterkurses für Kammermusik. Den Auftakt gestaltete sie im Wolfgang-Rihm-Forum zunächst mit einem großartigen Solo-Abend: Gut besucht, mit einer Dauer von etwa neunzig Minuten. Das war zugleich auch der Wiedereinstieg in ein hoffentlich annähernd normales Musikleben an der Hochschule.
Wuchtiges Klangmassiv, kammermusikalische Feinheit
| Christine Gehringer | Kritik
Spannende Kontraste bei den Brahmstagen: Igor Levit und Valery Gergiev mit Brahms und Bruckner. Lars Vogt, Viktoria Eberle und Alban Gerhardt mit Beethoven und dem Brahms‘ schen Doppelkonzert.

Igor Levit, Valery Gergiev und die Münchner Phiharmoniker im Festspielhaus Baden-Baden. (Foto: Michael Bode/ Manolo Press)
Das Doppelkonzert von Johannes Brahms erklang - noch vor der eigentlichen Uraufführung - in Baden-Baden. Unter dem Eindruck Beethovens standen zum Teil Brahms‘ Werke, und mit Bruckner wiederum stand Brahms im Zuge der damaligen „Lagerbildung“ (zwischen „neudeutsch“ und „konservativ“) in Konkurrenz: Völlig unterschiedliche Gesichtspunkte verbanden die Werke, die im Rahmen der Baden-Badener Brahmstage - sie werden im Zweijahresrhythmus von der dortigen Brahms-Gesellschaft veranstaltet - vor kurzem im Festspielhaus zu hören waren.
Die Saison eröffneten der Pianist Igor Levit gemeinsam mit Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern.